International
Italien

Italienischer Modeschöpfer Valentino ist tot

epa12662028 (FILE) - Italian fashion designer Valentino Garavani arrives for the 71st annual British Academy Film Awards at the Royal Albert Hall in London, Britain, 18 February 2018 (reissued 19 Janu ...
Valentino Garavani war mit seinem Modelable erfolgreich.Bild: keystone

Italienischer Modemacher Valentino mit 93 Jahren gestorben

19.01.2026, 19:3719.01.2026, 19:55

Der italienische Modemacher Valentino ist tot. Er starb am Montag im Alter von 93 Jahren in Rom, wie seine Stiftung mitteilte. Er sei in seiner römischen Residenz «umgeben von seinen Angehörigen» gestorben, hiess es in einer Mitteilung. Lange Zeit gehörte Valentino zu den berühmtesten Modeschöpfern der Welt. Mit seinen Kreationen sowie dem von ihm geprägten eleganten und elitären Stil machte er sich in der Modewelt einen Namen.

Valentinos Sarg wird nach Angaben seiner Stiftung am Mittwoch und Donnerstag in Rom ausgestellt sein. Die Beerdigung soll am Freitag stattfinden.

Trauer in der Modewelt

Hollywood-Stars trugen seine Kleider. In seinen Geschäften vermarktete er auch Parfüms, Schmuck und Taschen. Dabei ging es ihm immer um das Schöne. In der Modewelt wird die Nachricht seines Todes mit grosser Bestürzung aufgenommen. Die italienische Designerin Donatella Versace schrieb bei Instagram: «Heute haben wir einen wahren Maestro verloren, der für seine Kunst für immer in Erinnerung bleiben wird.»

Topdmodel Cindy Crawford äusserte ebenfalls ihre Trauer. Ihr Herz sei gebrochen, schrieb sie in den sozialen Medien. «Er war ein wahrer Meister seines Fachs, und ich werde immer dankbar sein für die Jahre, in denen ich das Privileg hatte, eng mit ihm zusammenzuarbeiten.»

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete Valentino als «unangefochtenen Meister von Stil und Eleganz und ewiges Symbol der italienischen Haute Couture». In den sozialen Medien schrieb sie: «Heute verliert Italien eine Legende, doch sein Vermächtnis wird weiterhin Generationen inspirieren. Danke für alles.»

«Valentino-Rot» sein Markenzeichen

Eines der Markenzeichen von Valentino Garavani, so sein eigentlicher Name, war die Farbe Rot. Seit seiner ersten Kollektion 1959 verwendete er das markante Rot immer wieder. Es gibt sogar einen eigenen Farbton «Valentino-Rot» - ein kräftiges und knalliges Rot. Dem «letzten Kaiser», wie er von vielen genannt wurde, gelang es, allein mit seinem Vornamen bekannt zu werden. Bei Modeinteressierten sogar nur mit einem Buchstaben: Dem V, das bis heute das Logo der Marke Valentino ist. Sein Nachname dürfte nur wenigen etwas sagen.

Valentino behauptete, das Geheimnis der Frauen zu kennen. «Ich weiss, was Frauen wollen: Sie wollen schön sein», sagte er einmal in einem Interview. In seinen Kreationen drehte sich daher immer alles um die Schönheit. Hollywood-Schauspielerinnen wie Audrey Hepburn, Elizabeth Taylor oder Rita Hayworth sowie der europäische Adel trugen seine Roben. Später liefen auch Stars wie Julia Roberts, Meryl Streep und Gwyneth Paltrow in den Kleidern des Italieners.

Sehr früh interessierte sich Valentino Clemente Ludovico Garavani - geboren am 11. Mai 1932 im norditalienischen Voghera - für Mode. «Als Junge stellte ich mich schlafend und träumte von Kinostars, von allen schönen Dingen der Welt», sagte er einmal. Seine erste Inspiration war das Hollywood-Musical «Mädchen im Rampenlicht» (1940). «Als ich als 13-jähriger Junge diese einzigartige Schönheit sah, beschloss ich, Kleidung für Damen zu entwerfen.» Noch als Teenager ging er nach Paris und liess sich dort zum Designer ausbilden.

Zuletzt lebte er abseits des Rampenlichts

1960 gründete er gemeinsam mit seinem langjährigen Lebens- und Geschäftspartner Giancarlo Giammetti das Modehaus Valentino. Erfolgreiche Kollektionen folgten in den 1970er- und 1980er-Jahren. Jahrzehntelang verzauberte er die Modewelt mit seinem eleganten Stil, der sich durch einfache Schnitte auszeichnete - aufgehübscht mit extravaganten Pailletten, Spitzen, Blumen, Perlen oder Edelmetallen.

Kurz vor der Jahrtausendwende war jedoch auch die Maison Valentino vom Wandel in der Modeindustrie betroffen. Grosse Anteile wurden verkauft. Valentino zog sich letztlich 2007 aus dem Modegeschäft zurück. Er überliess seinen Nachfolgerinnen das Feld und entwarf noch ab und zu Kleider. Zuletzt lebte er zurückgezogen und zeigte sich nur noch gelegentlich zugeschaltet per Videochat bei Valentino-Schauen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Prominente Tote: Sie alle haben uns 2025 verlassen
1 / 67
Prominente Tote: Sie alle haben uns 2025 verlassen

2025 wird uns als Jahr, in dem Papst Franziskus starb, in Erinnerung bleiben. Hier schauen wir auf ihn und viele andere zurück: An die einzigartige Hollywood-Legende Robert Redford, den allzu früh verstorbenen portugiesischen Fussballer Diogo Jota, an die britische Sixties-Ikone Marianne Faithfull, an den französischen Superstar Brigitte Bardot, an den Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel, den intergalaktisch grossen Regisseur David Lynch oder die so verdienstvolle Primatenforscherin Jane Goodall.

... Mehr lesen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Ich bin dankbar für die zweite Chance zum Leben» – Brandopfer erzählt
Video: ch media
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ausgelacht und angefasst: Wie Frauen bei Gottschalk zur Pointe wurden
Die Dokumentation «Was haben wir gelacht» zeigt, wie selbstverständlich der Fernsehhumor der Neunziger Frauen benutzte. Die Archivbilder erzählen auch davon, wer in einer Gesellschaft bestimmen darf, worüber gelacht wird.
Lachen stiftet Gemeinschaft. Wer nicht mitlacht, gilt schnell als Spielverderber. So funktionierte der Fernsehhumor, der in den Neunzigern Millionen vor den Bildschirm brachte: Man sass mit der Familie vor «Wetten, dass..?», Thomas Gottschalk plauderte, Frauen lächelten auf dem Sofa, selbst wenn er ihnen zu nahe kam oder ihren Körper kommentierte. Das war der perfekte Samstagabend, niemand verdarb die Stimmung.
Zur Story