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Italien: Handgemenge im Parlament – Abgeordneter geht zu Boden

Handgemenge im italienischen Parlament – Abgeordneter geht zu Boden

12.06.2024, 21:32
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In der italienischen Abgeordnetenkammer in Rom ist es am Mittwoch während einer Sitzung zu chaotischen Szenen gekommen. In einem Handgemenge in der grösseren der zwei Parlamentskammern ist ein Abgeordneter der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung zu Boden gegangen, wie mehrere Medien am Abend berichteten. Demnach wurde Leonardo Donno von anderen Parlamentariern bedrängt, ging im Tumult zu Boden und musste in einem Rollstuhl aus dem Saal gebracht werden.

In der Sitzung ging es um den von der rechten Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eingebrachten Gesetzentwurf zur sogenannten differenzierten Autonomie. Dieser sieht vor, dass die Regionen des Landes mehr autonome Befugnisse erhalten. Die Opposition kritisiert dieses Vorhaben. Vor allem die Regionen im Süden befürchten, dass sich der Staat aus wichtigen Bereichen wie Gesundheit und Bildung zurückziehen und die Bevölkerung im wirtschaftlich unterentwickelten Teil des Landes dadurch Nachteile erleben könnte.

Bereits während der ersten Lesung des Gesetzentwurfs vor wenigen Monaten kam es im Senat zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Opposition. Während der zweiten Lesung in der Abgeordnetenkammer hielten Abgeordnete der Opposition nun erneut italienische Nationalflaggen in die Höhe und sangen die Nationalhymne. Sie befürchten einen «Zerfall Italiens». Auf einem Video war zu sehen, wie der Abgeordnete Donno die Flagge dem Minister für regionale Angelegenheiten und Autonomien, Roberto Calderoli, überreichen wollte und mehrere Parlamentarier auf ihn zustürmen und ihn bedrängen.

Es blieb zunächst unklar, ob Donno wegen Schlägen oder Tritten zu Boden ging. Der Präsident der Abgeordnetenkammer unterbrach die Sitzung und kündigte an, die Videoaufnahmen des Vorfalls genau zu untersuchen und weitere Massnahmen zu ergreifen. (hkl/sda/dpa)

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7 Kommentare
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Swaghetti Yolonese
12.06.2024 21:39registriert Januar 2016
Das sind ja fast schon Zustände wie in der Schweiz
Wo ist Aeschi?
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