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Römer toben: Tourist ritzt Namen ins Kolosseum ein

Römer toben: Tourist ritzt Namen ins Kolosseum ein

28.06.2023, 10:1828.06.2023, 12:54
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Das fast 2000 Jahre alte Kolosseum ist seit Neustem um eine Inschrift reicher: «Ivan + Haley 23». Schöpfer dieses historisch wertvollen Zeitdokuments ist ein Tourist, der von einem Amerikaner auf frischer Tat ertappt wurde, wie er die Worte mit einem Schlüssel in die Mauer des Amphitheaters ritzte.

Video: youtube/ rytz

Ryan Lutz aus Kalifornien konnte es nicht fassen, als er den Übeltäter erblickte. «Er hat einfach weitergemacht und gelächelt. Ganz ohne Scham», sagte er gegenüber dem Orange County Register. Er habe anschliessend versucht, eine Autoritätsperson zu benachrichtigen.

Der Wachmann, den er benachrichtigte, meinte aber, er könne nichts machen, da er selber nicht dabei war, als die Schandtat begangen wurde. Er versicherte Lutz jedoch, dass die Behörden informiert würden.

Die Behörden wurden in der Tat informiert – der italienische Kulturminister äusserte sich am Montag höchstpersönlich zum Skandal-Vandalen:

«Ich halte es für äusserst bedenklich, würdelos und ein Zeichen grosser Unhöflichkeit, dass ein Tourist einen der berühmtesten Orte der Welt, das Kolosseum, verunstaltet, um den Namen seiner Freundin einzuritzen. Ich hoffe, dass die Person, die dies getan hat, identifiziert und nach unseren Gesetzen bestraft wird.»

Eine Bestrafung würde durchaus happig ausfallen. Im Falle einer Verurteilung läge eine Busse von mindestens 15'000 Euro oder bis zu fünf Jahre Haft drin, berichtet CNN. 2014 brummten die Behörden einem russischen Touristen, der seine Initiale (ein K) in eine Mauer des Kolosseums einritzte, eine Busse von flotten 20'000 Euro auf.

(cpf)

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quelle: ap/ap / gregorio borgia
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103 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Der Micha
28.06.2023 10:52registriert Februar 2021
Wie respektlos kann man eigentlich sein?

Leider habe ich in meinem Urlaub vor Jahren in Australien sowas ähnliches erlebt.

Damals konnte man den Uluru noch besuchen (weiß nicht wie das heute ist). Unser Tourismusführer stammt von den Ureinwohner ab und hat uns erzählt, dass dieser Berg ein heiliger Ort ist. Keine Steine mitnehmen, keine Namen reinritzen, nicht draufklettern, kein Müll wegschmeißen.

Einige Touristen haben nicht gehört. Während einige draufgeklettert sind, haben andere ihre Sandwiches gegessen und das Papier weggeschmissen. Andere haben kleine Steine eingesteckt. :/
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Bikemate
28.06.2023 10:36registriert Mai 2021
Gut, dass er gefilmt wurde. Eine Gefängnisstrafe halte ich persönlich für übertrieben, Eine saftige Geldbusse ist aber absolut gerechtfertigt.
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Wysel Gyr
28.06.2023 11:06registriert Oktober 2021
Gab' es früher schon, wird es immer geben (irgendwas Tourist in Ägypten).

Es ist dennoch zum verzweifeln, wie sehr der Geltungsdrang, die Aufmerksamkeitserhaschung und diese "ich bin wichtig"-Haltung der Menschen noch nicht überwunden werden konnte.
Gesundes Selbstbewusstsein ist gut, aber Selbstbeweihräucherung ist krank und führt zu respektlosem Verhalten.
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