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Justiz

Prozess: Mithäftling belastet mutmasslichen Maddie-Mörder schwer

«Festgehalten und vergewaltigt» – Mithäftling belastet mutmasslichen Maddie-Mörder schwer

Einem Bekannten soll Christian B. im Gefängnis viel über seine Straftaten in Portugal erzählt haben. Neben Einbrüchen in Ferienwohnungen soll es auch um ein gefesseltes Mädchen gegangen sein.
05.04.2024, 20:5005.04.2024, 21:53
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In einem Vergewaltigungsprozess gegen den auch im Fall Maddie mordverdächtigen Christian B. hat ein Zeuge über gemeinsame Tage in portugiesischer Haft berichtet und belastende Details geschildert. Der Angeklagte habe ihm erzählt, dass er ein Mädchen mehrere Tage in seinem Haus festgehalten und vergewaltigt habe, sagte der 50-Jährige am Freitag im Landgericht Braunschweig.

Fall Maddie: Christian B. begrüsst seine Anwälte vor Gericht.
Bild: keystone/watson

Die beiden Männer hätten im Jahr 2006 wegen gemeinsamen Dieseldiebstahls im Gefängnis gesessen und dort viel Zeit miteinander verbracht. Beide seien damals auch befreundet gewesen.

In den Gesprächen sei es immer wieder um die nächtlichen Streifzüge des Angeklagten gegangen, bei denen er in Ferienwohnungen einstieg. Von Besuchen in B.s Haus habe er gewusst, dass dort unzählige Reisepässe und weiteres Diebesgut herumlagen, berichtete der Zeuge. Aufgefallen sei ihm, dass B. in der Haft sehr grosse Angst davor hatte, dass die Polizei sein Haus durchsuchen könnte. Einen Besucher im Gefängnis habe B. daher damit beauftragt, die Pässe aus dem Haus zu holen. Der Zeuge berichtete auch, dass er B. sein letztes Geld für einen Anwalt gegeben habe. «Er wollte unbedingt da raus», sagte er am Freitag vor Gericht.

Nackt an Holzpfahl gefesselt und vergewaltigt

Dem 47-jährigen Christian B. werden in dem Prozess drei Vergewaltigungen und zwei Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern in Portugal vorgeworfen. In der Zeit zwischen 2000 und 2017 soll er eine etwa 70 bis 80 Jahre alte Frau in ihrer Ferienwohnung gefesselt und vergewaltigt haben. Er soll ein deutschsprachiges Mädchen im Alter von mindestens 14 Jahren nackt an einen Holzpfahl gefesselt und vergewaltigt haben. Ihm wird ausserdem vorgeworfen, eine 20-jährige Frau aus Irland brutal vergewaltigt und sich vor zwei Mädchen im Alter von zehn und elf Jahren nackt gezeigt und vor ihnen masturbiert haben.

Im Fokus internationaler Medien steht der Deutsche, seitdem bekannt ist, dass gegen ihn wegen Mordverdachts im Fall der 2007 aus einer portugiesischen Ferienanlage verschwundenen kleinen Madeleine McCann ermittelt wird. Die damals dreijährige Britin wurde aus einem Appartement an der Algarve entführt. Deutsche Ermittler gehen davon aus, dass Madeleine McCann tot ist, obwohl es bisher keine Leiche gibt. Der Fall Maddie ist aber nicht Gegenstand des aktuellen Verfahrens und es gilt die Unschuldsvermutung. (dpa) (aargauerzeitung.ch)

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42 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chrisbe
05.04.2024 22:08registriert Oktober 2019
Gefühlt würde ich sagen: "Auf ewig wegsperren" aber ich hoffe auf klare Beweise und ein angemessenes Urteil.
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In vino veritas
05.04.2024 21:39registriert August 2018
Schön wären Beweise, aus Nächstenliebe dürfte der Mithäftling ja nicht ausgepackt haben. Ansonsten reicht es doch bestimmt nicht für eine Verurteilung.
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Qualmkopf
05.04.2024 21:35registriert Juni 2022
Den hätte man viel früher aus dem Verkehr ziehen sollen. Unvorstellbar diese Taten. Eine Bestie.
Hat er das Kind beim Einbrechen in der Ferienwohnung zufällig entdeckt?
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