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Justiz

Maddie: Verdächtiger Christian B. ist grundsätzlich ein freier Mann

epa12384022 A news photographer is stopped by police as Christian B., a suspect in the case of British girl Maddie McCann (unseen), leaves by car after his release from a high-security prison in Sehnd ...
Der Verdächtige Christian B. verlässt im September das Gefängnis in Sehnde nahe Hannover in einem Auto. Die Polizei stoppt einen Fotografen, der sich Zugriff zum Auto verschaffen will.Bild: keystone

Gericht hebt Teil der Auflagen für Maddie-Verdächtigen auf

09.11.2025, 16:4909.11.2025, 16:55

Das Oberlandesgericht Celle hat die gerichtlichen Auflagen für den Verdächtigen im Fall des in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Maddie McCann teilweise aufgehoben. Eine Sprecherin des Gerichts sagte am Sonntag, das Gericht habe Ende Oktober eine Weisung des Landgerichts Hildesheim «zum Teil aufgehoben», wonach Christian B. seinen Wohnsitz im Inland nehmen muss.

Darüber müsse das Landgericht nun nochmal neu entscheiden. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung berichtet. B.s Anwalt Friedrich Fülscher sagte der Zeitung am Sonntag, nach der Entscheidung des Oberlandesgericht (OLG) werde «eine Ausreise des Herrn B. damit zeitnah möglich sein».

Der wegen Sexualdelikten mehrfach vorbestrafte 48-jährige Christian B. war Mitte September aus einem Gefängnis in Niedersachsen entlassen worden, in dem er eine mehrjährige Haftstrafe wegen einer Vergewaltigung im Jahr 2005 absass. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig stuft B. als Verdächtigen im Fall des Verschwindens von Maddie ein. Entsprechende Ermittlungen gegen ihn gab sie schon 2020 bekannt. Anklage erhob sie deshalb bisher nicht.

Als hochgefährlich eingestuft

Grundsätzlich ist B. nach seiner Haftentlassung ein freier Mann. Nach Behördenangaben gelten für ihn jedoch gerichtliche Auflagen. Er muss im Rahmen der Führungsaufsicht unter anderem eine elektronische Fussfessel tragen, damit die Polizei ständig seinen Aufenthaltsort ermitteln kann.

Nach Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters, der B. vor Gericht beurteilte, besteht die Gefahr weiterer Sexualstraftaten. Er stufte ihn als hochgefährlich ein.

B. lebte deutschen Ermittlern zufolge früher zeitweise in Portugal, um dort Gelegenheitsjobs nachzugehen sowie Einbrüche zu begehen. Er wohnte früher ausserdem unter anderem in Braunschweig, deshalb war die Justiz in Niedersachsen für ihn zuständig.

Madeleine, «Maddie», war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienwohnung in einer Ferienanlage in Praia da Luz in Portugal verschwunden, während ihre Eltern in einem nahen Restaurant assen. Trotz jahrelanger Suche fehlt von ihr bisher jede Spur. (sda/afp)

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