DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mindestens fünf Tote bei Explosion in Ecuador – Präsident verhängt Ausnahmezustand

14.08.2022, 20:5515.08.2022, 05:41

Der ecuadorianische Präsident Guillermo Lasso hat nach einer Explosion in der Hafenstadt Guayaquil mit mindestens fünf Toten den Ausnahmezustand in dem südamerikanischen Land verhängt. «Wir werden nicht zulassen, dass das organisierte Verbrechen das Land regiert», schrieb Lasso am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter. Man werde die gesamten Sicherheitskräfte einsetzen, um die Kontrolle über die Stadt wiederherzustellen.

Bei einer Explosion im Süden Guayaquils waren am Sonntag mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Weitere 16 Personen wurden verletzt, wie der Risiko- und Katastrophenschutz mitteilte. Zudem wurden demnach acht Häuser und zwei Fahrzeuge zerstört. Ersten Berichten zufolge waren laut der Tageszeitung «El Universo» zunächst Schüsse und dann eine Explosion zu hören.

Polizeibeamte vor zerstörten Häuser: Acht wurden bei der Explosion am 14. August 2022 beschädigt.
Polizeibeamte vor zerstörten Häuser: Acht wurden bei der Explosion am 14. August 2022 beschädigt.Bild: keystone

Innenminister Patricio Carrillo sagte bei einer Pressekonferenz, der Angriff habe sich gegen einen Bewohner der Gegend mit dem Alias «Cucaracha» gerichtet. Dieser und ein anderer Mann mit dem Alias «Júnior» hätten mutmasslich Verbindungen zur kriminellen Bande «Los Tiguerones». Zuvor hatte Carrillo auf Twitter geschrieben, der Angriff mit Sprengstoff sei eine «Kriegserklärung an den Staat».

Präsident Lasso hatte wegen der zunehmenden Gewalt unter anderem für die Provinz Guayas mit der Hauptstadt Guayaquil im April den Ausnahmezustand erklärt. Dort hatte es zuvor Berichten zufolge Explosionen ausserhalb des Gefängnisses und Bombendrohungen in Justizgebäuden gegeben. In einem Gefängnis nahe Guayaquil waren bei blutigen Bandenkämpfen im September 118 Menschen ums Leben gekommen.

Die Gefängnisse in Ecuador sind wie auch andernorts in Lateinamerika überfüllt. Viele Strafanstalten werden von Gangs kontrolliert. Zahlreiche inhaftierte Bosse steuern die Geschäfte ihrer kriminellen Organisationen aus dem Gefängnis heraus. «Der Feind ist der Drogenhandel», sagte der Gouverneur von Guayas, Pablo Arosemena. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Ukraine und USA: So viel wie nötig, nur nicht zu viel
Will die Ukraine den russischen Angriff beenden, braucht sie auch weiter die Hilfe der USA. Wie lange kann Joe Biden das durchhalten, wie ist seine Langzeitstrategie?

«So lange, wie es nötig ist», werden die USA die Ukraine bei der Verteidigung gegen Russland unterstützen. Das versprach Joe Biden Ende Juni, knapp vier Monate nach Beginn des Angriffs. Kritikerinnen zweifelten damals an, dass der Präsident das würde halten können. Der Krieg, so zeichnete es sich ab, würde noch sehr lange dauern. Währenddessen wurde die Inflation in den USA immer extremer. Und Biden selbst war, nach noch nicht einmal der Hälfte seiner Amtszeit, zur lame duck geworden – ein Präsident, dem nichts zu gelingen schien. Setzte er da wirklich die richtigen Prioritäten? Wie lange würde die Bevölkerung es noch unterstützen, dass Milliarden Dollar an Militärhilfen ausgegeben werden? Und: Hat die Ukraine gegen Russland überhaupt eine Chance?

Zur Story