International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Weltweit sitzen mindestens 387 Journalist*innen im Gefängnis – einige wegen Corona



Wegen ihrer Arbeit im Journalismus sitzen weltweit laut einer Erhebung mindestens 387 Männer und Frauen im Gefängnis – einige von ihnen haben einfach nur über Corona berichtet. Das geht aus der Jahresbilanz der Pressefreiheit hervor, die die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) am Montag veröffentlicht hat.

Mehr als die Hälfte dieser Inhaftierten verteilt sich demnach auf nur fünf Länder: China, Saudi-Arabien, Ägypten, Vietnam und Syrien. 54 Journalisten gelten den Angaben zufolge derzeit als entführt, 4 seien 2020 verschwunden.

Hong Kong journalist Choy Yuk-ling, second left, poses with supporters before entering a local court in Hong Kong Monday, Nov. 10, 2020. Hong Kong police charged journalist Choy Yuk-ling on charges of knowingly making a false statement about why she was obtaining license plate information from a vehicle database. Her arrest comes after she helped produce an investigative documentary into Hong Kong police behavior during protests last year. (AP Photo/Vincent Yu)
Choy Yuk-ling

Auch in Hong Kong geraten Journalisten immer wieder ins Visier der Behörde, wogegen sie hier im November 2020 protestieren. Bild: keystone

Mehr als 130 Medienschaffende in allen Teilen der Welt seien seit dem Frühjahr wegen ihrer Berichterstattung zur Corona-Krise willkürlich verhaftet worden, so Reporter ohne Grenzen, «viele nur für Stunden oder wenige Tage, andere für Wochen. Aktuell sind noch mindestens 14 von ihnen im Gefängnis».

Regierungen in allen Teilen der Welt versuchten, «eine unabhängige Berichterstattung über die Corona-Krise und ihre Folgen zu unterdrücken». Mehr als 370 meist kürzere Verhaftungen gab es in Belarus seit der umstrittenen Präsidentenwahl.

Gefahren für die Pressefreiheit

«Die sehr hohe Zahl inhaftierter Journalistinnen und Journalisten weltweit wirft ein grelles Schlaglicht auf die aktuellen Gefahren für die Pressefreiheit», sagte die Vorstandssprecherin der Organisation, Katja Gloger.

«Viel zu viele Regierungen reagieren auf Proteste, Missstände oder eine Krise wie die Covid-19-Pandemie mit Repressalien gegen die Überbringerinnen und Überbringer der schlechten Nachrichten. Hinter jedem einzelnen dieser Fälle steht das Schicksal eines Menschen, dem Strafprozesse, lange Haft und oft Misshandlung drohen, weil er sich Zensur und Repression nicht gebeugt hat.»

22.03.2019, Berlin, Deutschland - Bueroeinweihung bei Reporter ohne Grenzen, ROG. Foto: Katja Gloger, Vorstandssprecherin von Reporter ohne Grenzen, ROG. *** 22 03 2019 Berlin Germany Office inauguration at Reporters Without Borders ROG Photo Katja Gloger Spokeswoman of the Board of Directors of Reporters Without Borders ROG

Seit 2010 ist Katja Gloger geschäftsführendes Vorstandsmitglied der deutschen Sektion der Vereinigung Reporter ohne Grenzen. Bild: www.imago-images.de

Zum Stichtag 1. Dezember sassen dieses Jahr nur zwei Medienschaffende weniger im Gefängnis als zum selben Zeitpunkt 2019, als diese Zahl das dritte Mal in Folge deutlich gestiegen war und mit 389 einen Höchststand erreicht hatte.

Blogger im Iran hingerichtet

Allein die Zahlen inhaftierter Journalistinnen und Journalisten in China (117 Inhaftierte), Saudi-Arabien (34), Ägypten (30), Vietnam (28) und Syrien (27) summieren sich auf 61 Prozent aller Fälle weltweit.

42 der derzeit inhaftierten Medienschaffenden weltweit (11 Prozent) sind Frauen. Das sind 35 Prozent mehr als vor einem Jahr. Besonders viele Journalistinnen (jeweils 4) sitzen in Belarus und im Iran im Gefängnis.

ARCHIV - Der Journalist und Blogger Ruhollah Sam spricht w

Der in Frankreich wohnhafte iranische Blogger Ruhollah Sam wurde letztes Jahr in den Iran gelockt und vor einigen Tagen hingerichtet. Bild: sda

Fünf Journalisten drohte zum Stichtag 1. Dezember akut die Vollstreckung ihrer Todesstrafen: Vier von ihnen sind in der Gewalt von Rebellen im Jemen, den Blogger Ruhollah Sam liess die Justiz im Iran am Samstag (12. Dezember) hinrichten. (saw/sda/dpa)

Mehr dazu:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese Bilder zeigen, wie wichtig Pressefreiheit ist

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Diese Kapitol-Stürmer sitzen jetzt im Knast

So einfach kommen sie nicht davon. Nach dem Kapitol-Sturm vom vergangenen Mittwoch ist es in den USA zu mehreren Festnahmen von Mob-Teilnehmenden gekommen. Bis Freitag haben die Behörden 13 Personen festgenommen, wie die «New York Times» berichtet.

Mehrere Festnahmen werden noch erwartet, während die Ermittelnden die vorliegenden Fotos, Videos und Social-Media-Beiträge untersuchen. Das FBI soll über 40'000 Tipps inklusive Fotos und Videos erhalten haben – Tipps per Telefon nicht dazugezählt.

Bekannt …

Artikel lesen
Link zum Artikel