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Kanada

Schüsse an Schule in Kanada: Polizei informiert zur Tatverdächtigen

Tatverdächtige tötete Mutter und Bruder – die neusten Punkte zum Angriff in Kanada

12.02.2026, 07:4512.02.2026, 11:41

Im westkanadischen Dorf Tumbler Ridge kamen bei Schüssen an einer Schule am Dienstag mehrere Personen ums Leben. Die Polizei hat am Mittwoch nun neue Informationen veröffentlicht – das ist bekannt.

Wie viele Todesopfer gibt es?

Die mutmassliche Schützin tötete laut Polizeiangaben sechs Menschen in der Schule und später sich selbst. Zwei weitere Leichen wurden in einem Wohnhaus gefunden.

Speaker of the B.C. Legislative Assembly Raj Chouhan speaks at a candle light vigil at the front steps of the legislature in Victoria, B.C., on Wednesday, Feb. 11, 2026 in honor of the victims of the  ...
Trauernde mit Kerzen in Tumbler Ridge.Bild: keystone

Anscheinend hängen die Taten miteinander zusammen, denn bei den anderen beiden Opfern handelt es sich der Polizei zufolge um die 39-jährige Mutter und den 11-jährigen Stiefbruder der Tatverdächtigen. Die 18-Jährige soll zunächst ihre Familienangehörigen umgebracht und sich dann auf den Weg zur Schule gemacht haben. Dort fand die Polizei später die anderen Toten – drei Schülerinnen, zwei Schüler und eine Lehrkraft – unter anderem im Treppenhaus und in der Bibliothek der Schule.

Die Polizei hatte zunächst von insgesamt zehn Toten gesprochen, die Angabe aber später auf neun korrigiert. Das Alter der getöteten Schüler wurde zunächst mit 13 bis 17 Jahren angegeben, dann auf 12 bis 13 Jahre korrigiert. Ausserdem war von etwa zwei Dutzend Verletzten die Rede. Mindestens zwei davon seien weiter in kritischem Zustand, hiess es von den Ermittlern. Einige Opfer hätten sich beim panischen Versuch verletzt, sich in der Schule in Sicherheit zu bringen.

Was weiss man zur Tatverdächtigen?

Bei der Verdächtigten handelt es sich um die 18 Jahre alte Jesse Van Rootselaar, teilte die Polizei in der westlichen Provinz British Columbia mit. Sie war selbst eine Bewohnerin der ländlich geprägten Gemeinde Tumbler Ridge.

Police began putting tape out near theTumbler Ridge Secondary School and surrounding buildings in Tumbler Ridge, B.C. on Wednesday, Feb. 11, 2026. (Jesse Boily/The Canadian Press via AP)
Canada Shooti ...
Ein Polizeiwagen in der Nähe des Tatorts.Bild: keystone

«Wir identifizieren die tatverdächtige Person so, wie sie sich selbst öffentlich und in den sozialen Medien identifiziert hat», sagte McDonald. Er könne bestätigen, dass die Verdächtige «als biologischer Mann geboren wurde». Nach seinen Angaben habe die «Transition zur Frau» vor sechs Jahren begonnen. Transmenschen identifizieren sich nicht oder nicht komplett mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeteilt wurde.

Was weiss man zum Motiv?

Über das Motiv hinter der Tat ist weiterhin nichts bekannt. Die Beziehung zwischen der tatverdächtigen Teenagerin und den Opfern sei Teil der Ermittlung, so die Polizei. Einem Sprecher zufolge hatten Einsatzkräfte in den vergangenen Jahren mehrfach die Wohnadresse der Verdächtigen aufgesucht und dabei auch Waffen sichergestellt.

Die Verdächtige verwendete laut Behördenangaben mehrere Schusswaffen. Wie sie an die Tatwaffen gelangt sein könnte, sei bisher aber unklar. Einem Ermittler zufolge waren keine Waffen auf sie registriert.

Der Polizist sprach auch von «psychischen Gesundheitsproblemen» der mutmasslichen Schützin, ohne weitere Details zu nennen.

Was sagt Premier Carney?

Der kanadische Premierminister Mark Carney trat sichtlich berührt vor die Presse und gab bekannt, dass für die kommenden sieben Tage Staatstrauer gelte. Tumbler Ridge, den Schauplatz des Vorfalls, nannte er «eine Stadt von Bergarbeitern, Lehrern, Bauarbeitern, Familien, die dort ihr Leben aufgebaut haben – Menschen, die immer füreinander da waren.»

Prime Minister Mark Carney speaks with photographers as he arrives on Parliament Hill in Ottawa, Tuesday, Feb. 10, 2026.(Adrian Wyld /The Canadian Press via AP)
Canada Carney
Der kanadische Premierminister Mark Carney.Bild: keystone

Gab es schon ähnliche Fälle in Kanada?

Es handelt sich laut kanadischer Medien um den folgenschwersten Vorfall dieser Art an einer Schule oder Hochschule in dem nordamerikanischen Land seit 1989. Damals erschoss ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm.

In Kanada gibt es viel seltener Schusswaffengewalt als im südlichen Nachbarland USA, wo das Problem weitaus grösser ist und auch relativ häufig Schüsse an Schulen fallen. Experten führen das auf die deutlich strengeren kanadischen Waffengesetze zurück. (dab/sda/dpa)

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