International
Kinder

In Spanien ist nur noch geschlechtsneutrale Spielzeugwerbung erlaubt

In Spanien ist nur noch geschlechtsneutrale Spielzeugwerbung erlaubt

Spielzeug «für Buben» oder «für Mädchen» – solche Werbebotschaften werden in Spanien von den Bildschirmen verschwinden. Auch verboten werden stillschweigende Hinweise, wie etwa durch Farbzuweisungen.
02.05.2022, 12:3302.05.2022, 16:15

Mädchen lieben Rosa und spielen mit Puppen, während Jungs Blau bevorzugen und sich über Polizeiautos freuen – solche Klischees werden bald aus den Spielzeugwerbungen in Spanien verschwinden.

Das spanische Verbraucherministerium hat ein Gesetz verabschiedet, welches Stereotypen in der Werbung für Kinderspielzeug verbietet. Der Selbstregulierungskodex umfasst insgesamt 64 ethische Standards, die ein «plurales und egalitäres» Bild von Rollen fördern sollen.

Ab Dezember wird Spielzeugwerbung in Spanien geschlechtsneutral präsentiert.
Ab Dezember wird Spielzeugwerbung in Spanien geschlechtsneutral präsentiert.Bild: keystone

Geschlechtsneutrale Werbung

Spielzeughersteller dürfen keine Werbung mehr produzieren, in denen beispielsweise nur Mädchen mit Puppen spielen und Jungs mit Autos. Das spanische Ministerium will «geschlechtsspezifischen Vorurteilen und Rollen» in der Werbung ein Ende setzen, sagte der spanischen Verbraucherminister Alberto Garzón.

«Wenn in der Werbung der Junge das Action-Spielzeug bekommt und das Mädchen das Baby, um das sie sich kümmern soll, sagen wir ihnen den Job und die soziale Stellung, die wir von ihnen erwarten»
Alberto Garzón

Das neue Gesetz konzentriere sich laut Garzón auf den «Schutz und die Entwicklung kleiner Kinder». Man wolle, dass Kinder schon in jungen Jahren verstünden, dass sie mit dem spielen können, mit dem sie wollen – unabhängig vom Geschlecht.

Tschüss Rosa und Hellblau

Ausserdem vermittle die stereotypische Darstellung von Spielzeug, dass Mädchen das Haus putzten, auf Babys aufpassten und dabei hübsch aussähen. Die Werbung für Jungs hingegen suggeriere, dass sie aktiv und mutig seien. «Wenn in der Werbung der Junge das Action-Spielzeug bekommt und das Mädchen das Baby, um das sie sich kümmern soll, sagen wir ihnen den Job und die soziale Stellung, die wir von ihnen erwarten», so Garzón.

Das Gesetz verbietet unter anderem expliziten Etiketten oder Beschreibungen, die angeben, dass ein Spielzeug für ein bestimmtes Geschlecht bestimmt ist. Weiter sind auch stillschweigenden Hinweise verboten, wie etwa die Farbzuordnung Rosa für Mädchen oder Blau für Jungs.

Spiele haben kein Geschlecht

Die Gesetzesänderung folgt nach dem Aufruf zum Spielzeugstreik (Huelga de juguetes) im vergangenen Dezember. Das Verbraucherministerium hatte eine Kampagne gestartet, um auf die negativen Auswirkungen stereotypischer Werbung aufmerksam zu machen. Unter dem Hashtag #HuelgaDeJuguetes und durch ein animiertes Video riefen verschiedene fiktive Figuren dazu auf, das Bewusstsein zu schärfen. Die Kernbotschaft lautete: «Spiele haben kein Geschlecht».

Kurz vor Weihnachten, am 1. Dezember 2022, soll die Gesetzesänderung in Kraft treten. Der Selbstregulierungskodex richtet sich auf Werbung an Kinder unter 15 Jahren – und soll laut dem spanischen Ministerium auf europäischer Ebene als «Referenz» – respektive als Vorbild – dienen. (cst)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die inneren Werte deines Kindheits-Helden
1 / 22
Die inneren Werte deines Kindheits-Helden
Barbie mit Implantat. Jason Freeny
quelle: http://www.moistproduction.com/
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Zweijähriges Mädchen beeindruckt mit ihren Lese-Skills die TikTok-Community
Video: watson
Unwetter in Italien: Zivilschutz ruft höchste Warnstufe aus
Ein Tief zieht von Spanien kommend über das Mittelmeer auf Italien zu. Für den Nordwesten des Landes werden bis zu 250 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet.
Schwere Unwetter kommen auf Italien zu. Für die Regionen Ligurien, Piemont, Emilia und Romagna, Toskana und Haute-Corse (Oberkorsika) hat der Zivilschutz eine Warnung der höchsten Stufe ausgerufen. In den kommenden 48 Stunden könnten im Nordwesten des Landes bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, einzelne Prognosen rechnen sogar mit 250 Litern.
Zur Story