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Massive Schulschliessungen wegen Gewalt in Zentral- und Westafrika

Massive Schulschliessungen wegen Gewalt in Zentral- und Westafrika

13.09.2023, 17:5413.09.2023, 17:54
Ivory Coast, catholic school IVORY COAST, Abidjan, catholic school, lunch break *** ELFENBEINKUESTE, Abidjan, Stadtteil Koumassi-Remblais, Foyer Marie Dominique von den Soeurs Salesiennes de Don Bosco ...
In den vergangenen vier Jahren habe sich die Zahl der Schulschliessungen aufgrund von Unsicherheit fast verdoppelt. (Symbolbild)Bild: www.imago-images.de

Aufgrund zunehmender Unsicherheit und Terrorismus müssen nach Angaben von Hilfsorganisationen rund 13 200 Schulen in acht Ländern in Zentral- und Westafrika geschlossen bleiben. In den vergangenen vier Jahren habe sich die Zahl der Schulschliessungen aufgrund von Unsicherheit demnach fast verdoppelt; die Bildung von 2.5 Millionen Kindern sei unmittelbar gefährdet, warnten der Norwegische Flüchtlingsrat (NRC), der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Mittwoch in einer gemeinsamen Mitteilung.

Besonders akut sei die Lage im Zentrum der Sahelzone, hiess es. Die Zahl der geschlossenen Schulen habe sich zwischen 2019 und 2023 von 1700 auf knapp 9000 fast versechsfacht. Allein Burkina Faso sei für die Hälfte der in der Region verzeichneten Schulschliessungen verantwortlich, sagten die Organisationen. Im Juli seien dort mehr als 6100 Schulen geschlossen gewesen. «Viele [Kinder] werden gezwungen sein, zu arbeiten, sich bewaffneten Gruppen anzuschliessen oder zu heiraten, was ihre Zukunft zerstören wird», sagte Hassane Hamadou, der NRC-Regionaldirektor in Zentral- und Westafrika.

In einigen Fällen seien Schulen Ziele von Angriffen bewaffneter Gruppen. Zwischen Januar und August seien in Zentral- und Westafrika insgesamt 147 solcher Vorfälle gemeldet worden. In anderen Fällen würden Schulen aufgrund von Zwangsumsiedlungen verlassen oder aufgegeben. Einige Kinder hätten für viele Monate oder sogar Jahre keinen Zugang zu Schulen. Die Zukunft ganzer Generationen von Kindern sei gefährdet, warnten die Hilfsorganisationen.

In zahlreichen Ländern der Sahelzone, die sich von Senegal im Westen bis nach Djibouti im Osten Afrikas zieht, sind zahlreiche bewaffnete Gruppen aktiv, von denen einige der Terrorgruppe Islamischer Staat oder dem Terrornetzwerk Al-Kaida die Treue geschworen haben. Die Regierungen der betroffenen Länder bemühen sich bislang vergeblich, die Dschihadisten zurückzudrängen. In einigen Ländern kontrollieren bewaffnete Gruppen ganze Teile des Staatsgebiets. (sda/dpa)

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