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Babynahrungs-Krise: Militärmaschine fliegt Schweizer Milchpulver in die USA

Mit einer amerikanischen Militärmaschine wurde am Wochenende Nestlé-Babymilchpulver in die USA transportiert. Mit dieser Luftbrücke will US-Präsident Joe Biden Versorgungsengpässe überwinden.
22.05.2022, 18:4322.05.2022, 18:45
Renzo Ruf, Washington / ch media

Mit Säuglingsnahrung aus dem bernischen Konolfingen hofft der amerikanische Präsident Joe Biden die Babymilchpulver-Versorgungskrise zu überwinden, die amerikanischen Eltern seit Wochen Schlaf kostet.

Am Sonntag landete in Indianapolis (Indiana) der erste Flieger der «Operation Fly Formula» – mit 132 Paletten von Nestlé-Säuglingsnahrung aus der Schweiz an Bord.

Leere Regale in Amerikas Supermärkten: Babymilchpulver ist derzeit eine Mangelware. Nun will die US-Regierung mit einer Luftbrücke Abhilfe schaffen.
Leere Regale in Amerikas Supermärkten: Babymilchpulver ist derzeit eine Mangelware. Nun will die US-Regierung mit einer Luftbrücke Abhilfe schaffen.Bild: keystone

Die militärische Luftbrücke, mit deren Hilfe Milchpulver aus Europa nach Amerika geflogen werden sollen, war vorige Woche durch das Verteidigungsministerium ins Leben gerufen worden.

Weil am Wochenende keine zivile Transportmaschine für den ersten Flug zur Verfügung stand, griff das Pentagon kurzerhand auf eine Boeing C-17 Globemaster III der Luftwaffe zurück. Diese wurden am Samstag auf dem Militärflugplatz Ramstein Air Base im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz beladen.

«Keine Auswirkungen» auf den Schweizer Markt

An Bord des ersten Flugs befand sich Säuglingsnahrung für Babys, die eine Kuhmilchproteinallergie haben. Diese Produkte sind aktuell in Amerika besonders schwer zu kaufen Eine Nestlé-Sprecherin sagte, die entsprechenden Produkte aus der Fabrik in Konolfingen würden eigens für den amerikanischen Markt hergestellt. «Es gibt keine Auswirkungen auf die Versorgung anderer Märkte.»

Will heissen: Schweizer Eltern müssen sich nach Angaben der Nestlé-Sprecherin keine Sorgen machen, dass die zusätzlichen Lieferungen in die USA zu Engpässen in Schweizer Läden führen könnten.

Seit Wochen knapp

In den USA, der grössten Volkswirtschaft der Welt, ist Säuglingsnahrung in gewissen Landesteilen seit Wochen knapp. Der Hauptgrund für diese Krise war, dass der führende Anbieter Abbott seine grösste Fabrik für die Herstellung von Milchpulver zu Beginn des Jahres vorübergehend schliessend musste, weil die Gesundheitsbehörde FDA Hinweisen auf Qualitätsprobleme nachging. Mit einem Marktanteil von fast 50 Prozent ist Abbott der dominante Produzent von Milchpulver in den USA. (Der Marktanteil von Nestlé beläuft sich auf weniger als 20 Prozent.)

Abbott-Konzernchef Robert Ford entschuldige sich am Wochenende in einem Gastbeitrag in der «Washington Post» für die Versorgungsprobleme. «Wir entschuldigen uns bei jeder Familie, die wir im Stich gelassen haben.»

(aargauerzeitung.ch)

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38 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hänsel Thunberg
22.05.2022 20:49registriert August 2021
Abgeschotteter Markt und nur wenige Produzenten. Wenn da noch der grösste plötzlich ausfällt, ist das Chaos vorprogrammiert. Lager werden heutzutage ja nicht mehr gehalten, lernt man in der BWL. Sind nur "eingelagerte Löhne" ohne Nutzen... Tja.
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_kokolorix
22.05.2022 19:52registriert Januar 2015
Genau das ist das Problem der Optimierung bis ans Limit. Das betriebswirtschaftliche Optimum ist erst erreicht, wenn man ein Monopol hat und alles in einer Fabrik herstellt. So maximiert man den Gewinn, auf Kosten der Versorgungssicherheit.
Auch in der Natur sorgen Massenphänomene, wie der Lachszug, für gefährliche Abhängigkeiten.
Man könnte das etwas schlauer verwalten, indem man die Marktkonzentrationen früher begrenzt, auch wenn es etwas kostet.
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