International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Colombia's President Juan Manuel Santos signs a modified peace accord with rebels of the Revolutionary Armed Forces of Colombia, FARC, as rebel top leader Rodrigo Londono, known and Timochencko, right, applauds at Colon Theater in Bogota, Colombia, Thursday, Nov. 24, 2016. The original accord ending the half century conflict was rejected by voters in a referendum last month. (AP Photo/Fernando Vergara)

Arbeit getan: Friedensnobelpreisträger Santos beim Unterzeichnen des Abkommens. archivBild: Fernando Vergara/AP/KEYSTONE

Kolumbiens Friedensvertrag ist unter Dach und Fach



Nach über 50 Jahren Konflikt ist der historische Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla beschlossen. Nach dem Senat billigte auch das Abgeordnetenhaus am Mittwochabend (Ortszeit) das Abkommen, das damit nun in Kraft treten kann.

Das Ergebnis lautete: 130 Ja-Stimmen bei keiner Gegenstimme. Allerdings hatten Gegner des Abkommens bewusst nicht an der Abstimmung teilgenommen.

Für Präsident Juan Manuel Santos, dem für seine Bemühungen der Friedensnobelpreis zugesprochen wurde, ist der Friedensvertrag die Krönung seiner politischen Karriere. Er dankte dem Kongress für den «historischen Rückhalt und die Hoffnung auf Frieden für die Kolumbianer».

Milde Strafen kritisiert

Seit 2012 war auf neutralem Boden in Kubas Hauptstadt Havanna verhandelt worden. Ende September wurde eine erste Version im Beisein vieler Staats- und Regierungschefs unterzeichnet. Dann aber lehnte das Volk das Abkommen in einem Referendum am 2. Oktober mit knapper Mehrheit ab.

Schon damals hätte die Zustimmung des Kongresses gereicht, aber Santos wollte den grösstmöglichen Rückhalt. Die Gegner um den früheren Präsidenten Álvaro Uribe kritisierten vor allem zu milde Strafen.

Der Vertrag wurde überarbeitet, Strafregelungen etwas verschärft, zudem soll das Vermögen der Rebellen, die sich über den Drogenhandel finanzieren, zur Entschädigung der Opfer herangezogen werden.

Diesmal ohne das Volk

Beim zweiten Anlauf blieb das Volk aussen vor: Uribes Partei Centro Democrático boykottierte das Votum. Wenn nun alles glattgeht, sollen die 5800 Kämpfer noch in diesem Jahr mit der Abgabe der Waffen beginnen – Hunderte UNO-Blauhelme sollen den Prozess überwachen. (kad/sda/dpa/afp)

Alltag bei den kolumbianischen FARC-Rebellen

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Beobachter 01.12.2016 07:30
    Highlight Highlight Endlich. Ich bin erleichtert. Ich hoffe, dass nun mit dem Übergang alles gut geht und man zudem mit der ELN zu einem ähnlichen Abkommen kommen wird. Das wird Kolumbien einen enormen Schub verleihen. Das Land hat endlos Potenzial. Es ist eines der wenigen Länder, das die drei Kernfaktoren Nahrung, Energie und Wasser komplett in den eigenen Händen haben kann. (ohne Atomstrom notabene). Der Frieden wird nun der Faktor sein, der für den nötigen Schwung und Auftrieb sorgen wird. Die Menschen in Kolumbien haben zu lange gelitten. Niemand verdient diesen Frieden mehr als das kolumbianische Volk.
  • elivi 01.12.2016 07:14
    Highlight Highlight Das jahr endet mit einem wunder
  • Domino 01.12.2016 07:04
    Highlight Highlight Erstaunlich wie 5'800 Kriminelle ein Land von 48'000'000 beeinflussen und terrorisieren können. Bekommen die 0.012% Rebellen im Land bei der neuen Version immer noch minimum 10 der 272 Parlamentssitze (3.7%)? Erstaunlich wie hier wieder gegen demokratische Entscheide vorgegangen wird und sich ausländische Eliten mit dem Friedensnobelpreis eingemischt haben.
    • R&B 01.12.2016 12:37
      Highlight Highlight Mecker mecker mecker...
  • lilie 01.12.2016 06:55
    Highlight Highlight Schön, dass der Friedensvertrag nun doch zustande kommt! Ich hoffe, er bringt das, was sich alle erhoffen. Dazu braucht es aber ein Bemühen von allen Seiten.

    Persönlich finde ich, dass einige tolle Ansätze dabei sind:
    - Die Rebellen sollen als politische Partei Einsitz in der Regierung bekommen
    - Sozialleistungen sollen helfen, den Einstieg in ein normales Leben zu ebnen
    - Das durch Drogenhandel erworbene Geld soll zur Opferentschädigung eingesetzt werden
    - Die Waffen sollen eingeschmolzen und daraus Mahnmale gemacht werden

    http://m.diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/5127355/index.do
  • Wilhelm Dingo 01.12.2016 06:40
    Highlight Highlight Diesmal aber ohne Volksabstimmung, eas für Feiglinge!

Unvergessen

Roger Milla gegen René Higuita – der Alte entzaubert den Irren

23. Juni 1990: Ein Torhüter will der Star der WM werden – und kassiert eines der kuriosesten Tore aller Zeiten. Nach der Partie sagt der Paradiesvogel: «Es war ein Fehler so gross wie ein Haus».

Hätten die Kolumbianer doch auf Max Merkel gehört. Der einstige Bundesliga-Trainer und bissige Polemiker hatte vorgeschlagen, die Kolumbianer sollten René Higuita «einfach am Pfosten anbinden».

Hätten sie es getan, wäre Higuita im Achtelfinale gegen Kamerun nicht in der Verlängerung mit dem Ball am Fuss Richtung Mittellinie gestürmt. Er hätte nicht 20 Meter vor seinem Tor den Ball verloren. Roger Milla hätte den Ball nicht ins leere Tor schiessen können. Es hätte …

Artikel lesen
Link zum Artikel