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Nun soll nur noch auf dem Fussballplatz gekämpft werden.
Nun soll nur noch auf dem Fussballplatz gekämpft werden.
bild: twitter

«FC La Paz»: Warum die Farc-Guerilla einen eigenen Fussball-Club gründet

23.04.2017, 02:4823.04.2017, 03:48

Es wird bereits kräftig trainiert, denn nach der Abgabe aller Waffen wollen bisherige Kämpfer der linken Farc-Guerilla in Kolumbien nun sportlich für Furore sorgen. Nach mehrmonatigen Verhandlungen sei mit der Regierung eine Vereinbarung darüber getroffen worden.

Ein Dokument zur Gründung des Fussballteams «FC La Paz» («FC Frieden») sei unterzeichnet worden, berichtete die Zeitung «El Espectador» am Wochenende. Demnach soll eine Mannschaft des Klubs in der zweiten Liga des Landes an den Start gehen.

Zudem seien eine U-20-Mannschaft und ein Frauenteam geplant. Die Teams sollen sich aus Ex-Kämpfern, Opfern des Konfliktes und Bewohnern der vom Guerillakrieg betroffenen Gemeinden zusammensetzen.

Die Initiative wird von der Organisation «Futbol y Paz» unterstützt und gehe auf eine Idee des früheren Nationalspielers Alfonso Cañón zurück, hiess es. Auch frühere Fussballprofis wie Faustino Asprilla, einer der erfolgreichsten Kicker des Landes, seien als Unterstützer dabei.

Frieden mit Inhalt füllen

Damit soll der Friedensprozess auch sportlich mit Leben gefüllt und die Aussöhnung mit den vom Konflikt betroffenen Menschen gefördert werden. Ex-Guerilleros soll eine Perspektive geboten werden, um dauerhaft dem bewaffneten Kampf abzuschwören.

Die Heimspiele sollen im Stadion «La Paz» in Apulo im Departement Cundinamarca ausgetragen werden, 100 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Bogotá.

Bis Mai sollen alle knapp 7000 Farc-Guerilleros unter UNO-Aufsicht in 26 sogenannten Friedenscamps die Waffen abgegeben haben, bevor sie ein neues Leben beginnen.

Allerdings gibt es Sorgen, dass andere Banden die Kontrolle in bisher von der Farc kontrollierten Gebieten übernehmen könnten, etwa, um den Drogenhandel fortzuführen. Die Farc strebt auch die Gründung einer neuen Partei an.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos erhielt für den Vertrag mit der Guerilla den Friedensnobelpreis. In dem Konflikt in Kolumbien starben seit 1964 über 220'000 Menschen. (sda/dpa)

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