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Peru: 50 Verletzte bei Gedenkmarsch für getötete Demonstranten

Peru: 50 Verletzte bei Gedenkmarsch für getötete Demonstranten

10.02.2023, 06:5710.02.2023, 06:57
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Bei einem Gedenkmarsch für vor einem Monat getötete Demonstranten in Peru ist es zu neuen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen, bei denen etwa 50 Menschen verletzt wurden. Zu den Zusammenstössen kam es am Donnerstag in Juliaca im Süden des Landes, als die Teilnehmer des Gedenkmarsches auf das Gelände des Flughafens vordringen wollten. Auf dem Airport waren genau einen Monat zuvor bei regierungskritischen Protesten 18 Zivilisten getötet worden.

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Peru am 9. Februar. Polizei hinter Demonstrierenden.Bild: keystone

Die Polizei habe am Donnerstag Tränengas eingesetzt, um das Vordringen der Demonstranten auf den Flughafen zu verhindern, berichtete das Gesundheitsnetzwerk der Provinz San Román. Es seien 23 Zivilisten verletzt worden, darunter drei Minderjährige. Die Polizei berichtete ihrerseits auf Twitter, dass bei den Auseinandersetzungen am Flughafen 25 Beamte verletzt worden seien.

Vor den Ausschreitungen waren Familien und Freunde der vor einem Monat getöteten Demonstranten friedlich durch Juliaca gezogen. Unter anderem hielten sie Plakate mit Aufschriften wie «Das vergossene Blut wird niemals vergessen» in die Luft. Zudem wurde auf Schildern in Richtung von Präsidentin Dina Boluarte gefragt: «Wieviele Tote soll es noch geben, bevor Sie zurücktreten?»

Peru wird seit der Amtsenthebung und Verhaftung des linksgerichteten Präsidenten Pedro Castillo am 7. Dezember von Unruhen erschüttert. Dabei wurden mindestens 48 Menschen getötet. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Castillos Nachfolgerin Boluarte sowie die Auflösung des Parlaments, um unverzüglich Neuwahlen abzuhalten. (yam/sda/afp)

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