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Trevor Noah on set during a taping of

Seit 2015 Moderator der «Daily Show»: Trevor Noah. Bild: Evan Agostini/Invision/AP/Invision

Trevor Noah kommt: «Meine Reise in die Schweiz wird surreal»

Seine Geburt war ein Verbrechen, heute ist er ein Weltstar: Satiriker Trevor Noah tritt erstmals in Zürich auf – der Heimat seines Vaters.

yannick nock / schweiz am wochenende



Ein unmögliches Unterfangen ermöglichte ihm eine Weltkarriere: Als Trevor Noah im Herbst 2015 die «Daily Show» vom allseits verehrten Jon Stewart übernahm, prognostizieren nicht wenige das Ende der erfolgreichen US-Satiresendung.

Zwar brachen die Zuschauerzahlen zunächst ein, doch als Trumps Wahlkampf Fahrt aufnahm, fand auch Trevor Noah seine Stimme. Inzwischen gehört er zu den einflussreichsten politischen Satirikern des Landes. In den sozialen Medien werden die Clips aus der«Daily Show» so oft geteilt wie von keiner anderen Sendung.

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Knapp 3 Millionen Views: So analysiert Trevor Noah Trumps Impeachment. Video: YouTube/The Daily Show with Trevor Noah

Doch Noah, 35, spitzbübisches Lächeln, ist mehr als ein TV-Satiriker. Seine Karriere startete er als Stand-up-Comedian. Diese Leidenschaft verfolgt er bis heute. Alle paar Wochen – wenn er Pause von der Sendung braucht – jettet er für seine Auftritte um die Welt.

Egal ob in den USA, Afrika oder halb Europa: Noah füllt die Stadien mit Geschichten, die nur ein Globetrotter erzählen kann – flankiert von fast akzentfreien Sprüchen in der jeweiligen Landessprache.

Der Halbschweizer war noch nie in der Schweiz

Nun tritt Noah erstmals in der Schweiz auf. Im Juni besucht er die Romandie und die Deutschschweiz. Die SEG-Arena in Genf ist bereits ausverkauft, im Zürcher Hallenstadion sind nur noch vereinzelt Plätze frei.

Der Trip ist für Noah etwas Besonderes, denn er ist Halbschweizer. «Meine Reise zu euch wird surreal», sagt er gegenüber der «Schweiz am Wochenende». «Es fühlt sich an, wie nach Hause zu kommen – an einen Ort, an dem ich noch nie war.» Ausser, dass die Schweiz grossartige Schokolade und Uhren anbiete, wisse er nicht viel über das Land. «Umso mehr freut es mich, die Menschen kennen zu lernen.»

1984 als Sohn einer Südafrikanerin und eines Schweizers geboren, verbrachte Noah seine Kindheit in einem Township in Soweto, einer Siedlung in Südafrika. Als Kleinkind durfte er kaum auf die Strasse, denn während der Apartheid war die Beziehung seiner Eltern illegal. Die Behörden hätten ihn jederzeit fremdplatzieren können. «Ich wurde als Verbrechen geboren», sagt Noah deshalb gerne, der auch seine Autobiografie «Born a crime» taufte.

Wenn die Familie doch einmal spazieren ging, musste sein Vater auf der anderen Strassenseite gehen. Klein Trevor winkte Vater Robert dann von weitem zu. «So war das damals», sagt er. Seine Mutter sei wild und impulsiv gewesen, sein Vater zurückhaltend und rational. «Eis und Feuer», sagt Noah. Aufgezogen wurde er aber von seiner Mutter, der Vater verliess die Familie früh. Seine Schweizer Grosseltern hat Noah nie kennengelernt.

Wie sein Vater die Behörden austrickste

Eine Anekdote erwähnt der 35-Jährige dennoch in seinem Buch. Vater Robert führte während der Apartheid ein Restaurant, das sowohl Weissen wie Schwarzen offen stand. Eine Seltenheit. Lokale Behörden und Nachbarn waren verärgert. Weil Robert aber eine Sondergenehmigung besass, suchten die Behörden einen Vorwand, um das Lokal zu schliessen. Sie hofften, Hygienemängel geltend zu machen, doch ihr Vorhaben scheiterte krachend.

«Offenbar haben die Südafrikaner noch nie von den Schweizern gehört», schreibt Noah. Nicht den geringsten Schmutz hätten sie gefunden. «Mein Vater ist sehr schweizerisch: sauber, gewissenhaft, genau. Er ist der einzige Mensch, den ich kenne, der ein Hotelzimmer sauberer hinterlässt, als er es vorgefunden hat.»

Nun freut sich Noah, weiteren Landsleuten zu begegnen. «Manche behaupten, die Schweizer seien sehr ernst, aber davon will ich mir selber ein Bild machen», sagt er. «Ich bringe meine besten Witze mit, das verspreche ich.»

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