International
Libanon

UN beschliessen Aus für Blauhelm-Einsatz im Libanon Ende 2026

UN beschliessen Aus für Blauhelm-Einsatz im Libanon Ende 2026

28.08.2025, 23:4028.08.2025, 23:40
Mehr «International»

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat einer abschliessenden Verlängerung der UN-Mission im Libanon zugestimmt.

Der seit fast fünf Jahrzehnten laufende Blauhelm-Einsatz soll am 31. Dezember 2026 enden und dann innerhalb eines Jahres abgewickelt werden. Diesen Beschluss haben alle 15 Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrats in New York einstimmig gefasst.

Seit 1978 sichern im Rahmen der Unifil-Mission rund 10'000 Blauhelme die Grenze zwischen Israel und dem Libanon. Die sonst routinemässige Verlängerung des Mandats stiess dieses Jahr auf Widerstand von Israel und den USA. Beide drängen auf ein Ende der Mission, vor der Abstimmung im Sicherheitsrat hatte es deshalb Diskussionen über das Enddatum der Mission gegeben.

A French U.N. peacekeeper stands on a hill overlooking Kfar Kila, a Lebanese border village destroyed by Israeli airstrikes and a ground offensive, in south Lebanon, Wednesday, Aug. 20, 2025. (AP Phot ...
Ein französischer Unifil-Soldat im Südlibanon.Bild: keystone

Diskussion um mögliche Instabilität nach zu schnellem Abzug

Frankreich hatte vor einem zu schnellen Abzug gewarnt, da die libanesische Armee noch nicht in der Lage sei, die Grenze allein zu sichern. Kritiker befürchten, die Schiitenmiliz Hisbollah könnte ein entstehendes Machtvakuum für sich ausnutzen. Der US-Gesandte Tom Barrack hatte bei einem Besuch in Beirut am Dienstag bereits angekündigt, dass die USA die Verlängerung eines Unifil-Mandates unterstützen.

Die libanesische Regierung steht vor der Herausforderung, bis zum Ende des Jahres alle Waffen im Staat zu monopolisieren und damit die Hisbollah zu entwaffnen. Diese will aber einer Entwaffnung erst zustimmen, wenn Israel seine Angriffe im Libanon einstellt und die verbleibenden Truppen aus dem Süden des Landes abzieht.

Hezbollah supporters shout slogans during a protest against Tom Barrack, U.S. President Donald Trump's envoy to the Middle East, who was supposed to visit Tyre city in south Lebanon, Wednesday, A ...
Hisbollah-Sympathisanten protestieren gegen den US-Gesandten Tom Barrack.Bild: keystone

Position der Hisbollah im Süden des Libanon gilt als geschwächt

Die Hisbollah im Libanon agierte lange Zeit wie ein Staat im Staat. Sie kontrollierte unter anderem den Süden des Landes. Seit dem Krieg mit Israel im vergangenen Jahr gilt sie als deutlich geschwächt. Unifil unterstützt im Süden des Landes die libanesische Armee und vermittelt zwischen Konfliktparteien. Das libanesische Militär soll im Zuge der Waffenruhevereinbarung die Kontrolle über die Hisbollah-Gebiete übernehmen. Es gilt allerdings als unterfinanziert und schlecht ausgerüstet.

Insgesamt sind Soldatinnen und Soldaten aus mehr als 40 Ländern Teil von Unifil. (rbu/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Der Mann aus Wisconsin, der seinen eigenen Tod vortäuschte
Im Sommer 2024 wurde der 45-jährige Ryan Borgwardt über mehrere Monate für tot gehalten. Die US-Behörden suchten wochenlang nach ihm, bis sie erklärten, dass er verunfallt und dabei verstorben sei. Doch in Wahrheit hatte der Mann aus dem US-Bundesstaat Wisconsin seinen eigenen Tod vorgetäuscht – bei einem Kajak-Ausflug, wie die New York Times berichtet. Der Grund dafür war, dass er über das Internet eine Frau in Georgien kennengelernt hatte und mit ihr ein neues Leben beginnen wollte.
Zur Story