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Nahost-Ticker: Israel greift Hisbollah-Stellungen im Libanon an

Israel greift Hisbollah-Stellungen im Libanon an + Huthi-Minister bei Luftangriff getötet

Die wichtigsten Ereignisse im Nahen Osten in der Übersicht, fortlaufend aktualisiert.
30.08.2025, 22:2531.08.2025, 09:20
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9:14
Israel greift Hisbollah-Ziele im Süden des Libanons an
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben militärische Infrastruktur der Hisbollah-Miliz im Süden Libanons angegriffen. Ziel waren demnach auch unterirdische Stellungen der Hisbollah im Bereich der strategisch gelegenen Kreuzritterfestung Beaufort. Man habe dort «militärische Aktivitäten» festgestellt, hiess es in einer Mitteilung der Armee.

Anwohner berichten von massiven Explosionen

Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von zwei Luftangriffen nahe der Stadt Nabatije. Es gab zunächst keine Berichte zu Opfern. Anwohner berichteten allerdings von massiven Explosionen während der Angriffe.

«Die Existenz der Anlage und die dortigen Aktivitäten stellten einen Verstoss gegen die Verständigungen zwischen Israel und Libanon dar», hiess es in der Mitteilung der israelischen Armee.

Trotz Waffenruhe immer wieder Angriffe

Israel und die Hisbollah hatten sich Ende November nach mehr als einjährigem gegenseitigen Beschuss auf eine Waffenruhe geeinigt. Beide Seiten werfen sich Verstösse vor. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass sich die Hisbollah hinter den Litani-Fluss etwa 30 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze zurückzieht. Die Kreuzritterfestung Beaufort liegt knapp nördlich des Flusses, aber dennoch nahe einem nordöstlichen Ausläufer der israelischen Grenze. (sda/dpa)
19:35
Israels Militär greift ranghohen Hamas-Funktionär in Gaza an
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen hochrangigen Funktionär der islamistischen Terrororganisation Hamas in der Stadt Gaza angegriffen. Es war zunächst unklar, um wen genau es sich handelte. Israelische Medien berichteten jedoch übereinstimmend, Ziel des Angriffs sei der langjährige Sprecher des militärischen Arms der Hamas, der Kassam-Brigaden, gewesen. Dieser ist unter seinem Kampfnamen Abu Obeida bekannt. Er gilt als einer der bekanntesten Vertreter der Hamas. Bei Auftritten und Videobotschaften zeigt er sich nur vermummt.



Das israelische Militär teilte mit, vor dem Luftangriff in der Stadt im Norden des Gazastreifens seien Massnahmen ergriffen worden, um das Risiko ziviler Opfer zu minimieren. Der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz sprach indes von mindestens sieben Toten bei einem Angriff im Westen der Stadt Gaza. Ein Wohnhaus im Rimal-Viertel, das vor dem Krieg als eine wohlhabende Gegend galt, sei angegriffen worden, hiess es weiter. Unter den Trümmern wurden demnach weitere Menschen vermutet.

Die Angaben beider Seiten liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (sda/dpa)
18:52
Propalästinensischer Protest am Rande des Filmfests Venedig
Mehrere Tausend Menschen haben nach ersten Polizeiangaben während der Filmfestspiele Venedig an einer propalästinensischen Demo teilgenommen, die unweit des Festivalgeländes stattfand. Ein Polizeisprecher vor Ort sprach in einer ersten Schätzung von rund 3000 Menschen, sagte aber, dass die genaue Teilnehmerzahl noch unklar sei.



Mehrere Gruppen hatten zu der Demonstration aufgerufen und sich dabei auch darauf bezogen, dass einzelne Gäste des Filmfests Venedig ihrer Ansicht nach die israelische Regierung im Gaza-Konflikt unterstützten. Am Anfang des Protestzugs hielten Teilnehmende ein Schild mit der Aufschrift «Stoppt den Genozid». Teil der Demonstration war die Initiative «Venice 4 Palestine» («Venedig für Palästina»).

Der Nahost-Konflikt ist am Rande immer wieder Thema beim Filmfest.
Im Wettbewerb läuft der Film «The Voice of Hind Rajab», der vom Tod eines fünfjährigen palästinensischen Mädchens im Gazastreifen erzählt. Regisseurin ist die Tunesierin Kaouther Ben Hania, die Premiere ist am 3. September geplant.

Der Goldene-Löwen-Gewinner Giorgos Lanthimos («Poor Things») trug bei Auftritten auf dem Festival einen Anstecker mit den Farben der palästinensischen Flagge.
(sda/dpa)
17:06
Huthi-Ministerpräsident durch israelischen Angriff getötet
Im Jemen sind durch einen israelischen Luftangriff vor wenigen Tagen der Ministerpräsident der Huthi-Miliz und mehrere ihrer Minister getötet worden. Ahmed al-Rahaui und die Minister seien in der Hauptstadt Sanaa zu Tode gekommen, teilte die vom Iran unterstützte Organisation mit. Bei dem Angriff auf eine Versammlung der Miliz seien auch weitere Mitglieder verletzt worden. Die Huthi-Regierung in Sanaa und im Norden des Jemens, den die Miliz seit rund zehn Jahren kontrolliert, werde ihre Arbeit fortsetzen, hiess es.

Die Regierung der Huthi wird international nicht anerkannt. Die Organisation hatte al-Rahaui vor einem Jahr zum Regierungschef ernannt. Er galt wie seine Vorgänger aber als eher symbolische Figur ohne wirkliche Macht. Anführer der Miliz ist Abdel Malik al-Huthi, dessen Bruder die schiitische Organisation vor etwa 30 Jahren gegründet hatte.

Israel hatte am Donnerstag die jemenitische Hauptstadt Sanaa erneut angegriffen. Nach eigenen Angaben griff die israelische Luftwaffe im Raum Sanaa ein «militärisches Ziel des Huthi-Terrorregimes» an. Im Rahmen des Angriffs wurden offenbar auch al-Rahaui und die Minister getötet.

Die Huthi greifen seit Beginn des Gaza-Kriegs vor fast zwei Jahren immer wieder Handelsschiffe und teils auch Israel selbst an – mit dem erklärten Ziel, die Palästinenser zu unterstützen.

Die Huthi bezeichnen sich offiziell als «Ansar Allah» («Unterstützer Gottes») und sind nach Einschätzung von Experten die stärkste Kraft im Jemen, wo seit 2014 ein Bürgerkrieg herrscht. (sda/dpa)
16:12
EU fordert US-Rückzieher bei Visaverbot gegen Palästinenser
Deutschland und die anderen 26 EU-Staaten kritisieren die US-Visa-Sanktionen gegen Repräsentanten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) sowie gegen die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO). «Wir alle fordern nachdrücklich, diese Entscheidung zu überdenken», sagte die EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach einem Aussenministertreffen in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.



Das US-Aussenministerium hatte die Visa-Sanktionen gegen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und zahlreiche weitere Personen und die PLO zuvor bestätigt. Sie könnten zur Folge haben, dass die Betroffenen nicht zur nächsten UN-Vollversammlung nach New York können. Bei ihr wollen mehrere Staaten, darunter Frankreich, Kanada und Australien, im September einen palästinensischen Staat anerkennen.

Ausgenommen von den Visa-Einschränkungen ist laut Mitteilung die offizielle Vertretung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) bei den Vereinten Nationen. Diese hat nur einen Beobachterstatus und ist kein volles UN-Mitglied. (sda/dpa)

Das Wichtigste in Kürze

  • Anfang Juni hat Israel in einem Grossangriff auf Iran Infrastruktur zerstört und hochrangige Mitglieder des Mullah-Regimes getötet. Iran reagierte mit massivem Raketenbeschuss Israels und griff auch mit Drohnen an. Auf beiden Seiten gibt es auch zivile Opfer.
  • Die USA griffen in den Krieg ein und attackierten drei iranische Atomanlagen. Der Angriff galt dem iranischen Atomprogramm, das dadurch einen wohl deutlichen Rückschlag erlitt.
  • Irans Streitkräfte reagierten mit einer symbolischen Vergeltungsaktion und schossen Raketen auf einen grossen US-Stützpunkt in Katar. Allerdings warnte das iranische Militär die USA vor, weshalb es zu keinen Todesopfern und nur geringen Schäden kam.
  • US-Präsident Trump drängte danach auf Frieden. Nach Tagen der Unsicherheit trat eine Waffenruhe zwischen Israel und Iran in Kraft – bislang hält sie.
  • Dennoch bleibt die Lage im Nahen und Mittleren Osten angespannt. Israel greift ununterbrochen in Gaza an, die internationale Kritik nimmt zu. Zudem kam es auch in Syrien zu Konflikten, wo sich Regierungstruppen, drusische Milizen und Beduinen Gefechte lieferten.
Video: watson/sabethvela
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quelle: keystone / abir sultan
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