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Israel-Gaza-Krieg: UN: Untersuchung zum Tod Dutzender Menschen in Gaza

Palestinians arrive in the southern Gaza town of Rafah after fleeing an Israeli ground and air offensive in the nearby city of Khan Younis on Monday, Jan. 29, 2024. Israel has expanded its offensive i ...
Eine Familie im Gaza-Streifen flüchtet vor den israelischen Raketen. Bild: keystone
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UN fordern Untersuchung zum Tod Dutzender Menschen in Gaza +++ Biden drängt auf Feuerpause

Am 7. Oktober attackierte die Hamas Israel und ermordete 1200 Menschen. Israel reagierte mit Bombenangriffen und die Armee drang in den Gazastreifen ein. Alle News im Liveticker.
29.02.2024, 02:0929.02.2024, 19:57
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  • Hamas-Terroristen haben am Samstag, 7. Oktober, einen beispiellosen Überraschungsangriff auf Israel durchgeführt und rund 1200 Zivilistinnen und Zivilisten sowie Soldaten massakriert. Es handelt sich um den grössten Massenmord an Juden seit dem Zweiten Weltkrieg.
  • Über 230 Israelis wurden nach Militärangaben in den Gazastreifen verschleppt und mutmasslich in unterirdischen Tunnelsystemen als Geiseln gehalten.
  • Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden über 28'000 Menschen getötet. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen.
  • In Gaza droht eine Hungersnot.
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21:23
Kolumbiens Präsident Petro: Alle Waffenkäufe aus Israel aussetzen
Kolumbien setzt nach dem Tod Dutzender Menschen bei der Ankunft von Hilfsgütern im Gazastreifen alle Waffenkäufe aus Israel aus. «Beim Betteln nach Lebensmitteln wurden mehr als 100 Palästinenser von Netanjahu getötet. Dies wird als Völkermord bezeichnet und erinnert an den Holocaust, auch wenn die Weltmächte dies nicht wahrhaben wollen», schrieb Staatspräsident Gustavo Petro am Donnerstag auf der Plattform X, ehemals Twitter. Die Welt müsse den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu blockieren, sagte Petro und ordnete die Aussetzung aller Waffenkäufe aus dem Land an.

Sollte Petros Ankündigung wahr werden, würde dies der kolumbianischen Zeitung «El Tiempo» zufolge die nationale Sicherheit Kolumbiens in eine komplexe Situation bringen, da Israel einer der Hauptlieferanten des Landes für militärische Ausrüstung sei.
So handele es sich beispielsweise bei den Kampfflugzeugen der kolumbianischen Luftwaffe um das israelische Flugzeugmodell Kfir. Auch die Basiswaffe der Militär- und Polizeikräfte sei das israelische Galil-Sturmgewehr, das in Kolumbien unter israelischem Patent hergestellt werde.
epa11137572 Colombian President Gustavo Petro (C) speaks during a press conference after a meeting with a visiting delegation of UN Security Council representatives in Bogota, Colombia, 08 February 20 ...
Bild: keystone
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Kolumbien und Israel sind seit der Eskalation des Krieges im Gazastreifen nach der Hamas-Terrorattacke im Oktober letzten Jahres angespannt. Petro hatte die israelischen Angriffe im Gazastreifen bereits mehrfach verurteilt und die Botschafterin in Israel für Konsultationen zurückbeordert. (sda/dpa)
20:36
Netanjahu: Unermüdliche Bemühungen um Freilassung von Geiseln in Gaza
Die israelische Regierung bemüht sich nach den Worten von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unermüdlich, die von der islamistischen Hamas im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freizubekommen. Es sei allerdings zu früh, um zu wissen, ob eine Einigung über die Freilassung von Geiseln und eine Feuerpause im Gaza-Krieg zustande käme, sagte Netanjahu am Donnerstagabend in Tel Aviv.
epa11188992 Smoke rises from the Lebanese village of Blida, southern Lebanon, as a result of an Israeli air strike, as seen from the Israeli side of the border, 29 February 2024. The Israeli military  ...
Bild: keystone
Eine seiner zentralen Forderungen in dem Zusammenhang sei es, eine Liste mit den Namen aller Geiseln zu bekommen, die im Rahmen eines Deals freigelassen würden. Diese habe er bisher nicht erhalten, sagte Netanjahu. Ein Durchbruch in den Verhandlungen und ein Abkommen in den kommenden Tagen seien daher zunächst ungewiss.

Netanjahu betonte zudem, dass die Armee den Krieg gegen die islamistische Hamas bis zum Sieg fortführen werde. «Der internationale Druck auf Israel nimmt zwar immer mehr zu, aber ich habe den enormen Druck, den Krieg zu beenden, zurückgewiesen», sagte Netanjahu. Die israelischen Truppen kämen im Gazastreifen voran und bereiteten sich auf eine Fortsetzung vor. «Denn es wird eine Fortsetzung geben», unterstrich der israelische Regierungschef. (sda/dpa)
20:13
USA nach tödlichem Vorfall in Gaza: Werden auf Antworten drängen
Die US-Regierung steht nach einer Katastrophe mit Dutzenden Toten an einem Hilfsgüterkonvoi in Gaza mit der israelischen Regierung in Kontakt und verlangt Antworten. Es sei das Verständnis der USA, dass eine Untersuchung im Gange sei, sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Matthew Miller, am Donnerstag. «Wir werden diese Untersuchung genau verfolgen und auf Antworten drängen.» Man habe keine gesicherten Erkenntnisse über die Geschehnisse, so Miller. Das Luftbildmaterial zeige, dass die Menschen im Gazastreifen unglaublich verzweifelt seien. «Heute sind zu viele Palästinenser gestorben, und das gilt für zu viele Tage seit dem 7. Oktober.»

Der Vorfall zeige, warum eine schnelle Einigung über eine Waffenruhe und die Freilassung der Geiseln in den Händen der islamistischen Hamas notwendig sei, betonte Miller. Er sagte, dass diese «Tragödie» die Verhandlungen komplizierter machen könne. «Aber wir hoffen, dass dies nicht der Fall sein wird, und wir werden uns sehr dafür einsetzen, eine Einigung zu erzielen.» Die Menschen im Gazastreifen brauchten mehr Nahrung, mehr Wasser, Medikamente und andere humanitäre Güter. «Und sie brauchen das jetzt.» Miller betonte gleichzeitig: «Wenn die Hamas die Waffen niederlegen würde, könnte das alles heute vorbei sein.» (sda/dpa)
19:53
USA: Vorfall mit Dutzenden Toten zeigt Dringlichkeit einer Waffenruhe
US-Präsident Joe Biden hat nach dem Tod Dutzender Menschen bei der Ankunft von Hilfsgütern im Gazastreifen auf eine schnelle Einigung über eine Waffenruhe gedrängt. Biden telefonierte am Donnerstag nach Angaben des Weissen Hauses mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi und dem katarischen Emir Tamim bin Hamad al-Thani. In den Telefonaten hätten alle Beteiligten den Verlust von Menschenleben unter der Zivilbevölkerung bedauert, so das Weisse Haus. Es handle sich um einen «tragischen und alarmierenden Vorfall».
President Joe Biden walks toward Marine One on the South Lawn of the White House in Washington, Thursday, Feb. 29, 2024, for a short trip to Andrews Air Force Base, Md., and then on to Brownsville, Te ...
Bild: keystone
Man sei sich einig, dass dieser Vorfall die Dringlichkeit unterstreiche, die Verhandlungen so bald wie möglich abzuschliessen und die humanitäre Hilfe für den Gazastreifen auszuweiten. Weiter hiess es, dass sich Biden mit dem ägyptischen Präsidenten und dem Emir von Katar mit Blick auf eine Waffenruhe darüber ausgetauscht habe, «wie eine solche längere Phase der Ruhe zu etwas Dauerhaftem ausgebaut werden könnte».

Der Hamas-kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen zufolge sollen bei dem Vorfall am Donnerstag mehr als hundert Menschen getötet und mehrere Hunderte verletzt worden sein. Die israelische Armee hatte mitgeteilt, zahlreiche Anwohner hätten sich um einfahrende Lastwagen mit Hilfsgütern gedrängt, um diese zu plündern. Dutzende wurden demnach etwa durch Rempeleien und Gedränge getötet und verletzt. Den Angaben zufolge wurden zudem auch Menschen von Lastwagen überfahren. Die Angaben liessen sich jeweils zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Mehrere israelische Medien hatten unter Berufung auf Armeekreise berichtet, ein Teil der Menge habe sich aus nicht genannter Ursache den israelischen Soldaten genähert, die die Einfuhr der Lkw koordinierten, und diese damit gefährdet. Als Folge hätten Soldaten das Feuer auf die Gruppe eröffnet.

Der muslimische Fastenmonat Ramadan beginnt um den 10. März. Ob die internationalen Vermittler bis dahin ein Abkommen über einen erneuten Geisel-Austausch aushandeln können, ist ungewiss. Aus den USA und Katar, die zusammen mit Ägypten die indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der islamistischen Hamas ermöglichen, kamen zuletzt verhalten optimistische Signale. (sda/dpa)
19:51
Demonstranten durchbrechen Kontrollpunkt an Grenzübergang nach Gaza
Bei einem Protest am Erez-Grenzübergang zum Gazastreifen haben israelische Demonstranten gewaltsam einen Militärkontrollpunkt durchbrochen und sind in das Gebiet des abgeriegelten Küstengebiets eingedrungen. An dem Übergang nördlich des Gazastreifens hätten sich zuvor etwa 100 Demonstranten versammelt, bestätigte Israels Militär auf Anfrage. Zuvor berichteten mehrere israelische Medien über den Vorfall.

Bei den Demonstranten handelt es sich Medienberichten zufolge um radikale Siedleraktivisten. Sie schafften es demnach rund 500 Meter in den Gazastreifen hinein, bevor sie von israelischen Soldaten gestoppt wurden. Nach Angaben der Armee überwachten Soldaten die Menschen während des Vorfalls im Gazastreifens. Sie wurden schliesslich zurück auf israelisches Gebiet gebracht und an die Polizei übergeben.

Auf Videos in den sozialen Medien war zu sehen ,wie die Demonstranten mit Brettern bestückt eine provisorische Siedlung auf der anderen Seite des Grenzübergangs – aber noch immer auf israelischem Territorium – aufstellen wollten.
Es kam zu harschen Wortgefechten zwischen den Aktivisten und Soldaten, die sie vom Durchqueren abhielten.

2005 hatte sich Israel aus dem Gazastreifen zurückgezogen und mehr als 20 israelische Siedlungen geräumt. Seit Beginn des Gaza-Kriegs fordern radikale Siedleraktivisten erneut verstärkt die israelische Wiederbesiedlung des Gazastreifens. (sda/dpa)
19:50
UN fordern Untersuchung zum Tod Dutzender Menschen in Gaza
Die Vereinten Nationen fordern eine Untersuchung zum Tod Dutzender Menschen bei der Ankunft von Hilfsgütern im Gazastreifen. Das sagte ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres am Donnerstag in New York. «Es wird eine Zeit der Verantwortung geben», fügte Stephane Dujarric hinzu. Mitarbeiter der Vereinten Nationen seien bei dem Vorfall nicht anwesend gewesen, man kenne nicht alle Fakten und sei sich bewusst, dass es unterschiedliche Darstellungen gebe. Der Hamas-kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen zufolge sollen mehr als hundert Menschen getötet und mehrere Hunderte verletzt worden sein. Die ägyptische Regierung warf Israel vor, das Feuer auf die wartende Menge eröffnet zu haben. Auch Saudi-Arabien und Jordanien kritisierten Israel für den Vorfall. Die israelische Armee hatte mitgeteilt, zahlreiche Anwohner hätten sich um einfahrende Lastwagen mit Hilfsgütern gedrängt, um diese zu plündern. Dutzende wurden demnach dabei etwa durch Rempeleien und Gedränge getötet und verletzt.
epa11182790 UN Secretary-General Antonio Guterres delivers his statement during the High-Level Segment of the 55th session of the Human Rights Council at the European headquarters of the United Nation ...
Bild: keystone
«Was uns betrifft, wissen wir nicht genau, was passiert ist und ob Menschen durch israelische Schüsse getroffen wurden und starben, ob sie von einer Menschenmenge niedergedrückt wurden oder ob sie von Lastwagen überfahren wurden», so UN-Sprecher Dujarric weiter. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Vorfall. «Die verzweifelten Zivilisten in Gaza brauchen dringend Hilfe, auch die im belagerten Norden, wo die Vereinten Nationen seit mehr als einer Woche keine Hilfe leisten konnten», hiess es. Ausserdem zeigte sich der UN-Chef «entsetzt» darüber, dass im Gaza-Krieg laut der Gesundheitsbehörde bereits 30'000 Menschen getötet und weitere 70'000 verletzt worden seien. Der UN-Sprecher bekräftigte erneut, dass die Vereinten Nationen davon ausgehen, dass die Zahlen richtig sind. (sda/dpa)
19:36
Israelischer Verteidigungsminister: «Wir kommen der Hamas immer näher»
Israel hält trotz aller Kritik an seiner geplanten Militäroffensive gegen die islamistische Hamas in Rafah im Süden des Gazastreifens fest. «Wir kommen der Hamas immer näher. Wir bereiten uns darauf vor, in Rafah und in den zentralen Lagern zu agieren, um die nächste Phase zu erreichen», zitierte die Zeitung «Times of Israel» am Donnerstag den israelischen Verteidigungsminister Joav Galant. Das Militär bereite seine Aktionen in Rafah und Gebieten im Zentrum des Gazastreifens vor, in denen die Armee bisher nicht operiert habe.
epa02295932 A picture made available on 22 August 2010 shows Israeli army Major General Yoav Galant, Commander of the Israeli Defense Forces (IDF) Southern Command, during a training exercise in south ...
Bild: EPA
In der Stadt Rafah haben nach Schätzungen von Hilfsorganisationen inzwischen 1,5 Millionen Menschen Schutz gesucht – das sind mehr als zwei Drittel der im Gazastreifen lebenden rund 2,2 Millionen Einwohner. Sie kampieren auf engstem Raum unter Plastikplanen oder in Zelten teils am Strassenrand. Ein Angriff auf Rafah könnte den Vereinten Nationen zufolge verheerende Folgen haben.

Galant sagte weiter: «Wir nutzen die Informationen, die wir in den Hamas-Archiven gesammelt haben.» Es gebe riesige Mengen an Informationen, die von den Orten mitgebracht worden seien, die die Armee erreicht habe: Computer, Festplatten, Server und andere Dinge. «All diese Informationen werden entschlüsselt und genutzt, um die Tunnel und die Nervenzentren der Hamas zu zerstören.» Das Tunnelnetz der Hamas «verwandelt sich nach und nach in eine Falle». Er sagte weiter: «Das Ergebnis ist ganz klar: (Die Hamas) wird mit jedem Tag schwächer, wir werden stärker. Wir werden die Schlinge um den Hals der Hamas immer enger ziehen, bis wir sie beseitigt haben.»

Galant bekräftigte, dass der Krieg im Gazastreifen erst dann beendet sein werde, wenn die Hamas zerschlagen sei. Israel werde nur dann Zugeständnisse machen, wenn die Geiseln freigelassen würden. (sda/dpa)
18:53
Weltsicherheitsrat trifft sich wegen Tod Dutzender Menschen in Gaza
Der Tod Dutzender Menschen bei der Ankunft von Hilfsgütern im Gazastreifen beschäftigt den Weltsicherheitsrat. Das mächtigste UN-Gremium sollte noch am Donnerstag (22.15 Uhr MEZ) hinter geschlossenen Türen zusammenkommen. Dem Hamas-kontrollierten Gesundheitsministerium im Gazastreifen zufolge sollen bei dem Vorfall am Donnerstag mehr als hundert Menschen getötet und mehrere Hunderte verletzt worden sein. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die ägyptische Regierung warf Israel vor, das Feuer auf eine wartende Menge eröffnet zu haben. Auch Saudi-Arabien und Jordanien kritisierten Israel für den Vorfall. Die israelische Armee hatte mitgeteilt, zahlreiche Anwohner hätten sich um einfahrende Lastwagen mit Hilfsgütern gedrängt, um diese zu plündern. Dutzende wurden demnach etwa durch Rempeleien und Gedränge getötet und verletzt. Den Angaben zufolge wurden zudem auch Menschen von Lastwagen überfahren. Auch diese Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.

Mehrere israelische Medien hatten unter Berufung auf Armeekreise berichtet, ein Teil der Menge habe sich aus nicht genannter Ursache den israelischen Soldaten genähert, die die Einfuhr der Lkw koordinierten, und diese damit gefährdet. Als Folge hätten Soldaten das Feuer auf die Gruppe eröffnet. (sda/dpa)
18:31
Zwei Menschen bei Anschlag nahe Siedlung im Westjordanland getötet
Bei einem Anschlag nahe einer israelischen Siedlung im Westjordanland sind zwei Menschen getötet worden. Am Donnerstagnachmittag habe ein Terrorist an einer Tankstelle unweit von Eli das Feuer eröffnet, teilte das israelische Militär mit. Der Angreifer konnte demnach vor Ort «neutralisiert» werden. Israelische Soldaten sperrten die umliegenden Strassen und suchen nach möglichen weiteren Verdächtigen in der Gegend.

Die beiden Opfer wurden noch am Tatort von den Rettungskräften für tot erklärt, wie der Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte. Demnach handelt es sich um zwei Männer, die den Angaben zufolge zwischen 20 und 40 Jahre alt sind. Berichte über weitere Opfer oder Verletzte gab es zunächst nicht. In der Siedlung wurde nach dem Anschlag Alarm ausgelöst. Die Sorge besteht, dass sich weitere Bewaffnete in Eli befinden könnten.



Bereits vor mehr als einem halben Jahr kam es unweit von Eli an einer Tankstelle zu einem Anschlag. Vier Menschen wurden dabei getötet und vier weitere verletzt. (sda/dpa)
18:28
Unter Vermittlung Norwegens – Steuergeld erreicht Palästinenserbehörde
Von Israel eingesammelte Steuergelder sind im Rahmen einer Vereinbarung mit Norwegen erstmals wieder an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) geflossen. Wie die norwegische Regierung am Donnerstag mitteilte, wurde eine erste Überweisung gemäss der vorübergehenden Lösung von Israel an Norwegen am Montag getätigt. Dies habe zur Folge gehabt, dass 407 Millionen Schekel (etwa 100 Millionen Franken) von Israel an die Palästinenserbehörde überwiesen worden seien.

Mit weiteren Transaktionen werde in den kommenden Tagen gerechnet. Das Geld sei äusserst notwendig, damit die PA nicht zusammenbreche, die Palästinenser lebenswichtige Dienstleistungen erhalten sowie Lehrkräfte und Gesundheitspersonal bezahlt werden könnten, erklärte der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre.

Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas vom 7. Oktober haben die israelischen Behörden für den Gazastreifen bestimmte Teile der Steuer- und Zolleinnahmen zurückgehalten, die sie für die palästinensischen Behörden einsammeln. Die PA hatte daraufhin die Annahme aller israelischen Überweisungen verweigert, bis Israel seine Entscheidung ändere. Es folgte ein längeres Tauziehen.

Vor anderthalb Wochen hatte Norwegen dann nach langen Verhandlungen bekannt gegeben, dass man sich auf eine vorübergehende Lösung geeinigt habe, bei der das skandinavische Land als Zwischenstation für den eingefrorenen Teil der Gelder dienen solle. Dieser Teil soll auf einem norwegischen Konto bleiben, bis sich die Beteiligten darauf geeinigt haben, dass auch diese Mittel an die PA überwiesen werden können. Gleichzeitig erklärte sich die Palästinenserbehörde dazu bereit, den Rest des Geldes zu erhalten. (sda/dpa)
17:08
Waffenruhe im Gazastreifen laut Biden «wahrscheinlich nicht bis Montag»
US-Präsident Joe Biden rechnet eher nicht mit einer Einigung auf eine Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gaza-Krieg bis Montag. «Wahrscheinlich nicht bis Montag, aber ich bin zuversichtlich», sagte Biden am Donnerstag in Washington auf die Frage einer Reporterin nach einem solchen Deal. Biden zeigte sich kurz vor seinem Abflug an die US-Südgrenze aber weiter optimistisch. Der 81-Jährige hatte Anfang der Woche entsprechende Hoffnungen geweckt und gesagt: «Ich hoffe, dass wir bis kommenden Montag eine Waffenruhe haben werden.»
President Joe Biden walks towards Marine One on the South Lawn of the White House in Washington, Thursday, Feb. 29, 2024, for a short trip to Andrews Air Force Base, Md., and then on to Brownsville, T ...
Bild: keystone
Biden äusserte sich auch knapp zu Berichten über einem Vorfall rund um einen Hilfskonvoi im Gazastreifen am Donnerstagmorgen mit Dutzenden Toten. Er machte auf die Frage nach den Auswirkungen des Vorfalls für eine mögliche Waffenruhe deutlich, dass dieser die Verhandlungen erschweren dürfte. Allerdings sei er nicht über konkrete Details über den Vorfall im Bilde.

Der muslimische Fastenmonat Ramadan beginnt um den 10. März. Ob die internationalen Vermittler bis dahin ein Abkommen über einen erneuten Geisel-Austausch aushandeln können, ist ungewiss. Aus den USA und Katar, die zusammen mit Ägypten die indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der islamistischen Hamas ermöglichen, kamen zuletzt verhalten optimistische Signale. (sda/dpa)
14:40
Über Hundert Tote nach Ansturm auf Hilfsgüter in Gaza
In der Stadt Gaza ist es am Donnerstagmorgen zu Gewalt rund um eine Hilfslieferung gekommen. Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde warf Israels Armee vor, eine Menge angegriffen zu haben, die auf die Hilfsgüter gewartet habe.

Dabei sollen 104 Menschen getötet und 760 verletzt worden sein.
Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Die israelische Armee teilte mit, Anwohner hätten sich um einfahrende Lastwagen mit Hilfsgütern gedrängt und diese geplündert. Demnach wurden dabei Dutzende Menschen durch Rempeleien und Getrampel verletzt. Der Vorfall werde derzeit überprüft.

Mehrere israelische Medien meldeten zudem unter Berufung auf Armeekreise, ein Teil der Menge habe sich schliesslich aus nicht genannter Ursache den Soldaten genähert, die die Einfuhr der Lkw koordinierten, und diese damit gefährdet. Demnach eröffnete das Militär deshalb das Feuer auf die Gruppe. Angaben über Tote und Verletzte gab es laut den Berichten zunächst nicht.

Mehr dazu hier:
(sda/dpa)
11:50
Nun mehr als 30'000 Tote im Gazastreifen
Im Gazastreifen sind nach UN-Angaben seit Beginn der israelischen Militäroffensive inzwischen mehr als 30'000 Menschen ums Leben gekommen.

Die Zahl nannte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, am Donnerstag in einer Sitzung des Menschenrechtsrats. Zuvor hatte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, die Zahl auf der Plattform X genannt.

Weder Türk noch Tedros nannten die Quelle für ihre Information. Eine offizielle Bestätigung der Gesundheitsbehörden im Gazastreifen, die die Zahlen täglich veröffentlichen, gab es zunächst nicht. (sda/dpa)
2:07
UN: Hilfslieferungen aus der Luft für Gazastreifen eine Option
Angesichts der desaströsen humanitären Situation im Gazastreifen schliessen die Vereinten Nationen eine Versorgung der mehr als zwei Millionen Menschen aus der Luft nicht aus. «Im Idealfall wollen wir Dinge über die Strasse bewegen, wir wollen, dass mehr Strassen offen sind, wir wollen mehr offene Grenzübergänge. Aber wie gesagt: für das Welternährungsprogramm WFP bleiben alle Optionen auf dem Tisch», sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Mittwoch in New York auf entsprechende Fragen über Versorgungsflüge für das Kriegsgebiet.

Das Abwerfen von humanitärer Hilfe, das andere Länder wie Jordanien und Frankreich bereits über dem Gazastreifen betreiben, gilt für die Vereinten Nationen als letzter Ausweg, weil es mit technischen Schwierigkeiten und enormen Kosten verbunden ist. Doch gleichzeitig hatte sich die humanitäre Situation im Gazastreifen zuletzt weiter zugespitzt, auch weil viele Lastwagen mit Hilfsgütern nicht ins Gebiet vorgelassen werden. (sda/dpa)
epa11151670 A convoy of lorries on the Egyptian side as Israeli protesters attempt to block the gate at the Nitzana border crossing between Israel and Egypt, in southern Israel, to prevent humanitaria ...
Bild: keystone
2:04
Aktivisten: Israel beschiesst Ziele nahe syrischer Hauptstadt Damaskus
Die israelischen Streitkräfte haben nach Angaben von Aktivisten Ziele in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus angegriffen. Zwei Standorte der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah und proiranische Milizen seien am späten Mittwochabend südlich von Damaskus bombardiert worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mit. Im Umland seien vier heftige Explosionen zu hören gewesen.

Medienberichten zufolge eilten Krankenwagen mit heulenden Sirenen zu den Zielgebieten. Die Beobachtungsstelle teilte mit, die Angriffe hätten zu Todesopfern geführt, nannte aber keine Zahlen. Aus dem syrischen Verteidigungsministerium hiess es indes, dass Luftabwehrsysteme die meisten Raketen abgefangen hätten. Israels Militär wollte sich auf Anfrage nicht zu den Berichten äussern.

Israels Luftwaffe bombardiert immer wieder Ziele im benachbarten Syrien. Israel will verhindern, dass der Iran und mit ihm verbündete Milizen wie die Hisbollah ihren militärischen Einfluss in dem Land ausweiten. Der Iran ist einer der wichtigsten Verbündeten Syriens. Seit Beginn des Gaza-Krieges Anfang Oktober haben die israelischen Angriffe zugenommen. (sda/dpa)
20:51
Ärzte ohne Grenzen: Gesundheitswesen im Gazastreifen bricht zusammen
Angesichts der dramatischen humanitären Lage im Gazastreifen schafft es das medizinische Personal dort nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen (MSF) kaum noch, die Menschen hinreichend zu versorgen. «Das Gesundheitswesen ist angegriffen worden – es bricht zusammen. Das ganze System bricht zusammen», sagte die Generaldirektorin der Hilfsorganisation, Meinie Nicolai, am Mittwoch in einer Videobotschaft auf der Online-Plattform X (vormals Twitter).

Die Menschen würden unter katastrophalen Bedingungen leben, sagte Nicolai. «Sie sind verzweifelt. Sie leben in provisorischen Unterkünften. Es ist kalt. Es gibt nicht genug Essen.» Vor allem der Mangel an Trinkwasser und medizinischer Versorgung verschärfe die Lage. Die Helfer der Organisation würden von Zelten aus arbeiten und Verletzte behandeln. Wegen der mangelhaften hygienischen Zustände hätten sich die Wunden bei vielen Menschen infiziert.

Unterdessen stellte das Krankenhaus Kamal Adwan in Dschabalia im Norden des Küstenstreifens wegen Treibstoffmangels seine medizinischen Aktivitäten ein. Dies verschärfe die Lage noch mehr und führe dazu, dass Tausende Patienten von medizinischer Versorgung abgehalten würden, sagte der Direktor des Krankenhauses Ahmed Kahalot. (sda/dpa)
19:10
Israel meldet Raketenbeschuss aus Libanon
Mehrere Raketen sind nach Angaben der israelischen Armee aus dem Libanon in Richtung Israel abgeschossen worden. Einige von ihnen seien noch im Libanon niedergegangen, die restlichen hingegen auf israelischem Gebiet, teilte das Militär am Mittwoch mit. Im Norden des Landes heulten am Nachmittag demnach die Sirenen. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte.

Zuvor griffen israelische Kampfflugzeuge eine Abschussrampe im Libanon an. Diese sei benutzt worden, um auf die Gegend des Ortes Kiriat Schmona fast unmittelbar an der Grenze zum nördlichen Nachbarland zu schiessen. Bei den Angriffen wurde nach Armeeangaben zudem militärische Infrastruktur der Schiitenmiliz Hisbollah getroffen. Die Hisbollah äusserte sich zu den Vorfällen in der Grenzregion zunächst nicht.

Seit Beginn des Gaza-Krieges nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober kommt es immer wieder zu Konfrontationen zwischen Israels Armee und militanten Gruppierungen wie der Hisbollah in der israelisch-libanesischen Grenzregion. Es ist die schwerste Eskalation seit dem zweiten Libanon-Krieg 2006. (sda/dpa)
12:22
Heftige Rangeleien um Hilfslieferungen im Gazastreifen
Angesichts der grossen Not im Gazastreifen ist es dort einem US-Medienbericht zufolge zu heftigen Rangeleien um Hilfsgüter gekommen.

Aufnahmen des Senders CNN zeigen, wie verzweifelte Männer auch unter Einsatz von Peitschenhieben versuchen, sich aus der Luft abgeworfene Hilfslieferungen zu sichern. Dem Bericht vom Dienstag zufolge schwammen und paddelten Menschen zunächst aufs Meer hinaus, um Güter zu erreichen, nachdem ein Abwurf aus einem Hilfsflugzeug den Angaben nach womöglich sein Ziel verfehlt hatte.

Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist nach fünf Monaten Krieg katastrophal. Die Menschen leiden an Hunger und Durst, weil weder gelieferte Lebensmittel noch Trinkwasser für die 2,2 Millionen Menschen in dem Küstengebiet reichen. Die Menge der Hilfslieferungen hat sich nach UN-Angaben im Februar im Vergleich zum Vormonat halbiert. Vertreter der Vereinten Nationen warnen vor dem Hungertod Tausender Zivilisten.

Nach Angaben des UN-Nothilfebüros OCHA gibt es zudem Anzeichen dafür, dass im Zuge des Kriegs die öffentliche Ordnung im Gazastreifen zusammenbricht. Es gebe Banden, die sich an Hilfslieferungen bereichern wollten, sagte OCHA-Sprecher Jens Laerke am Dienstag in Genf.

OCHA und andere Hilfsorganisationen kritisieren, dass Israel nicht genügend Hilfslieferungen zulässt. Israel wiederum sagt, die Organisationen arbeiteten zu langsam beim Transport und bei der Verteilung der Güter. Vom Welternährungsprogramm WFP hiess es jüngst, die Bedingungen im Gazastreifen liessen humanitäre Lieferungen kaum zu. Helfer würden behindert und Konvois geplündert. (sda/dpa)
12:20
Israel-Flagge bei Basler Synagoge entwendet und angezündet
Die Basler Synagoge, die Grosse Synagoge, das Versammlungs- und Gotteshaus der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB), fotografiert in Basel am Dienstag, 4. Dezember 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Bild: KEYSTONE
Zwei junge Männer haben am Sonntag auf dem Gelände der Synagoge an der Leimenstrasse in Basel eine Israel-Flagge entwendet und angezündet. Eine Sprecherin der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) hat am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA diesen Vorfall bestätigt.

Auf Kameraaufnahmen sei ersichtlich, wie einer der beiden über den Zaun stieg und die Fahne mitnahm. Später sei die Flagge angezündet aufgefunden worden, sagte die Sprecherin weiter. Die IGB habe Strafanzeige gegen die beiden mutmasslichen Täter eingereicht. Sie bestätigte somit Angaben aus einer Interpellation zu diesem Vorfall, die SVP-Grossrat Joël Thüring am Mittwoch eingereicht hatte.

Weder die Staats- noch die Jugendanwaltschaft Basel-Stadt haben bis dato offiziell Kenntnis zu diesem Vorfall. Dies schreibt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage von Keystone-SDA. Sollten bei den Strafverfolgungsbehörden Anzeigen oder Polizeirapporte eingehen, würden diese «umfassend, unabhängig und ergebnisoffen geprüft» und die weiteren notwendigen Schritte eingeleitet. (sda)
11:43
Deutsche Fregatte schiesst Huthi-Drohnen ab
epa11175539 Houthis supporters shout slogans while holding up weapons during a protest against the US and Israel and in support of Palestinians, in Sana'a, Yemen, 23 February 2024. Thousands of H ...
Bild: keystone
Die zum Schutz von Handelsschiffen eingesetzte deutsche Fregatte «Hessen» hat erstmals einen Angriff der aus dem Jemen agierenden Huthi-Miliz im Roten Meer abgewehrt.

Das an der EU-Militärmission «Aspides» beteiligte Schiff schoss dabei kurz hintereinander zwei Drohnen ab, wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in der Nacht zum Freitag mitteilte. Die Abwehrmassnahmen seien erfolgreich gewesen und die Ziele erfolgreich bekämpft worden.

«Auf der Fregatte entstanden keine Personen- oder Sachschäden», so das Einsatzführungskommando. Es war der erste scharfe Waffeneinsatz der Deutschen Marine in dem am Freitag begonnenen Einsatz, der als gefährlichste Marine-Mission in der Geschichte der deutschen Bundeswehr gilt.

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz will mit dem Beschuss von Handelsschiffen im Roten Meer ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen. Der israelische Militäreinsatz ist eine Reaktion auf den Terrorüberfall der islamistischen Hamas am 7. Oktober. (sda/dpa)
11:16
Hamas schiesst Raketen aus dem Libanon auf Israel
Die islamistische Hamas hat eigenen Angaben zufolge am Mittwoch Dutzende Raketen aus dem Libanon auf Israel abgefeuert.

Wie der bewaffnete Arm der Organisation, die Al-Kassam-Brigaden, mitteilte, sollen 40 Raketen auf die Orte Kiriat Schmona und Beit Hillel im Norden Israels geschossen worden sein. Es habe sich um eine Vergeltungsaktion für israelische Angriffe im Gazastreifen und im Libanon gehandelt, die militärischen Einrichtungen gegolten habe, hiess es in der Mitteilung.

Vonseiten des israelischen Militärs hiess es, in Kiriat Schmona sei Luftalarm ausgelöst worden. Etwa zehn Raketen seien über die Grenze vom Libanon nach Israel gelangt. Davon sei eine Reihe erfolgreich abgefangen worden. Als Reaktion seien die Abschussorte im Libanon unter Beschuss genommen worden.

Zudem hätten israelische Kampfflugzeuge ein Waffenlager und andere militärische Einrichtungen der Schiitenorganisation Hisbollah angegriffen. Bereits in der Nacht sei eine Produktionsstätte für Waffen der Hisbollah bombardiert worden. Libanesische Sicherheitskreise bestätigten die israelischen Angriffe.

Die Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen, Joanna Wronecka, zeigte sich besorgt über die jüngsten Auseinandersetzungen im israelisch-libanesischen Grenzgebiet. Sie rief zu einem sofortigen Ende «dieser gefährlichen Gewaltspirale» auf. (sda/dpa)
1:03
Deutsche Fregatte «Hessen» wehrt ersten Huthi-Angriff im Roten Meer ab
Die im Roten Meer zum Schutz von Handelsschiffen eingesetzte Fregatte «Hessen» hat den ersten Angriff der aus dem Jemen agierenden Huthi-Miliz abgewehrt. Das an der EU-Militärmission «Aspides» beteiligte Schiff hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend zwei feindliche Flugziele erfolgreich bekämpft. Es war der erste scharfe Waffeneinsatz der Deutschen Marine in dem am Freitag begonnenen Einsatz, der als gefährlichste Mission der Marine in der Geschichte der Bundeswehr gilt.

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz will mit dem Beschuss von Handelsschiffen im Roten Meer ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen. Der israelische Militäreinsatz ist eine Reaktion auf den Terrorüberfall der islamistischen Hamas am 7. Oktober. (sda/dpa)
ARCHIV - 08.02.2024, Niedersachsen, Wilhelmshaven: Die Fregatte «Hessen» läuft aus dem Hafen aus (zu dpa: «EU-Außenminister beschließen Start von Marineeinsatz im Nahen Osten») Foto: Sina Schuldt/dpa  ...
Bild: keystone
0:51
UN-Vertreter warnen vor Hungerkrise im Gazastreifen
Vertreter der Vereinten Nationen haben im Weltsicherheitsrat vor dem Hungertod Tausender Zivilisten im Gazastreifen gewarnt. 576'000 Menschen in der Region – ein Viertel der Bevölkerung – seien «nur einen Schritt von einer Hungersnot entfernt» sagte Ramesh Rajasingham, ranghoher Vertreter des UN-Nothilfeprogramms Ocha, am Dienstag im mächtigsten UN-Gremium.
epa11149423 A convoy of trucks carrying humanitarian aid supplies for Gaza waits on the main Ismailia desert road, about 300km east of the Egyptian border with Gaza, on its way to the Rafah crossing,  ...
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Unterdessen hätten die Vereinten Nationen grosse Probleme, Hilfsgüter in den durch Israel weitgehend abgeriegelten Gazastreifen zu bringen, wo nach UN-Angaben 1,7 von 2,2 Millionen Menschen in Notunterkünften ausharrten. Carl Skau vom Welternährungsprogramm WFP sagte, die Bedingungen im Gazastreifen liessen humanitäre Lieferungen kaum zu. Helfer würden behindert und Konvois geplündert.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treibt trotz laufender Verhandlungen über eine Waffenruhe eine Bodenoffensive im Gazastreifen voran und lässt humanitäre Hilfe beschränken. Ein möglicher Angriff auf die südliche Stadt Rafah mit mehr als einer Million Zivilisten könnte den UN zufolge verheerende Folgen haben. (sda/dpa)
21:13
EU-Kommissar drängt auf weitere Mittel für UN-Palästinenserhilfswerk
EU-Kommissar Janez Lenarcic hat auf eine weitere Finanzierung des in die Kritik geratenen Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA) gedrängt. «Wir müssen die Risikoumgebung, in der UNRWA tätig ist, anerkennen und dürfen nicht zu kollektiver Bestrafung greifen oder zum weiteren humanitären Zusammenbruch im Gazastreifen beitragen», sagte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement am Dienstag im EU-Parlament in Strassburg.

Das Hilfswerk sei «buchstäblich lebenswichtig» für die Menschen im Gazastreifen und für die Stabilität in der Region unerlässlich. Daher bleibe es von entscheidender Bedeutung, dem Hilfswerk angemessene Mittel zur Verfügung zu stellen, betonte er. «Eine Finanzierungslücke hätte katastrophale Folgen. Es gibt einfach keinen Ersatz für UNRWA.»

16 Länder hatten zuletzt ihre Zahlungen an UNRWA eingefroren. Vorausgegangen waren israelische Vorwürfe, wonach einige Mitarbeiter der Organisation an den Massakern in Israel am 7. Oktober beteiligt gewesen sein sollen. Die EU arbeite konstruktiv mit dem Hilfswerk daran, interne Kontrollen zu stärken und das Personal zu überprüfen, sagte Lenarcic. (sda/dpa)
epa11184492 European Commissioner for Humanitarian Aid and Crisis Management, Janez Lenarcic, speaks during a debate on the 'War in the Gaza Strip, including recent developments related to the IC ...
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15:32
Israels Militär geht weiter gegen Hamas in Gaza-Stadt vor
Die israelischen Streitkräfte haben ihren Einsatz in der Stadt Gaza ausgeweitet. Bodentruppen gingen mit Unterstützung der Luftwaffe im Stadtteil Seitun gegen Kampfeinheiten der Hamas und Einrichtungen der islamistischen Terrormiliz vor, teilte das Militär am Dienstag mit.

Unter anderem stiessen die Soldaten demnach auf eine Waffenmanufaktur, ein Waffenlager, Raketenabschussstellungen und militärische Ausrüstung. Zudem entdeckten sie eine Gruppe von Hamas-Kämpfern in einem Tunneleingang, worauf sie den Schacht zerstörten und die Hamas-Männer töteten. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde meldete derweil, dass in den letzten 24 Stunden infolge der Kampfhandlungen im Gazastreifen 96 Palästinenser getötet und weitere 172 verletzt worden seien. Seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober seien demnach 29 878 Menschen ums Leben gekommen und weitere 70 215 verletzt worden. Die Angaben, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, machen keinen Unterschied zwischen Zivilisten und bewaffneten Kämpfern. Die Behörde verweist aber darauf, dass es sich bei einem hohen Anteil der Opfer um Frauen, Minderjährige und ältere Männer handle.
(sda/dpa)
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