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Israel-Gaza-Krieg: Gaza-Resolution verlangt Ende von Rafah-Offensive

Palestinians displaced by the Israeli air and ground offensive on the Gaza Strip walk through a makeshift tent camp in Rafah, Gaza, Friday, May 10, 2024. (AP Photo/Abdel Kareem Hana)
Ein Zeltlager für Flüchtlinge nahe der Stadt Rafah.Bild: keystone
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Gaza-Resolution verlangt Ende von Rafah-Offensive +++ USA wollen Untersuchungen abwarten

Am 7. Oktober 2023 attackierte die Hamas Israel und ermordete 1200 Menschen. Israel reagierte mit Bombenangriffen und die Armee drang in den Gazastreifen ein. Alle News im Liveticker.
28.05.2024, 22:2529.05.2024, 05:26
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  • Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober 2023 in Israel verübt hatten.
  • Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive, die laut Hamas-Angaben bereits über 30'000 Todesopfer gefordert hat. Es ist nicht bekannt, wie viele Hamas-Kämpfer darunter sind.
  • Bei dem Überfall hatten die islamistischen Terroristen mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt. Mehr als 100 waren bei einem früheren Austausch von Geiseln gegen Palästinenser in israelischer Haft im November freigekommen.
  • Mehr als 120 Geiseln befinden sich nach israelischer Zählung noch in der Gewalt der Islamisten. Dabei ist nicht klar, wie viele von ihnen tot sind.
  • Obwohl der Internationale Gerichtshof in Den Haag Israel angewiesen hat, den umstrittenen Militäreinsatz in Rafah zu beenden, hält Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an der Offensive fest.
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4:46
UN-Sicherheitsrat: Gaza-Resolutionsentwurf verlangt Ende von Offensive
Nach dem verheerenden Luftangriff mit etlichen Todesopfern in einem Flüchtlingslager in Rafah verlangt ein neuer Resolutionsentwurf im Weltsicherheitsrat ein sofortiges Ende der israelischen Militäroffensive. Ausserdem müsse es eine sofortige und von allen Seiten respektierte Waffenruhe im Gazastreifen geben, heisst es in der von Algerien erstellten Beschlussvorlage, die er Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die islamistische Hamas wird zudem zur Freilassung aller Geiseln aufgefordert. Der Text erinnert auch an das Urteil des Internationalen Gerichtshofs, das Israel zuletzt verpflichtete, den Militäreinsatz in Rafah sofort zu beenden.

Mehrere Diplomaten hatten der Deutschen Presse-Agentur nach einem Treffen des mächtigsten UN-Gremiums hinter verschlossenen Türen am Dienstag gesagt, dass einige Ratsmitglieder ein Votum schon am Mittwoch anstrebten. Es wurde gemutmasst, die USA könnten bei einer Abstimmung ein Veto einlegen. (sda/dpa)
4:45
US-Regierung will weitere Untersuchungen zu Rafah abwarten
Die US-Regierung will nach dem tödlichen Angriff auf Rafah am Wochenende weitere Untersuchungen von israelischer Seite abwarten. «Ich habe keinen politischen Kurswechsel zu vermelden», sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, bei einer Pressekonferenz am Dienstag im Weissen Haus. Der Angriff sei gerade erst passiert. Die Israelis untersuchten den Vorfall. «Wir werden mit grossem Interesse verfolgen, was sie bei dieser Untersuchung herausfinden. Und dann werden wir sehen, wie es weitergeht.»

Die US-Regierung halte eine grossangelegte Bodenoffensive in Rafah im Süden des Gazastreifens weiter für falsch. Man betrachte das Vorgehen des israelischen Militärs in der Stadt zum jetzigen Zeitpunkt nicht als eine solche, beobachte es aber sehr genau, sagte Kirby. Er war danach gefragt worden, ob der Verbündete Israel bei dem Angriff eine von US-Präsident Joe Biden angesprochene «rote Linie» überschritten habe. Biden habe deutlich gemacht, dass er, sollte es dazu kommen, in Bezug auf die Unterstützung Israels möglicherweise anders entscheiden müsse, sagte Kirby.
(sda/con)
National Security Council spokesman John Kirby speaks during the daily briefing at the White House in Washington, Tuesday, May 28, 2024. (AP Photo/Susan Walsh)
John Kirby
Bild: keystone
4:43
Weltsicherheitsrat könnte kurzfristig über Rafah-Resolution abstimmen
Nach dem verheerenden Luftangriff auf ein Flüchtlingslager in Rafah könnte der Weltsicherheitsrat kurzfristig über eine Resolution zu Israels Militäreinsatz in dem Gebiet abstimmen. Mehrere Diplomaten sagten der Deutschen Presse-Agentur nach einem Treffen des mächtigsten UN-Gremiums hinter verschlossenen Türen am Dienstag, dass einige Ratsmitglieder ein Votum schon am Mittwoch anstrebten. Der Inhalt des Resolutionsentwurfs unter Federführung Algeriens wurde zunächst nicht bekannt. Es wurde gemutmasst, die USA könnten bei einer Abstimmung ein Veto einlegen. (sda/dpa)
4:43
Nach Rafah-Angriff: Frankreichs UN-Botschafter fordert Taten
Angesichts des weltweiten Entsetzens über den verheerenden Luftangriff mit etlichen Todesopfern in einem Flüchtlingslager in Rafah fordert der französische UN-Botschafter ein Durchgreifen des Weltsicherheitsrates. Um ein Ende des israelischen Militäreinsatzes im Süden des Gazastreifens zu erreichen, dürfe das mächtigste UN-Gremium nicht nur reden, sondern müsse handeln, sagte Nicolas de Rivière am Dienstag in New York vor einer Dringlichkeitssitzung des Gremiums zu dem Thema hinter verschlossenen Türen. «Dies ist eine Frage von Leben, Leben und Tod», so Rivière weiter. Es blieb zunächst unklar, ob es in den kommenden Tagen eine realistische Chance auf eine völkerrechtlich bindende Resolution zum Rückzug Israels gibt. Das israelische Militär hatte bei der Attacke auf ein Lager für Vertriebene am Sonntagabend nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde mindestens 45 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Bei den meisten Toten handelt es sich demnach um Frauen und Minderjährige.

Das israelische Militär hingegen sagte am Dienstag, das Ausmass des tödlichen Vorfalls sei auf ein Feuer zurückzuführen, das in einer nahegelegenen Anlage ausgebrochen sei. Die Armee untersucht demnach auch, ob dort etwa Waffen gelagert wurden, die bei dem israelischen Angriff explodiert und in Brand geraten sind. Angegriffen worden sei eine Anlage der Hamas, hiess es. (sda/dpa)
22:12
Dänemark will Palästina zunächst nicht als Staat anerkennen
Dänemark wird dem Beispiel von Norwegen, Irland und Spanien zunächst nicht folgen und Palästina nicht als eigenständigen Staat anerkennen. Das dänische Parlament stimmte am Dienstag gegen einen solchen Gesetzesentwurf, wie das Aussenministerium auf Anfrage mitteilte. Eine grosse Mehrheit im Parlament lehnte den Vorschlag ab. Der Entwurf wurde im Februar von vier linken Parteien eingebracht, die am Dienstag als einzige für den Entwurf stimmten.

«Die Grundlage für die Anerkennung Palästinas als Staat ist noch nicht gegeben. Voraussetzung dafür ist, dass ein Land die Kontrolle über sein eigenes Territorium und funktionierende Behörden hat, und das ist im Moment nicht der Fall», sagte Aussenminister Lars Løkke Rasmussen, kurz nachdem Norwegen, Spanien und Irland vergangene Woche bekanntgegeben hatten, Palästina anerkennen zu wollen. «Wir behalten uns die Entscheidung für den Tag vor, an dem es einen unumkehrbaren Friedensprozess gibt, der mit Sicherheit dorthin führt, und an dem es sinnvoll sein wird, diese Anerkennung vorzunehmen.» (sda/dpa)
epa11360534 Denmark's Foreign Minister Lars Loekke Rasmussen talks to the media in the Danish Parliament in Copenhagen, Denmark, 22 May 2024. Rasmussen made comments after Norway, Ireland and Spa ...
Bild: keystone
22:09
Islamischer Dschihad veröffentlicht weiteres Geisel-Video
Die Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) hat am Dienstag ein Video eines aus Israel entführten Mannes veröffentlicht. Es war zunächst unklar, wann der rund 30-sekündige Clip aufgenommen wurde. Der junge Mann kündigt darin an, in den kommenden Tagen die ganze Wahrheit darüber zu berichten, was mit ihm und den anderen Geiseln im Gazastreifen geschehen sei. Unter welchen Umständen das Video entstanden ist und ob der Mann unter Druck und Drohungen sprach, war zunächst ebenfalls unklar.

Israelischen Medien zufolge wurde der 28-Jährige zusammen mit seiner Mutter, Grossmutter und seiner Freundin am 7. Oktober aus dem Kibbuz Nir Oz entführt. Die drei Frauen wurden im Rahmen eines Deals zwischen der israelischen Regierung und der Hamas Ende November freigelassen. Der Vater des Mannes wurde Medien zufolge bei dem Massaker am 7. Oktober getötet. Dabei verschleppten Terroristen mehr als 250 Geiseln in den Gazastreifen.

Der PIJ sowie die Hamas haben bereits mehrfach Aufnahmen der aus Israel entführten Menschen gezeigt. Diese Art von Videos wird von Israel als Psychoterror gegen die Angehörigen eingestuft. (sda/dpa)
22:06
Hoffnung für Israels Linke – Arbeitspartei hat neuen Vorsitzenden
Israels oppositionelle Arbeitspartei hat einen neuen Vorsitzenden gewählt: Sieger der Abstimmung ist der frühere Vize-Generalstabschef Jair Golan, wie die sozialdemokratische Partei am Dienstagabend mitteilte. Golan will israelischen Medien zufolge das marginalisierte linke Lager im Land vereinen und sich mit der linksliberalen Meretz-Partei zusammenschliessen. Diese hatte den Einzug ins Parlament bei der vergangenen Wahl verfehlt. Der Arbeitspartei droht Umfragen zufolge ohne den Zusammenschluss bei der kommenden Wahl ein ähnliches Schicksal.

Golan, der laut seiner Partei mit mehr als 95 Prozent der Stimmen gewählt wurde, gilt seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober als Held im Land. Er hatte sich auf eigene Faust ins Gefahrengebiet begeben und half dort vielen Zivilisten, von einem Festival zu fliehen, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen angriffen.

Golans Vorgängerin Merav Michaeli erntete viel Kritik dafür, dass sie einen Zusammenschluss mit der Meretz bei der vergangenen Wahl abgelehnt hatte. Dass die linksliberale Partei die Wahlhürde knapp verfehlte, schadete auch dem Block der Gegner des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, zu dem auch die Arbeitspartei zählt. Golan war einst selbst Meretz-Abgeordneter. (sda/dpa)
21:37
Gaza-Hilfslieferungen über provisorischen US-Hafen ausgesetzt
Die USA stellen Hilfslieferungen für die Menschen im Gazastreifen über die vom US-Militär errichtete provisorische Anlegestelle vorübergehend ein. Der an der Küste verankerte Pier sei bei rauem Seegang schwer beschädigt worden, sagte die stellvertretende Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh am Dienstag in Washington. Die Anlage werde in den kommenden 48 Stunden aus ihrer Verankerung gelöst und nach Aschdod geschleppt, wo das US-Militär Reparaturen vornehmen werde. Die israelische Stadt liegt gut 30 Kilometer von Gaza entfernt.

Die Reparaturen würden mindestens eine Woche dauern, sagte Singh weiter. Danach müsse der Pier wieder an der Küste verankert werden. Die US-Regierung beabsichtige, die Hilfslieferungen über den Seeweg für die Menschen im Gazastreifen wieder aufzunehmen.

Hohe Wellen und stürmische See hatten die vor rund anderthalb Wochen fertiggestellte Anlegestelle bereits am Wochenende beschädigt. Wegen des Seegangs lösten sich vier an der Mission beteiligte US-Militärschiffe aus ihrer Verankerung, wie das US-Militär mitteilte.

Probleme hatte es zuvor auch bei der Verteilung der Hilfsgüter gegeben. Aus dem Pentagon hiess es in der vergangenen Woche, dass einige Lastwagen «abgefangen» worden seien. Es handle sich «um ein Kampfgebiet und eine komplexe Operation», betonte ein Sprecher.

Erstmals waren am 17. Mai Lastwagen mit Hilfsgütern über das Provisorium in den Gazastreifen gelangt. Die Kosten für den Hafen werden vom Pentagon auf rund 300 Millionen US-Dollar (276 Millionen Euro) beziffert. (sda/dpa)
20:33
Deutschland und Frankreich fordern Ende der Offensive in Rafah
Nach Berichten über Dutzende Tote bei der israelischen Bodenoffensive in Rafah im Süden des Gazastreifens haben Deutschland und Frankreich eine Einstellung der Angriffe gefordert. Die Lage in Rafah sei «entsetzlich», sagte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz in Meseberg. «Die israelischen Operationen in Rafah müssen beendet werden.»

Frankreich habe von Anfang an die Angriffe der Hamas auf Israel verurteilt und das Recht Israels auf Selbstverteidigung unterstützt - «aber - wie jede Demokratie - unter Einhaltung des internationalen Rechts, des Völkerrechts», sagte Macron.

Auch Scholz verlangte: «Israel muss bei seinem Vorgehen das Völkerrecht achten.» Der Kanzler nannte den Beschuss eines Flüchtlingslagers mit vielen Toten einen «tragischen Vorfall». Premierminister Benjamin Netanjahu habe eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. «Das ist ebenso wichtig wie nötig», betonte Scholz bei dem Treffen mit Macron im Gästehaus der Bundesregierung nördlich von Berlin.

«Dieser Fall zeigt einmal mehr, weshalb sich Deutschland wie viele andere Länder auch immer wieder gegen eine gross angelegte Bodenoffensive in Rafah ausgesprochen hat - weil es eben keinen ausreichenden Schutz von Zivilistinnen und Zivilisten dort geben kann.» Es sei kein Szenario, keine Variante militärischen Vorgehens dort vorstellbar, «die nicht mit unverantwortlich vielen zivilen Opfern verbunden wäre», betonte Scholz.

Er forderte erneut eine Freilassung der noch immer von der Hamas festgehaltenen Geiseln - aber auch, dass genügend humanitäre Hilfe auf dem Landweg nach Gaza kommen müsse. «Das ist eine Verantwortlichkeit, die Israel hat, das möglich zu machen.» Es gehe hier um eine Dimension von 500 Lastwagen pro Tag, betonte Scholz. Gemeinsam mit Macron machte er sich zudem für eine Zweistaatenlösung als langfristige Perspektive zur Beilegung des Konflikts stark. (sda/dpa)
epa11375932 French President Emmanuel Macron (L) gestures next to German Chancellor Olaf Scholz during a joint press conference at Meseberg Palace in Meseberg near Gransee, Germany, 28 May 2024. Frenc ...
Bild: keystone
18:10
Israels Armee: Sekundäre Explosion möglicher Grund für Rafah-Brand
Das Ausmass des tödlichen Luftangriffs in Rafah vom Sonntagabend ist nach Darstellung der israelischen Armee auf ein Feuer zurückzuführen, das möglicherweise durch die Explosion gelagerter Waffen ausgelöst wurde. Der israelische Militärsprecher Daniel Hagari sagte am Dienstag, die Luftwaffe habe bei einem Angriff auf ranghohe Hamas-Mitglieder zwei kleine - jeweils 17 Kilogramm schwere - Geschosse eingesetzt.

«Unsere Geschosse allein könnten kein Feuer dieser Grösse ausgelöst haben», sagte er. «Etwas anderes» müsse dies verursacht haben. Man gehe von einer möglichen sekundären Explosion aus. Die Armee untersuche auch, ob Waffen in der Nähe des Angriffsorts gelagert und dabei in Brand geraten seien. Bei dem Angriff wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mindestens 45 Menschen getötet.

«Der Vorfall ereignete sich in Tal al-Sultan in einem Gebiet, das mehr als einen Kilometer von der humanitären, sicheren Zone entfernt ist», sagte Hagari. Die Armee habe das Gebiet vor dem Angriff gefilmt, um sicherzustellen, dass keine Zivilisten in der Nähe seien. Es sei dann eine Hamas-Anlage angegriffen worden. Danach sei jedoch ein Feuer in einer nahegelegenen Anlage ausgebrochen.

Hagari sprach von einem «verheerenden Vorfall». Die Untersuchungen liefen noch, es handele sich um erste Erkenntnisse. «Der Brand war unerwartet und unbeabsichtigt, wir haben vor dem Angriff einige Schritte unternommen, um zivile Opfer zu vermeiden. Die Untersuchung solle dazu beitragen, »solche Vorfälle so weit wie möglich zu minimieren«.

Die beiden getöteten Hamas-Mitglieder seien 2011 im Rahmen eines Gefangenen-Tauschs mit der Hamas freigekommen. Sie seien für den Tod vieler Israelis verantwortlich. (sda/dpa)
15:43
Berichte: Wieder Tote bei Angriffen in Rafah
Bei einem weiteren israelischen Angriff in Rafah im Süden des Gazastreifens sollen unbestätigten Berichten zufolge Menschen getötet worden sein. Mediziner in dem palästinensischen Küstengebiet sprachen am Dienstag von mindestens 20 Todesopfern bei einem Angriff im Westen der Stadt. Demnach waren Zelte von Vertriebenen das Ziel. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie prüfe die Berichte.

Das Militär hatte zuvor mitgeteilt, israelische Truppen seien weiterhin im Gebiet von Rafah im Einsatz. Sie unternehmen dabei demnach Anstrengungen, um Schaden an Unbeteiligten zu verhindern. (sda/dpa)
15:34
Auch Irland erkennt palästinensischen Staat an
Nach Norwegen und Spanien erkennt nun auch Irland offiziell einen palästinensischen Staat an. Die Regierung in Dublin beschloss den Schritt am Dienstag rund eine Woche nach der Ankündigung.

«Die Regierung erkennt Palästina als souveränen und unabhängigen Staat an und hat sich bereiterklärt, volle diplomatische Beziehungen zwischen Dublin und Ramallah aufzunehmen», teilte die Regierung mit. Irland erhofft sich davon neue Bewegung für eine Zweistaatenlösung im Nahostkonflikt. Damit ist ein unabhängiger palästinensischer Staat gemeint, der friedlich neben Israel existiert.

«Es geht um die Überzeugung, dass eine Zweistaatenlösung der einzige Weg für Israel und Palästina ist, in Frieden und Sicherheit Seite an Seite zu leben», teilte Irlands Regierungschef Simon Harris mit. Irland will seine Vertretung in Ramallah zur Botschaft hochstufen, den Palästinensern soll das ebenso in Irland möglich sein.

Israels Regierung hatte empört auf die Pläne reagiert und die Botschafter der drei Länder einbestellt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete die Anerkennung Palästinas als «Belohnung für Terrorismus». Harris verteidigte die Anerkennung dagegen als wichtigen Schritt, der ein Signal an die Welt sende, dass man praktische Schritte unternehmen könne, um die Hoffnung und das Ziel einer Zweistaatenlösung zu erhalten in einer Zeit, in der andere versuchten, sie in die Vergessenheit zu bomben, sagte er dem Sender RTÉ.

Es zeichne sich eine neue verabscheuungswürdige Entwicklung ab - dass etwas Grauenhaftes passiere und der Ministerpräsident von Israel sage, es handle sich um einen tragischen Fehler, kritisierte Harris am Dienstagmorgen. Im April sei es der tödliche Angriff auf Mitarbeiter einer Hilfsorganisation gewesen. Im Mai seien nun Kinder getötet worden, die in einem Vertriebenenzentrum Schutz gesucht hätten. «Was wird der tragische Fehler des Junis sein? Und wichtiger: Was wird die Welt nun unternehmen, um das zu verhindern?», fragte Harris. Europa könne und müsse deutlich mehr tun. (sda/dpa)
Ireland's Prime Minister Simon Harris speaks to the media during a press conference outside the Government Buildings, in Dublin, Ireland, Wednesday May 22, 2024. Ireland and Spain have recognized ...
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13:54
Schweizer Parteien sprechen sich für Hamas-Verbot aus
In der Schweiz haben sich die Parteien für das vom Bundesrat vorgeschlagene Verbot der radikalislamischen Hamas ausgesprochen. Der SVP ging der Gesetzesentwurf in der Vernehmlassung zu wenig weit. Die SP forderte Präzisierungen, etwa für eine Mitsprache des Parlaments.

Die Parteien waren sich in der am Dienstag ablaufenden Vernehmlassung einig: Sie wollen die Hamas als Terror-Organisation in der Schweiz verbieten. Das soll Finanzierungs- und Propagandamassnahmen im Land verhindern.

Aus Sicht der Parteien soll das Schweizer Territorium nicht als Zufluchtsort für diejenigen dienen, die den globalen Frieden und die Stabilität gefährden würden. Die SVP sah im radikalen Islam und Terrorismus die «Erzfeinde einer liberalen Rechts- und Gesellschaftsordnung, wie sie die Schweiz kennt». (sda)
Pirmin Schwander, SVP-SZ, links, und Jakob Stark, SVP-TG, rechts, sprechen waehrend der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 28. Mai 2024 im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Ane ...
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11:52
Spanien verkündet Palästina-Anerkennung - «Grenzen von 1967»
Die linke Regierung in Spanien hat die Anerkennung eines Palästinenserstaates noch vor der Billigung durch den Ministerrat in Madrid formell verkündet.

«Dies ist eine historische Entscheidung, die ein einziges Ziel hat: Den Israelis und den Palästinensern zum Frieden zu verhelfen»
, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Dienstag in einer institutionellen Erklärung vor dem Regierungssitz Palacio de la Moncloa. Der Ministerrat sollte die Anerkennung nachmittags auf seiner wöchentlichen Sitzung billigen.


Angesichts der Debatte über die Frage der Grenzen eines Staates Palästina meinte Sánchez, Spanien stehe es nicht zu, «die Grenzen anderer Länder zu definieren». Die Position Madrids stehe aber «voll und ganz im Einklang mit den Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und mit der traditionellen Position der EU». Man erkenne deshalb die Grenzen von 1967 an, die es vor dem Sechstagekrieg gegeben habe. (sda/dpa)
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