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Retired airline pilot Captain Chesley Sullenberger and wife Lorraine Sullenberger, pose for photographers upon arrival at a special screening of the film 'Sully- Miracle on the Hudson' in London, Thursday, Nov. 17, 2016. (Photo by Joel Ryan/Invision/AP)

Chesley Sullenberger und seine Frau Lorraine bei der Londoner Premiere des Films «Sully» im November 2016. Bild: AP/Invision

Pilotenheld Sully flog die 737 MAX im Simulator – es kam nicht gut



Es war eine der spektakulärsten Notlandungen der Geschichte: Vor zehn Jahren war Flugkapitän Chesley «Sully» Sullenberger mit seinem Airbus A320 nach dem Ausfall beider Triebwerke auf dem Hudson River mitten in New York gelandet. Alle 155 Insassen überlebten. Sullenberger wurde als Held gefeiert und die Geschichte von Clint Eastwood verfilmt, mit Tom Hanks in der Hauptrolle.

Am Mittwoch hatte «Sully» einen weiteren Auftritt. Mit anderen Piloten äusserte der 68-Jährige sich bei einer Anhörung im Kongress in Washington zur umstrittenen Boeing 737 MAX. Zwei Maschinen der indonesischen Lion Air und der Ethiopian Airlines sind in den letzten neun Monaten abgestürzt, 346 Menschen kamen ums Leben.

Als Ursache wird ein Software-Problem vermutet. Alle 371 ausgelieferten Maschinen sind seither gegroundet. Sullenberger hat die beiden Unglücksflüge kürzlich in einem Simulator nachgestellt: «Obwohl ich wusste, was passieren würde, erkannte ich, dass die Crews kaum Zeit hatten, um das Problem zu lösen», sagte er vor dem Verkehrsausschuss des Repräsentantenhauses.

Der Pilotenheld vom Hudson übte scharfe Kritik an Boeing und der US-Luftfahrtbehörde FAA: «Die Abstürze belegen, dass das heutige System des Flugzeugdesigns und der Zertifizierung versagt hat.» Es sei offensichtlich, dass die «mangelhafte» Software niemals hätte zugelassen werden dürfen. Flugzeuge dürften keine «ungewollten Fallen» enthalten.

Die Ausbildung müsse auf Notfälle ausgerichtet sein, meinte Chesley Sullenberger. Er verlangte, dass alle Piloten der 737 MAX ein Simulator-Training erhalten, bevor die Maschine wieder abheben darf. Hersteller Boeing findet dies unnötig. Sully aber weiss, wovon er spricht: «Ich gehöre zu der relativ kleinen Gruppe von Menschen, die eine solche Krise durchgemacht haben.»

Die Abstürze haben Boeing in eine schwere Krise gestürzt. Am Dienstag gab es für den gebeutelten Konzern aus Seattle einen Hoffnungsschimmer: An der weltgrössten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris unterzeichnete IAG, der Mutterkonzern von British Airways, eine Absichtserklärung für den Kauf von 200 Maschinen des umstrittenen Typs 737 MAX. (pbl)

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    Alle Leser-Kommentare
  • DrFreeze 20.06.2019 19:44
    Highlight Highlight Egal, die können soviel 737 Max in Betrieb nehmen wie sie wollen, aber in eine solche Kiste werde ich nicht einsteigen
  • Miikee 20.06.2019 18:04
    Highlight Highlight Sobald die wieder eine Zulassung haben, benötige ich eine schwarze Liste für Airlines die so was kaufen bzw. im Sortiment haben.

    Dann schau ich mal zwei Jahre zu wie die so fliegen mit dem neuen Software Update... 🤦🏽‍♂️

    Vertrauen in Boeing und in die FAA ist bei mir momentan sehr tief. Und nicht nur wegen diesem Artikel. Es gibt mittlerweile einige Piloten die sich dazu geäussert haben.
  • Heinzbond 20.06.2019 17:53
    Highlight Highlight Das passiert wenn man den hersteller einer Sache gleich zum Kontrolleur und Gesetzgeber macht...
  • My Senf 20.06.2019 17:16
    Highlight Highlight Ja hab bissel Zeit ...
    „Zwei Maschinen der indonesischen Lion Air und der Ethiopian Airlines“
    Sollte es nicht „je eine“ heissen?
    • balzercomp 20.06.2019 19:24
      Highlight Highlight Wäre sicher besser, ist aber nicht wirklich falsch.
    • Kaspar Floigen 21.06.2019 09:46
      Highlight Highlight Ist aber schon verwirrend. Ich habe das vorher verstanden als "zwei Maschinen der Lion Air und einer der Ethiopian Airlines". Danke für die Klarstellung.
  • Nelson Muntz 20.06.2019 17:15
    Highlight Highlight Sully‘s Airbus steht im Fliegermuseum von Charlotte/NC
    Benutzer Bild
    • *sharky* 20.06.2019 19:29
      Highlight Highlight Sully for President!

      P.S. damit die US of A nicht absaufen
  • what's on? 20.06.2019 17:13
    Highlight Highlight Gerne zitiere ich mich selbst: Warum schreibt ihr nicht, dass der drohende Strömungsabriss überhaupt erst wegen der neuen Konstruktion der grösseren und anders positionierten Triebwerke auftritt - und dass die Software nur ein Quick-Fix ist? Statt das Problem anzugehen, wird einfach ein Symptom behoben. Und das soll OK sein?
    -> siehe https://www.watson.ch/international/mobilit%C3%A4t/750026349-nach-boeing-pannen-steuerungssystem-stand-schon-2018-in-kritik
    • Rasti 20.06.2019 18:22
      Highlight Highlight Weil überall gebastelt wird. Der A320 hat auch Computer, die eingreifen können.

      Wenn du in einem Industriebetrieb arbeitest geh mal in die Produktion zu einem Arbeiter und frag ihn, was er basteln musste. Am besten sieht man das in der Elektromontage bei den Schaltschränken.
    • Hochen 20.06.2019 20:33
      Highlight Highlight Rasti sorry aber Sie haben keine Ahnung!
    • Genti 20.06.2019 20:43
      Highlight Highlight Auf reddit gibt es es einen ausführlichen Artikel über die wirtschaftlichen Gründe, welche Boeing dazu getrieben hat dieses Flugzeug so zu bauen wie es heute steht.
      Die Triebwerke mussten weiter nach hinten genommen werden, weil die Boeing tiefer liegt als das äquivalent zu Airbus. Airbus hatte daher nicht die aerodynamischen Probleme zu lösen. Aber der Erfolg der Europäer nötigte sie dazu zu schnell zu handeln.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 20.06.2019 16:45
    Highlight Highlight "«Die Abstürze belegen, dass das heutige System des Flugzeugdesigns und der Zertifizierung versagt hat.» Es sei offensichtlich, dass die «mangelhafte» Software niemals hätte zugelassen werden dürfen."

    Dazu "Uncle" Bob Martin (interessant ab 55:40) über die Zukunft von Software-Entwicklung in einem Vortrag aus dem Jahr 2016:

    "We [the software developers] are killing people. And this is only getting worse and worse and worse."
    -Bob Martin, The Future of Programming (1:13:05).
    Play Icon
    • Alpaka 8 20.06.2019 17:10
      Highlight Highlight Nun mal nur nicht schwarzmalen. Software kann auch sehr viele Leben retten! (z.B. im Spital, Zugssicherung, Wettermodelle etx.)
    • Ueli der Knecht 20.06.2019 17:43
      Highlight Highlight "Software kann"?
      "Software könnte".
      Konjunktiv. Alpaka 8.

      "Das heutige System des Designs und der Zertifizierung hat versagt."
      (Sully)

      Design wurde kurzerhand abgeschafft. Agile Software-Entwicklung gestaltet im anthroposophischen Hundertwasser-Stil. Drauflos-Programmieren ins Himmelblaue nach dem Konzept Versuch und Irrtum.

      Und die Zertifizierungs-Stellen überprüfen im Auftrag der Hersteller in der Regel nur das Vorhandensein von Dokumenten, die irgendwelche Untergebene unterzeichnen mussten, damit sie ihren Job behalten.

      Uncle Bob erklärt gut, wie das zum "wir töten Menschen" wird.
    • bokl 20.06.2019 18:23
      Highlight Highlight (Wir) Software-Entwickler können nie Schuld sein. Entweder war die Spezifikation mangelhaft oder die Tester haben geschlampt...

      😇
    Weitere Antworten anzeigen
  • hifish 20.06.2019 16:42
    Highlight Highlight Ein Airbus-Pilot der über Boing lästert. Ist in etwa so wie wenn ein Apple-Fanboy über Android herzieht.
    • 19_Invictus_21 20.06.2019 17:05
      Highlight Highlight Genau, weil ein Airbus Pilot niemals Boeing fliegen kann und umgekehrt. Die meisten Piloten wechseln mehrmals den Flugzeugtypen in Ihrer Karriere und nicht selten auch den Hersteller. Dazu war Sully CRM instruktor.

      Und zu guter letzt, was interessiert einen Piloten die Marke wie bei einem Smartphone? Ein Fehler im iPhone bringt dich wahrscheinlich nicht um..
    • Glenn Quagmire 20.06.2019 17:14
      Highlight Highlight Oder ein Androidler mit Komplexen gegenüber Apple auf Watson einen Kommentar zu Flugzeugen schreibt.
    • peeti 20.06.2019 17:18
      Highlight Highlight pha, wie wenn ein Boeing-Pilot in dieser Angelegenheit vertrauenswürdiger wäre. Im Gegenteil.
      Ich glaube es macht Sinn, auf die Fakten zu schauen. Und die sprechen gegen Boeing.
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