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Trump droht der EU und China bereits mit neuen Zöllen

Gemachte Deals scheinen wertlos: Trump droht der EU und China bereits mit neuen Zöllen

Trump droht China und Europa mit neuen Strafzöllen, wenn sie seinen Wünschen nicht entsprechen.
27.08.2025, 05:2527.08.2025, 09:44
Niklaus Vontobel / ch media
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Zölle sind für US-Präsident Donald Trump zu einem Lieblingsspielzeug geworden, von dem er nicht lassen kann – egal, wie gross das damit einhergehende Chaos auch ist. Erst vor Kurzem hat sich Trump mit der Europäischen Union (EU) auf einen neuen Handelsdeal geeinigt. Nun droht er ihr und ihren Mitgliedsländern schon wieder mit neuen Strafzöllen.

epa12324958 United States President Donald J Trump participates in a Cabinet Meeting in the Cabinet Room of the White House in Washington, DC, USA, 26 August 2025. EPA/AARON SCHWARTZ / POOL
Wie viel eine Vereinbarung mit Donald Trump wirklich wert ist, ist umstritten.Bild: keystone

Auf seiner Plattform Truth Social postete Trump in seinem typisch schrillen Stil, als Präsident der USA werde er sich wehren gegen Länder, welche «unsere» unglaublichen Tech-Unternehmen angreifen. Deren Digitalsteuern seien allesamt darauf angelegt, diesen zu schaden oder sie zu diskriminieren. Trump fordert: «Das muss enden und zwar jetzt!»

Alle Versprechen brechen, die die USA gemacht haben

Er, Trump, warne hiermit alle Länder mit solchen oder ähnlichen Steuern: Wenn sie ihre diskriminierenden Steuern nicht aufgeben würden, werde er zusätzliche Zölle auf ihre Exporte in die USA erheben oder ihnen den Zugang zu US-Technologie verwehren.

Trump schloss mit wildem Geschimpfe und einer letzten Drohung: Die USA und ihre Tech-Unternehmen seien weder das Sparschwein noch der Fussabtreter der Welt. «Zeigen Sie Respekt oder tragen Sie die Konsequenzen!» Trump scheint damit an seiner Strategie festzuhalten, bei welcher er Ausländern die Schuld gibt für alle Missständen in den USA.

Der UBS-Ökonom Paul Donovan spricht in diesem Zusammenhang von der «Sündenbock-Ökonomie», bei der einzelne Gruppen verantwortlich gemacht werden für die wirtschaftliche Unsicherheit. Trump verfahre nach der Devise: «Es ist alles die Schuld der Ausländer».

Die USA, die ehemalige Hüterin des Welthandelssystems, ziehe sich vollständig aus diesem System zurück. Das sagt Richard Baldwin, Ökonom an der Lausanner Managementschule IMD, über Trumps Handelspolitik. Im Interview mit dem Magazin «Die Volkswirtschaft» sagt Baldwin über die Trump-Zölle:

«Es ist der Versuch, alle Regeln zu ignorieren und alle Handelsversprechen zu brechen, welche die USA jemals gemacht haben.»

Ende des Handels mit China in Kauf genommen

Diese Politik schien Trump bei einem Treffen mit Südkoreas Präsident Lee Jae Myung fortzusetzen. Bei dieser Gelegenheit drohte er China mit Strafzöllen von bis zu 200 Prozent, falls Peking nicht zuverlässig Magnete aus seltenen Erden liefere. «Sie müssen uns Magnete geben». Andernfalls müsse man «200 Prozent Zoll oder so etwas» erheben.

Offenbar würde Trump dafür auch einen Zusammenbruch des China-Handels in Kauf nehmen – oder zumindest tat Trump so:

«Wenn wir 100 Prozent, 200 Prozent Zölle erheben, dann würden wir überhaupt keinen Handel mehr mit China treiben. Das wäre auch in Ordnung, wenn es sein müsste.»

Seltene Erden sind Metalle, die für viele moderne Geräte gebraucht werden – für Handys, Windräder, Elektroautos oder Waffen. Besonders wichtig sind daraus hergestellte Magnete. China ist bei der Förderung und Verarbeitung dieser Rohstoffe führend, die USA sind auf Importe angewiesen. Peking hatte im Handelskonflikt die Ausfuhr der Metalle und Magnete beschränkt. (Mit Material der dpa) (aargauerzeitung.ch)

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320 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rumpelstilz aka Motzbrocken
27.08.2025 05:48registriert November 2023
Lasst ihn doch! Erhebt dieselben Zölle auf allen Ami Produkten. Treibt Steuern bei den grossen Tech Konzernen ein. Friert die Vermögen der Amis ein. Schlicht: Ignorieren. Es sind 400 Mio Amis gegen 8,6 Milliarden…. warum kuschen alle? Brauchen wir diesen Faschisten? Nein.
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Ronnia88
27.08.2025 05:37registriert Februar 2024
Mit China überschätzt sich DT massiv. Die haben den längeren Atem. Das fliegt ihm um die Ohren.
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N. Y. P.
27.08.2025 05:45registriert August 2018
«Sie (China) müssen uns Magnete geben»
Klein Donald

Ach Donald, ich kaufe dir ein paar Magnete in der Migros mit Pinguinen und Mickey Mouse Figuren. Schicke sie dir rüber. Du musst dann halt noch 39% Zoll drauf zahlen. Einen Schnuller schicke ich noch mir.
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