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A Metropolitan police officer separates a protester (R) from a member of the Turkish security detail in front of the Brookings Institute before the arrival of Turkish President Recep Tayyip Erdogan in Washington, March 31, 2016. REUTERS/Joshua Roberts

Ein Leibwächter aus Erdogans Sicherheitstrupp droht einer Demonstrantin. Ein US-Polizist hindert sie daran, auf den Security-Mann loszugehen. 
Bild: JOSHUA ROBERTS/REUTERS

Tumulte bei Staatsbesuch in Washington: Erdogans Leibwächter zoffen sich mit Demonstranten



Die USA zeigen sich immer wieder besorgt über den Stand der Pressefreiheit in der Türkei. Bei einer Rede in Washington weist der türkische Präsident das zurück. Vorher soll es zu Rangeleien seiner Sicherheitskräfte mit Journalisten gekommen sein.

A protester (L) yells at a member of the Turkish security detail in front of the Brookings Institute before the arrival of Turkish President Tayyip Erdogan in Washington, March 31, 2016. REUTERS/Joshua Roberts

Offenbar kommt es immer wieder zu lautstarken Auseinandersetzungen der Leibwächter Erdogans (hier einer rechts im Bild) mit Demonstranten.
Bild: JOSHUA ROBERTS/REUTERS

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in den USA Vorwürfe zurückgewiesen, Journalisten würden in seinem Land unter Druck gesetzt. «In den türkischen Gefängnissen sitzen keine Journalisten, die aufgrund ihres Berufes oder dem Recht auf Meinungsfreiheit verurteilt wurden», sagte er am Donnerstag bei einem Auftritt im Brookings-Institut in Washington. Sie sässen im Gefängnis, weil sie Mitglieder einer terroristischen Vereinigung seien.

«Ich habe gesehen, dass Leute draussen auf der Strasse geschrien haben. Sie haben geschrien, aber sie wissen nicht, was wirklich in der Türkei passiert.»

Erdogan in seiner Rede in Washington

Regierungskritische Journalisten haben in der Türkei einen immer schwereren Stand. Die USA hatten sich in den vergangenen Wochen wiederholt besorgt über den Druck der türkischen Regierung auf die Medien des Landes gezeigt.

Chaotische Szenen

Vor dem Brookings-Institut versammelten sich Demonstranten. Es soll zudem zu Rangeleien zwischen türkischen Sicherheitskräften und Journalisten gekommen sein. Reporter vor Ort berichteten von chaotischen Szenen.

Ein Journalist sei von türkischen Sicherheitskräften abgeführt worden, ein anderer sei getreten worden, schrieb der Reporter Yochi Dreazen vom «Foreign Policy Magazine» im Kurznachrichtendienst Twitter. Einem Kameramann hätten sie verboten, Filmaufnahmen zu machen.

Erdogan erwähnte die Proteste in seiner Rede: «Ich habe gesehen, dass Leute draussen auf der Strasse geschrien haben. Sie haben geschrien, aber sie wissen nicht, was wirklich in der Türkei passiert.»

Der stellvertretender Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Ben Rhodes, sagte, man wisse von den Berichten. Das Weisse Haus trete nachdrücklich für Pressefreiheit in jedem Land ein, inklusive der Türkei, sagte er.

«National Press Club» alarmiert

Der «National Press Club», eine Vereinigung von Journalisten in Washington, zeigte sich alarmiert. «Der türkische Präsident und sein Sicherheitspersonal sind Gäste in den USA», erklärte Präsident Thomas Burr. Sie hätten kein Recht, gegen Journalisten oder Demonstranten vorzugehen.

A police officer tries to move a pro-Erdogan protester to her corner in front of Brookings Institution in Washington, Thursday, March 31, 2016, where Turkish President Recep Tayyip Erdogan was speaking. (AP Photo/Sait Serkan Gurbuz)

Es gab auch Proteste für Erdogan in Washington.
Bild: AP/FR171401 AP

Erdogan hält sich derzeit zu einem Gipfel für nukleare Sicherheit in der US-Hauptstadt auf. Er und Obama sollten am Abend bei einem Essen Gespräche führen. Es handelt sich nach Rhodes Angaben aber nicht um ein bilaterales Zusammentreffen.

Geostrategisch ist die Türkei für die USA ein wichtiger Partner, auch und gerade vor dem Hintergrund des Krieges im Nachbarland Syrien und des Kampfes gegen den «Islamischen Staat».

Am Freitag sollte in Istanbul der Prozess gegen die regierungskritischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül fortgesetzt werden. Beim Auftakt am vergangenen Freitag waren der deutsche Botschafter Martin Erdmann und andere Diplomaten anwesend gewesen. Erdogan hatte das scharf kritisiert. (sda/dpa)

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