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Polizisten brechen Einwanderin das Genick – brutale Festnahme in Tulum erschüttert Mexiko



Nun hat auch Mexiko seinen Fall George Floyd: Eine 36-jährige Einwanderin starb bei einer Festnahme im Urlaubsort Tulum. Gemäss einer ersten Untersuchung wurde ihr Genick gebrochen.

Die vier beteiligten Beamten hätten bei ihrer Festnahme unverhältnismässige Gewalt angewendet und seien wegen des Verdachts auf Femizid – also Mord an einer Frau wegen ihres Geschlechts – festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Quintana Roo am Montag mit.

Der Bruch zweier Halswirbel habe laut Autopsie den Tod der Frau aus dem mittelamerikanischen Land El Salvador verursacht.

Gemäss der mexikanischen Zeitung «el pais» ereignete sich der Vorfall, nachdem die Polizei einem Anruf wegen «Störung auf öffentlicher Strasse und Aggression gegenüber Arbeitern und Passanten» gefolgt war. Nach Aussagen der Polizei sei ihr aggressives Verhalten für die harte Polizeiverhaftung verantwortlich gewesen. Der Polizeichef der Karibikstadt wurde entlassen.

Am Wochenende waren Videos des Vorfalls vom Samstag in Medien und sozialen Netzwerken verbreitet worden. Darin ist zu sehen, wie die Frau neben einem Streifenwagen mit verbundenen Händen auf dem Bauch auf der Strasse liegt. Zwischenzeitlich kniet eine Polizistin auf ihrem Rücken. Man hört die Frau schreien.

Später legen Polizisten ihren inzwischen regungslosen Körper auf die Ladefläche eines Pickup-Wagens. Das Opfer war nach mexikanischen Medienberichten 36 Jahre alt und lebte als Flüchtling in Mexiko. Die Frau kam ursprünglich aus El Salvador und war alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern.

In Tulum fanden sich bereits Menschen zusammen, um gegen den Tod Victoria Salazars zu demonstrieren. Vor dem Rathaus legten sie sich auf den Boden und riefen: «Viktoria, escucha: esta es tu lucha» (Victoria, hör zu: Das ist dein Kampf)

Auf Twitter sind weitere Videos zu sehen, auf denen mehrheitlich Frauen durch die Strassen marschieren und nach Gerechtigkeit verlangen. Victoria sei nicht gestorben, sondern von der Polizei ermordet worden, rufen sie, während sie Blumen und beschriftete Schilder in die Höhe halten.

Der Fall sorgte auch wegen Ähnlichkeiten mit dem Tod von George Floyd im vergangenen Mai bei einem Polizeieinsatz in den USA für Aufsehen. Videos zeigten damals, wie der weisse Polizist Derek Chauvin fast neun Minuten lang auf dem Nacken des Afroamerikaners Floyd kniete. Der Mordprozess gegen Chauvin begann am Montag in Minneapolis.

Der Mordprozess im Fall George Floyd:

«Sie wurde brutal behandelt und umgebracht», sagte Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador am Montag über die Frau in Tulum. Sein Kollege in El Salvador, Nayib Bukele, forderte eine harte Bestrafung der Verantwortlichen.

Rund ein Zehntel der durchschnittlich knapp 100 Mordopfer, die Mexiko pro Tag verzeichnet, sind Frauen. Auch Fälle übermässiger Gewaltanwendung durch Sicherheitskräfte sind keine Seltenheit. (saw/sda/dpa)

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Proteste in Minneapolis

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Proteste in Minneapolis
quelle: keystone / john minchillo
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