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Weniger als im Dezember – mehr als im Vorjahr: Seit Jahresbeginn sind 77'000 Flüchtlinge in Griechenland gestrandet



Wenige Tage vor Beginn des NATO-Einsatzes gegen Schlepper in der Ägäis dauert der Flüchtlingszustrom aus der Türkei nach Griechenland an. Seit Jahresbeginn bis zum 13. Februar setzten fast 77'000 Migranten aus der Türkei auf die griechischen Inseln in der Ägäis über.

Dies teilte das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Montag mit. Die meisten der Flüchtlinge waren demnach Syrer. In den ersten zwei Monaten des Vorjahres waren nur gut 4500 Migranten angekommen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IMO) kamen in der Ägäis seit Jahresbeginn mindestens 320 Migranten ums Leben.

Rückgang wegen schlechten Wetters

Mit dem Winter ist die Zahl der Migranten aus der Türkei in Griechenland gesunken. Im Oktober 2015 hatten mehr als 211'000 Menschen von der türkischen Ägäisküste auf griechische Inseln übergesetzt, im November mehr als 151'000 und im Dezember mehr als 108'000.

Der Rückgang wird von der griechischen Küstenwache auf die schlechten Wetterbedingungen zurückgeführt. «Wir sind nun gespannt, was im Frühling passiert», sagte ein auf Chios stationierter Offizier der Küstenwache der Nachrichtenagentur DPA.

Zweiter Hotspot fertig

Auf Chios wurde derweil das zweite von fünf Registrierzentren für Migranten in Griechenland fertig. Dies teilte am Sonntagabend die halbstaatliche Sponsor-Gesellschaft Hellenic Petroleum (HELPE) mit. Am (heutigen) Montag wollten Vertreter der Gesellschaft Hilfsgüter an die ersten Migranten verteilen, die dort einziehen sollen.

Der Hotspot befindet sich in der Nähe des Flughafens von Chios in den Anlagen einer ehemaligen Fabrik. Er habe eine Aufnahmekapazität von knapp 1100 Menschen, teilte die Direktion der HELPE mit.

Das Unternehmen habe 67 Containerwohnungen aufgestellt und die Kanalisation sowie die Wasser- und die Stromversorgung in Zusammenarbeit mit Militär und Behörden instand gesetzt. Die Insel Chios liegt nur knapp sieben Kilometer vor der türkischen Küste.

Griechenland ist im Verzug

Das Registrierzentrum von Chios ist das zweite, das in Griechenland in Betrieb genommen wird. Bislang war nur einer von insgesamt fünf vorgesehenen Hotspots auf der Insel Lesbos fertig.

Griechenland ist im Verzug: Die Hotspots sollten eigentlich alle Ende 2015 fertig sein. Drei weitere Registrierzentren auf den Inseln Samos, Leros und Kos sind noch im Bau. (egg/sda/dpa)

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