International
Migration

Mexiko setzt Truppen an Südgrenze gegen Migranten ein

A makeshift camp of migrants sits at the border port of entry leading to the United States, Wednesday, March 17, 2021, in Tijuana, Mexico. The migrant camp shows how confusion has undercut the message ...
Seit Wochen campieren Einwanderer in Mexiko vor den Grenzen zur USA.Bild: keystone

Mexiko setzt Truppen an Südgrenze gegen Migranten ein

20.03.2021, 06:4620.03.2021, 06:46

Angesichts eines grossen Andrangs von Migranten auf dem Weg in die USA hat Mexiko zahlreiche Sicherheitskräfte an seine Südgrenze geschickt. Hunderte Soldaten, Polizisten und Mitarbeiter der Migrations- und Gesundheitsbehörden marschierten am Freitag in der Stadt Tuxtla Gutiérrez nahe der Grenze mit Guatemala auf. Sie sollen an verschiedenen Stellen um das Grenzgebiet herum Reisepapiere überprüfen und Gesundheitschecks vornehmen, wie das nationale Migrationsinstitut INM mitteilte.

Ziel sei es, minderjährige Migranten aus Mittelamerika zu schützen, hiess es. Diese seien Opfer von Menschenhändlern. Angehörige krimineller Netzwerke gäben sich als Begleiter von Kindern aus, um leichter nach Mexiko und in die USA zu gelangen. Seit Anfang des Jahres seien mehr als 4000 Minderjährige irregulär nach Mexiko eingereist.

Seit Freitag sind zudem Mexikos Landgrenzen zunächst für 30 Tage für nicht-essenzielle Reisen geschlossen. Das hatte das Aussenministerium am Donnerstag angekündigt. Als Begründung wurde die Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus angegeben. Allerdings galten seit Beginn der Pandemie keine Reisebeschränkungen an Mexikos Südgrenze.

US-Medien berichteten, die USA hätten den Nachbarn um Unterstützung gebeten, den stark gestiegenen Andrang von Migranten an der US-Südgrenze einzudämmen. Auf Druck des damaligen US-Präsidenten Donald Trump hatte Mexiko bereits ab Juni 2019 Soldaten eingesetzt, um Migranten an der Durchreise zur US-Grenze zu hindern.

Daten des US-Grenzschutzes zufolge kamen allein im Februar knapp 9500 Minderjährige über die Grenze mit Mexiko - fast doppelt so viele wie noch im Dezember. Familien und alleinstehende Erwachsene werden von den US-Behörden wieder ausgewiesen, unbegleitete Kinder aber nicht.

Gut die Hälfte der Migranten kommt aus Mittelamerika und hat eine lange, gefährliche Reise durch Mexiko hinter sich. Vor allem aus Honduras, Guatemala und El Salvador flüchten sie vor Armut, Gewalt und den Folgen verheerender Stürme. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Zuerst stirbt der Diesel, dann der Benziner: Warum das E-Auto nun gewinnt
Europa erlebt einen nie gesehenen Höhenflug des E-Autos. In der Schweiz sind Stromer gar erstmals die beliebteste Antriebsart. Dafür gibt es mehrere Gründe.
In Brüssel zanken Politiker weiter über die Aufweichung des Verbrenner-Aus, aber die Kunden laufen der veralteten Technologie in Scharen davon. War 2018 in Europa erst einer von 100 neu zugelassenen Personenwagen ein Elektroauto, ist nun fast jede dritte Pkw-Neuzulassung ein Stromer.
Zur Story