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So viel stärker war der Tonga-Vulkan als die Hiroschima-Bombe

25.01.2022, 08:55

Der gewaltige Ausbruch eines Untersee-Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha’apai vor Tonga im Pazifik war laut Nasa mehrere Hundert mal stärker als die Sprengkraft der Atombombe über Hiroshima. Die US-Raumfahrtbehörde zitiert ihren Wissenschaftler Jim Garvin:

«Dies ist eine vorläufige Schätzung, aber wir glauben, dass die durch den Ausbruch freigesetzte Energiemenge etwa 4 bis 18 Megatonnen TNT entsprach.»
Satellitenbild des japanischen Wetter-Sateliten Himawari-8 zeigt die Aschewolke, die am 15. Januar 2022 aus dem Meer aufsteigt.
Satellitenbild des japanischen Wetter-Sateliten Himawari-8 zeigt die Aschewolke, die am 15. Januar 2022 aus dem Meer aufsteigt.Bild: keystone

Die Explosion habe damit Hunderte Male mehr mechanische Energie freigesetzt als die nukleare Explosion, die die japanische Stadt Hiroshima 1945 weitgehend zerstörte. Die Atombombe, die von den Vereinigten Staaten 1945 über Hiroshima abgeworfen wurde, hatte eine Sprengkraft von etwa 13 Kilotonnen TNT.

Der Atompilz über Hiroshima rund eine Stunde nach dem detonieren der Bombe.
Der Atompilz über Hiroshima rund eine Stunde nach dem detonieren der Bombe.Bild: AP Us Army Via Hiroshima Peace Memorial Museum

Der unterseeische Vulkan, der nur 65 Kilometer nördlich von Tongas Hauptstadt Nuku'alofa liegt, war vor zehn Tagen ausgebrochen und hatte eine gigantische Wolke aus Asche und Gas wie einen Atompilz kilometerweit in die Höhe geschleudert. Experten zufolge war es eine der weltweit schwersten Eruptionen seit Jahrzehnten. Tongas Regierung bestätigte bislang drei Tote und mehrere Verletzte.

Traumata und ausgelöschte Inseln

Schätzungsweise 84 Prozent der rund 105'000 Bewohner auf allen Inseln Tongas sind nach Regierungsangaben von dem Ascheregen und dem Tsunami betroffen. Der Sender Radio New Zealand berichtete am Dienstag, es gebe die Sorge, dass viele Menschen in dem Südsee-Staat ein psychologisches Trauma durch das Erlebte davongetragen hätten. Ein Reporter vor Ort erklärte, zahlreiche Menschen seien noch immer sichtlich schockiert: «Manche Leute starren nur noch vor sich hin».

Zerstörung: Ein Tsunami und die Vulkanasche haben Tonga untersich begraben. Vergleichs-Bild von Nuku'alofa, Tonga.
Zerstörung: Ein Tsunami und die Vulkanasche haben Tonga untersich begraben. Vergleichs-Bild von Nuku'alofa, Tonga.Bild: keystone

Satellitenbilder zeigen, dass eine erst 2015 bei einem monatelangen Ausbruch des Vulkans entstandene Insel gänzlich verschwunden ist. Die Insel sei von der Eruption «ausgelöscht» worden, so die Nasa. Es seien nur noch zwei kleine, voneinander getrennte Landmassen übrig.

Zum gewaltigen Ausmass des Vulkanausbruchs in Tonga:

Video: watson/een

Der Ausbruch löste einen Tsunami aus, der sogar weit entfernte Regionen wie Alaska, Japan und Südamerika erreichte. Flutwellen werden meist durch Seebeben ausgelöst – nur selten durch unterseeische Vulkane. Laut der neuseeländischen Forscherin Emily Lane handelte sich um den ersten durch einen Vulkanausbruch ausgelösten pazifikweiten Tsunami seit der verheerenden Eruption des Krakatau in Indonesien im Jahr 1883 mit geschätzten 36'000 Toten.

Auch vor Europa steht ein aktiver Super-Unterwasservulkan:

(yam/sda/dpa)

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