International
Natur

Greta Thunberg: «Greta-Shaming» soll dich zu einem besseren Menschen machen

FILE - In this Wednesday, Sept. 18, 2019, file photo, youth climate change activist Greta Thunberg speaks at a House Foreign Affairs Committee subcommittee hearing on climate change, on Capitol Hill i ...
Greta Thunberg: «How dare you?»Bild: AP

«Greta-Shaming» soll dich zu einem besseren Menschen machen – das steckt dahinter

12.11.2019, 18:1512.11.2019, 18:16
Mehr «International»

Stell dir vor, du willst einen Kaffee aus dem Einwegbecher trinken und Greta schreit dir quasi «How dare you» – wie bei ihrer Rede vor der UN im September – entgegen. So geschieht das gerade in israelischen Kantinen, Büros und Cafeterias.

Dort verbreiten sich Bilder der wütenden Greta, wie die Journalistin Allison Kaplan Sommer berichtet. Sie hat das Phänomen «Greta-Shaming» getauft. Die Botschaft hinter den Fotos ist ziemlich eindeutig: Sei ein besserer Mensch, indem du umweltbewusster konsumierst.

Einige der Bilder postete die Journalistin auf Twitter. Darauf zu sehen ist etwa eine grimmige Greta, die aus einer Tupperdose voller Plastiklöffel herausschaut oder Greta, die Betrachter mahnend hinter einem Stapel an Einweg-Plastik-Bechern anschaut.

Was ist das Ziel des «Greta-Shamings»?

Jeder, der zum Plastik-Geschirr greifen will, soll sich schlecht fühlen (zumindest ein bisschen) und so sein Verhalten überdenken. In einem Artikel in der »Haaretz" stellt Sommer die Vermutung auf, dass Angestellte der Unternehmen die Fotos platziert haben, um sich ins Gewissen der Kollegen zu schleichen – inwiefern Scham der richtige Weg zur Bewältigung der Klima-Krise ist, das ist allerdings eine andere Frage.

In Israel versuche man die Nutzung von Einweg-Artikeln einzuschränken. Sie erklärt weiter, dass wegen der grossen Zahl an Bürgern, die koscher leben, der globale Trend gegen Einweg dort weniger erfolgreich sei. Übrigens: Über die Grenzen von Israel hinaus hat es der Trend bislang noch nicht geschafft.

«Greta-Shaming» gibt es weltweit

Das israelische «Greta-Shaming» erinnert an eine Aktion des argentinischen Malers Andres Petreselli in San Franciso. Mit seinem überlebensgrossen Mural mitten in der Stadt verfolgt er ein ähnliches Ziel:

«Ich hoffe, die Menschen werden durch dieses Wandgemälde begreifen, dass wir uns um die Welt kümmern müssen.»
Wie stehst du zum "Greta-Shaming? Schreib es uns in die Kommentare!

(hd)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Klimaaktivistin Greta Thunberg teilt aus
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Jol Bear
12.11.2019 18:56registriert Februar 2014
Das Mural in Frisco erinnert irgendwie an ... ähm ... genau ... it‘s Putin.
649
Melden
Zum Kommentar
avatar
*klippklapp*
12.11.2019 20:57registriert Dezember 2017
Ich denke nicht, dass die Shaming-Strategie aufgeht. Scham führt zu Blockaden und nicht zum Handeln. Mann soll Greta lieber als Inspiration brauchen und nicht als Abschreckung.
216
Melden
Zum Kommentar
avatar
Hühne Bueber
13.11.2019 05:18registriert Oktober 2016
Wie soll ich die Greta ernst nehmen, wenn sie meine Eltern beschimpft? Selbst gestrickte Wollstrümpfe, selten Fleisch, Wasser vom Holz-Herd, Autos hatten nur die reichsten (ohne schwedischen SUV zum Einkaufen) und Strom wurde nur für das Licht verwendet. Im Gegensatz zur Generation von Greta und den Klimademonstranten benötigten sie auch keinen Server für die Smartphones, dessen Kühlung Energie benötigt wie nichts Vergleichbares? Leider läuft auch mein Handy darüber und unsere Kommentare hier sind alles Andere als CO2 neutral. Aber als Zugpferd der Grünen für die Wahlen hat es ja funktioniert.
2417
Melden
Zum Kommentar
9
Thailändische Central Group kauft offenbar KaDeWe von Signa – und Globus

Das berühmte Luxuskaufhaus KaDeWe in Berlin hat laut Bericht des «Handelsblatts» den Besitzer gewechselt. Die thailändische Central Group habe das Gebäude für 1 Milliarde Euro von der insolventen Signa-Gruppe gekauft, berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf «mehrere beteiligte Personen».

Zur Story