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Die nigerianische Armee befreit 200 Mädchen und 93 Frauen aus den Klauen von Boko Haram



Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 200 Mädchen und 93 Frauen aus der Gewalt der Terrororganisation Boko Haram befreit. Unklar blieb, ob unter den Befreiten auch Schülerinnen aus dem Ort Chibok waren. Zwei Militärsprecher machten unterschiedliche Angaben.

LONDON, ENGLAND - APRIL 14:  A woman holds a sign as other protesters gather outside Nigeria House to mark the one year anniversary since a group of Nigerian schoolgirls were abducted on April 14, 2015 in London, England. Two hundred and seventy-six schoolgirls were abducted from their boarding school on 14 April, 2014 in the town of Chibok in north-eastern Borno state in Nigeria. The abductions sparked protests around the world calling for the release of the girls who continue to be held by the militant group Boko Haram.  (Photo by Dan Kitwood/Getty Images)

Mit dem Hashtag #BringBackOurGirls forderten weltweit unzählige Menschen, darunter viele Prominente, die nigerianische Regierung zum Handeln auf. Bild: Getty Images Europe

Militärsprecher Chris Olukolade erklärte am Dienstagabend über Twitter, er könne nur bestätigen, dass sich die Geiseln in verschiedenen Camps der islamistischen Extremisten im dichten Sambisa-Wald befunden hätten.

Die Streitkräfte hätten drei Lager der Islamisten zerstört, berichteten nigerianische Medien. «Wir müssen erst noch genau feststellen, woher die befreiten Personen stammen», so Olukolade. Die Mädchen und Frauen würden nun befragt, um ihre Identität festzustellen.

Armeesprecher Oberst Sani Usman erklärte dagegen, es handle sich bei den Befreiten nicht um die von Boko Haram entführten Schülerinnen aus dem Ort Chibok im Nordosten des Landes. Die Zeitung «This Day» zitierte in ihrer Online-Ausgabe vom Mittwoch eine Quelle mit der Aussage, dass die Mädchen bei ihrer Befreiung schwach gewesen seien. Es könne einige Tage dauern, bis ihre Identität feststehe.

Kritik an passivem Ex-Präsidenten Jonathan

Die Entführung der Mädchen im April vergangenen Jahres hatte für weltweites Entsetzen gesorgt. Für die Freilassung der Schülerinnen aus Chibok gab es auch international Aktionen über soziale Netzwerke. Auch viele Prominente, darunter US-First Lady Michelle Obama, beteiligten sich daran. 

Die Mädchen waren mitten in der Nacht aus ihren Schlafsälen verschleppt und in Lastwagen fortgebracht worden. Seither fehlte von ihnen jede Spur. Die Bevölkerung warf der Regierung schon lange vor, völlig hilflos im Kampf gegen die Dschihadisten zu wirken. 

Der Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau erklärte später, sie alle seien zum Islam konvertiert und verheiratet worden. Ein letztes Lebenszeichen hatte es im Mai vergangenen Jahres gegeben, als die Mädchen in einem Video der Gruppe auftauchten.

Die schleppende Reaktion der Regierung von Präsident Goodluck Jonathan hatte bei den Angehörigen der Mädchen aber auch bei Bürgerrechtlern in Nigeria für scharfe Kritik gesorgt.

Nigerias neugewählter Präsident Muhammadu Buhari hatte kürzlich zum ersten Jahrestag der Entführung verstärkte Bemühungen versprochen, die Mädchen zu finden. Allerdings hatte er zugleich gewarnt, dass die Jugendlichen womöglich nie gefunden werden. (feb/tat/sda/afp/cma)

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