International
Nordamerika

Hackercrew Anonymous legt Kanadas Regierungs-Websites für Stunden lahm – als Protest gegen ein Anti-Terror-Gesetz

Hackercrew Anonymous legt Kanadas Regierungs-Websites für Stunden lahm – als Protest gegen ein Anti-Terror-Gesetz

18.06.2015, 05:2218.06.2015, 09:55

Ein Hackerangriff hat Internetseiten der kanadischen Regierung am Mittwoch für mehrere Stunden lahm gelegt. Zur Cyberattacke bekannte sich die Hacker-Gruppe Anonymous. Nach Behördenangaben wurden keine Daten entwendet.

Die Attacke sei mittlerweile abgewehrt und die Websites wiederhergestellt worden, teilte der Minister für öffentliche Sicherheit, Steven Blaney, am Mittwoch mit. Der Ursprung der Attacke werde nun untersucht. Blaney betonte, der Hackerangriff sei eine Erinnerung daran, dass der Kampf gegen Cyberattacken hohe Priorität habe und dass die Behörden «sehr wachsam» sein müssten.

Haushaltsminister Tony Clement hatte zuvor erklärt, dass von der Cyberattacke unter anderem die Internetseiten des Senats, des Industrieministeriums und des Ministeriums für öffentliche Arbeiten betroffen seien. Die Hacker hätten die für die Websites genutzten Server angegriffen, teilte Clement über Twitter mit.

Wie die Hacker-Gruppe Anonymous in einem über soziale Netzwerke verbreiteten Video erklärte, handelte es sich um einen Protest gegen ein neues Anti-Terror-Gesetz in Kanada, das die Befugnisse der nationalen Geheimdienste deutlich ausdehnt. Das sogenannte C-51-Gesetz verletzte die Bürgerrechte der Kanadier und nehme «Minderheitengruppen und Dissidenten» ins Visier.

Das Gesetz war als Konsequenz auf die ersten islamistischen Anschläge auf kanadischem Boden beschlossen worden, bei denen im Herbst zwei Soldaten getötet worden waren. Gegner des Gesetzes befürchten als Folge eine systematische Internet-Überwachung. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
ICE-Opfer Alex Pretti trug eine P320-Pistole – ging sie versehentlich los?
Der in Minneapolis von ICE-Beamten erschossene Mann hatte eine SIG Sauer P320 bei sich. Bei seiner Entwaffnung könnte sich ein Schuss gelöst haben. Damit dürfte die Kontroverse um das Modell neu aufflammen, das bald auch Schweizer Soldaten verwenden sollen.
Alex Pretti, der von der US-Einwanderungsbehörde ICE am Samstag in Minneapolis erschossene 37-jährige Krankenpfleger, trug eine Pistole des US-amerikanischen Waffenherstellers SIG Sauer auf sich.
Zur Story