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UNO-Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman trifft Nordkoreas Aussenminister Ri Yong Ho.
UNO-Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman trifft Nordkoreas Aussenminister Ri Yong Ho.Bild: EPA/KCNA

Für Kim Jong Un ist Trump ein «seniler Greis» – eine gute Nachricht gibt es trotzdem

09.12.2017, 16:06

Die international isolierte Regierung Nordkoreas hat sich zu einem regelmässigen Austausch mit der Uno bereit erklärt. Der Kontakt zu den Vereinten Nationen solle «durch Besuche auf verschiedenen Ebenen» dauerhaft aufrecht erhalten werden.

Das meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag nach einer mehrtägigen Visite von Uno-Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman.

Ein regelmässiger Kommunikationskanal zur Uno könnte für die abgeschottete Regierung in Pjöngjang eine wichtige Verbindung zur internationalen Gemeinschaft darstellen. Mit Raketen- und Bombentests hatte sich das Land wiederholt über Uno-Beschlüsse hinweggesetzt, sein Verhältnis zu den USA war mit gegenseitigen Kriegsdrohungen eskaliert.

Feltman ist bei den Vereinten Nationen für politische Angelegenheiten zuständig. Zuletzt hatte im Jahr 2010 ein Uno-Vertreter seines Ranges Nordkorea besucht. Der Diplomat traf sich während seiner fünftägigen Visite unter anderem mit Nordkoreas Aussenminister Ri Yong Ho.

Ob Feltman auch mit Machthaber Kim Jong Un zusammenkam, blieb unklar. Der Uno-Untergeneralsekretär gab nach seiner Rückkehr aus Nordkorea keine Stellungnahme zu den Treffen ab.

«Seniler Greis» vs. «Kleiner Raketenmann»: Persönlicher Angriff auf Trump

Bild: AP/AP

In den Gesprächen mit Feltman erneuerte Pjöngjang zugleich seine Vorwürfe gegen die USA. Die «feindliche US-Politik» und die «nukleare Erpressung» durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump seien für die massiven Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verantwortlich, hiess es in dem KCNA-Bericht.

Machthaber Kim griff Trump am Samstag zudem erneut persönlich an. Der 71-Jährige sei ein «seniler Greis», erklärte Kim mit Blick auf die Entscheidung Trumps, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen. Der US-Präsident hatte den nordkoreanischen Machthaber in der Vergangenheit mehrfach als «kleinen Raketenmann» geschmäht.

Nordkoreas kommunistische Regierung verurteilte ausserdem erneut die jüngste Militärübung der USA mit ihrem Verbündeten Südkorea. Die Streitkräfte der beiden Länder hatten in der vergangenen Woche ihr bislang grösstes gemeinsames Luftwaffenmanöver abgehalten, an dem sich mehrere zehntausend Soldaten beteiligten.

Pjöngjang wertete die Übung als Provokation und als Beleg dafür, dass ein «nuklearer Präventivschlag» gegen Nordkorea vorbereitet wird, wie es in dem KCNA-Bericht weiter hiess.

China warnt vor Teufelskreis

China, der wichtigste Verbündete Nordkoreas, warnte am Samstag vor einem «Teufelskreis aus Demonstrationen der Stärke und Konfrontationen». Die Regierung in Peking verlangt von Pjöngjang ein Ende der Raketentests und ruft die USA auf, im Gegenzug auf ihre ihre Militärmanöver in der Region zu verzichten. Der Ausblick stimme ihn aber «nicht optimistisch», erklärte Chinas Aussenminister Wang Yi.

Die Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel sowie zwischen Washington und seinen regionalen Verbündeten auf der einen Seite und Pjöngjang auf der anderen hatten sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft. Nordkorea hatte Anfang September nach eigenen Angaben seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Zudem testete Pjöngjang in den vergangenen Wochen mehrfach Mittelstreckenraketen.

Ende November feuerte Nordkorea eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 ab. Das gesamte US-Festland befinde sich nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen, teilte Pjöngjang anschliessend mit. Der UN-Sicherheitsrat trat in der vergangenen Woche zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, ohne jedoch verschärfte Strafmassnahmen gegen Pjöngjang zu beschliessen. Wegen der Waffentest hatte der UN-Sicherheitsrat Nordkorea in der Vergangenheit wiederholt mit Sanktionen belegt.

 (sda/afp)

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