International
Österreich

Fussballerinnen heimlich gefilmt – Betroffene äussern sich auf Instagram

Fussballerinnen heimlich gefilmt – zwei Spielerinnen äussern sich auf Instagram

26.02.2026, 16:4226.02.2026, 18:57

Am 23. Februar wurde ein ehemaliger Schiedsrichter und früherer Sportchef von Frauen-Fussballmannschaften vor Gericht zu einer bedingten Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt.

Er trainierte Frauen des SCR Altach in Österreich. Dort filmte er die Spielerinnen mit versteckten Kameras in den Garderoben und Duschen. Nun äussern sich Spielerinnen auf Instagram zu den Vorfällen.

Eleni Rittmann
Eleni Rittmann spielt heute in Genf Fussball.Bild: screenshot / instagram

Die beiden Spielerinnen Eleni Rittmann und Ana Maria Marković posteten beide ein Video. Rittmann sagt in ihrem Video, sie habe sich lange überlegt, ob sie sich überhaupt dazu äussern solle. Sie entschied sich schliesslich dafür, da sie das Urteil gegen ihren Ex-Trainer ungerecht finde, weswegen sie ihre Reichweite nutzen wolle.

Rittmann war in der Saison 2023/24 beim SCR Altach. Mittlerweile spielt die 25-Jährige beim Thonon Évian GGFC in Genf und hat 203'000 Follower auf Instagram.

Rittmann sagt, dass die Garderobe für sie ein Begegnungsort von Mitspielerinnen und Kolleginnen sei. Dort würden private Dinge besprochen, da die Frauen wie eine kleine Familie zusammenwachsen würden.

Sie sagt, dass solche Sachen im Frauenfussball zu oft passieren würden, auch weil sie teils unter den Teppich gekehrt würden.

«Wenn wir das als Frauen im Frauensport einfach hinnehmen, wird sich nie etwas ändern.»
Rittmann zu Vorfällen im Frauenfussball

Abschliessend sagt sie, dass sie sprachlos sei und sich frage, was man machen müsse, um Spielerinnen und Frauen vor solchen Erlebnissen zu schützen.

Auch Ana Maria Marković, die beim Brooklyn FC spielt, äusserte sich zu dem Vorfall. Sie hat im Gegensatz zu Rittmann nie bei dem Verein gespielt. Trotzdem findet die gebürtige Kroatin ähnliche Worte wie Rittmann.

Sie sagt in dem Video, dass die Garderobe ein Ort sei, wo sich die Frauen wohlfühlen und gleichzeitig verletzlich seien.

Denn es sei ihr Alltag, ihr Arbeitsplatz und fühle sich an wie ein zweites Zuhause. Marković betont, dass dies ihr Leben sei und solche Vorfälle im Frauenfussball zu oft vorkommen würden. Auch sie sagt, dass es ein Schock gewesen sei und sie das Urteil nicht angemessen finde.

Die Nachricht der versteckten Kameras hätte Spuren bei den Frauen hinterlassen. Sie hätten sich in ihren jetzigen Garderoben nach Kameras umgeschaut und sich in öffentlichen Fitnessstudios unsicher gefühlt.

Ob Rittmann auf den Videos zu sehen sei, wüsste sie nicht, jedoch würde sie davon ausgehen. An dem Prozess nahm sie nicht teil.

Der ehemalige Sportchef muss umgerechnet 1100 Franken Strafe und zusätzlich jeder Spielerin 600 Franken Schmerzensgeld bezahlen. (nib)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Fliegen ist schöner: Spektakuläre Bilder vom Stabhochsprung
1 / 13
Fliegen ist schöner: Spektakuläre Bilder vom Stabhochsprung

Kitty Friele Faye (Norwegen).

quelle: keystone / pawel kopczynski
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump witzelt über das Frauenhockey-Team
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
10 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Oberschnuri
26.02.2026 17:06registriert September 2020
Lächerliche Busse
Lächerliche Strafe

Gegnugtuung? Das ist eher nochmals eine Beschämung für die betroffenen Menschen.
223
Melden
Zum Kommentar
10
Wladimir Klitschkos eindringliche Warnung an Europa: «Das Böse kommt»
Die Rede Donald Trumps und die Lage in der Ukraine waren Thema in der deutschen Talkshow «Maischberger». Der frühere Profi-Boxer Wladimir Klitschko wählte deutliche Worte.
Donald Trumps Rede an die Nation und der vierte Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine bildeten den doppelten Themenschwerpunkt der «Maischberger»-Talkshow am Mittwochabend. Besonders über den Gesundheitszustand der amerikanischen Demokratie wurde dabei lebhaft gestritten.
Zur Story