Fussballerinnen heimlich gefilmt – zwei Spielerinnen äussern sich auf Instagram
Am 23. Februar wurde ein ehemaliger Schiedsrichter und früherer Sportchef von Frauen-Fussballmannschaften vor Gericht zu einer bedingten Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt.
Er trainierte Frauen des SCR Altach in Österreich. Dort filmte er die Spielerinnen mit versteckten Kameras in den Garderoben und Duschen. Nun äussern sich Spielerinnen auf Instagram zu den Vorfällen.
Die beiden Spielerinnen Eleni Rittmann und Ana Maria Marković posteten beide ein Video. Rittmann sagt in ihrem Video, sie habe sich lange überlegt, ob sie sich überhaupt dazu äussern solle. Sie entschied sich schliesslich dafür, da sie das Urteil gegen ihren Ex-Trainer ungerecht finde, weswegen sie ihre Reichweite nutzen wolle.
Rittmann war in der Saison 2023/24 beim SCR Altach. Mittlerweile spielt die 25-Jährige beim Thonon Évian GGFC in Genf und hat 203'000 Follower auf Instagram.
Rittmann sagt, dass die Garderobe für sie ein Begegnungsort von Mitspielerinnen und Kolleginnen sei. Dort würden private Dinge besprochen, da die Frauen wie eine kleine Familie zusammenwachsen würden.
Sie sagt, dass solche Sachen im Frauenfussball zu oft passieren würden, auch weil sie teils unter den Teppich gekehrt würden.
Abschliessend sagt sie, dass sie sprachlos sei und sich frage, was man machen müsse, um Spielerinnen und Frauen vor solchen Erlebnissen zu schützen.
Auch Ana Maria Marković, die beim Brooklyn FC spielt, äusserte sich zu dem Vorfall. Sie hat im Gegensatz zu Rittmann nie bei dem Verein gespielt. Trotzdem findet die gebürtige Kroatin ähnliche Worte wie Rittmann.
Sie sagt in dem Video, dass die Garderobe ein Ort sei, wo sich die Frauen wohlfühlen und gleichzeitig verletzlich seien.
Denn es sei ihr Alltag, ihr Arbeitsplatz und fühle sich an wie ein zweites Zuhause. Marković betont, dass dies ihr Leben sei und solche Vorfälle im Frauenfussball zu oft vorkommen würden. Auch sie sagt, dass es ein Schock gewesen sei und sie das Urteil nicht angemessen finde.
Die Nachricht der versteckten Kameras hätte Spuren bei den Frauen hinterlassen. Sie hätten sich in ihren jetzigen Garderoben nach Kameras umgeschaut und sich in öffentlichen Fitnessstudios unsicher gefühlt.
Ob Rittmann auf den Videos zu sehen sei, wüsste sie nicht, jedoch würde sie davon ausgehen. An dem Prozess nahm sie nicht teil.
Der ehemalige Sportchef muss umgerechnet 1100 Franken Strafe und zusätzlich jeder Spielerin 600 Franken Schmerzensgeld bezahlen. (nib)
