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Keine gratis Burger? Da kennen diese pakistanischen Polizisten kein Pardon

In Pakistan wurden 19 Mitarbeitende eines Fast Food Restaurants festgenommen. Sie hatten sich geweigert, einer Gruppe von Polizisten kostenlose Burger auszuhändigen.
15.06.2021, 08:3815.06.2021, 15:28

Die Polizisten machten kurzen Prozess: Am vergangenen Samstag wurden die Mitarbeitenden des Fast Food Restaurants Johnny & Jugnu in Lahore zusammengetrieben und abgeführt.

Die pakistanische Polizeigruppe hatte riesige Lust auf Burger – bezahlen wollten sie aber nicht dafür.
Die pakistanische Polizeigruppe hatte riesige Lust auf Burger – bezahlen wollten sie aber nicht dafür.Bild: shutterstock

Zwei Tage zuvor hatten sie sich geweigert, einer Gruppe von Polizisten kostenlose Burger anzubieten. Die Polizisten drohten den Managern und verliessen das Restaurant, nur um am nächsten Tag erneut aufzutauchen. Wieder drohten sie den Mitarbeitenden mit haltlosen Argumenten und schikanierten sie, wie die BBC berichtet.

Der Ärger über die vorenthaltenen Burger war schliesslich so gross, dass die Polizisten am Samstag um 1 Uhr nachts die Filiale zum dritten Mal betraten. Diesmal räumten sie die ganze Filiale aus und nahmen sowohl alle Manager, als auch das gesamte Küchenpersonal fest. Die Polizei liess ihnen keine Zeit, schreibt Johnny & Jugnu in seiner Stellungnahme weiter:

«Sie zwangen sie, alles so zu lassen, wie es war. Die Mitarbeitenden mussten die Küchen unbeaufsichtigt zurücklassen, mit noch laufenden Friteusen und wartender Kundschaft. Es war ihnen nicht einmal erlaubt, die Küchen zu schliessen oder sich um die Kundinnen und Kunden zu kümmern.»

Die Mitarbeitenden wurden während sieben Stunden in der Polizeistation festgehalten, wo sie von der Polizei weiter schikaniert wurden. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass so etwas passiert sei, so Johnny & Jugny:

«Dies verdeutlicht den grossen Machtmissbrauch, der sich in unserer Gesellschaft seit langem zusammenbraut und die ungerechte Polizeikultur, der unschuldige Menschen ausgesetzt sind.»

Nachdem sich die Neuigkeiten über diesen Vorfall verbreitet hatten, wurden alle involvierten Polizisten suspendiert, wie der leitende Polizeibeamte der Provinz Punjab auf Twitter bekannt gab:

«Niemandem ist es erlaubt, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen. Ungerechtigkeiten werden nicht toleriert. Alle werden bestraft werden.»

Das Problem des Machtmissbrauches durch die Polizei ist in der Region Punjab schon seit längerem bekannt. So hat Imran Khan, der Premierminister Pakistans, bereits eine Reform der Polizei in Punjab gefordert. (saw)

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35 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Amarillo
15.06.2021 09:14registriert Mai 2020
Ist in vielen anderen Ländern ebenfalls gang und gäbe, einfach in unterschiedlichem Ausmass. Das geht vom Gratisgetränk an der Bar bis hin zur handfesten Erpressung bzw. Drohung mit Schikane. Das ganze ist eine krude Mischung aus "Tradition" und schlechter Bezahlung, was viele Staatsbedienstete natürlich auch empfänglich für Korruption macht. Was aber ausserhalb von Europa, Nordamerika und AUS/NZ eben oft als Teil des Lohnes angesehen wird, auf den man ab einer gewissen Position "Anrecht" hat. Selber wiederum muss man ebenfalls Geld verteilen, um seine Position zu halten + für Helfer zu sorgen
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Gummibär
15.06.2021 10:09registriert Dezember 2016
Polizisten selbst müssen an Vorgesetzte abliefern, sonst werden sie in ein Bauernkaff versetzt wo nichts zu holen ist. Dasselbe gilt für Zollbeamte die an einem Grenzübergang für Fussgänger im Gebirge landen wenn sie nicht für ihren Posten am Flughafen bezahlen und monatlich nach oben weiterreichen.Steuerbeamte lassen Unternehmer zweimal die Woche antraben um Taxi-Rechnungen zu erklären bis sie klein beigeben und "Bonus"bezahlen. Bauunternehmer bezahlen für Aufträge und sparen an Stahl und Zement in Brücken um nicht Verlust zu machen. Der ganze Behördenapparat ist eine einzige Graft-Maschine.
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U+1F595
15.06.2021 11:36registriert Juli 2020
Hier nennt man das System einfach Lobbyismus.
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