International
Rassismus

USA: Mann schiesst auf drei junge Palästinenser und flieht

USA: Mann schiesst auf drei junge Palästinenser und flieht

Im US-Staat Vermont sind am Samstagabend drei palästinensische College-Studenten von einem Mann niedergeschossen worden. Die Familien der Opfer rufen die Behörden dazu auf, den Angriff als Hassverbrechen zu untersuchen.
27.11.2023, 03:1827.11.2023, 12:44

Die drei jungen Männer seien am Samstagabend auf einer Strasse unterwegs gewesen, «als sie von einem weissen Mann mit einer Pistole konfrontiert wurden», teilte die Polizei von Burlington, Vermont, am Sonntag mit. Ohne zu sprechen habe er daraufhin mindestens vier Schüsse aus der Pistole abgefeuert und sei vermutlich zu Fuss geflohen.

Die drei seien im Rahmen der Thanksgiving-Feierlichkeiten zu Besuch bei Verwandten gewesen. Alle befinden sich gemäss den Aussagen der Polizei in medizinischer Versorgung. «Zwei von ihnen sind stabil, während einer deutlich schwerere Verletzungen erlitten hat», heisst es weiter. Nach Angaben der Polizei sind zwei der Opfer US-Bürger, der dritte Mann hat einen legalen Aufenthaltsstatus.

Der Täter habe zwei Männern in den Oberkörper und dem dritten in die «unteren Extremitäten» geschossen. Mehr Informationen gebe es zurzeit nicht, sagt die Polizei. Auch zum Motiv könne man noch nichts sagen. Allerdings: Zwei der drei Studenten trugen Kufiyas, traditionelle palästinensische Kopftücher, wie die Polizei mitteilte.

Zwar ist das Motiv noch unbekannt, gemäss der Polizei könne derzeit aber niemand «ein durch Hass motiviertes Verbrechen» ausschliessen. Bürgerrechtsorganisationen sowie die Familien der Opfer rufen aus diesem Grund die Behörden dazu auf, den Angriff als Hassverbrechen zu untersuchen.

In einem Interview mit CNN beschrieb ein Anwalt der Familien der Opfer den Vorfall als «gezielte Schiesserei und gezieltes Verbrechen». Der Verdächtige sei auf sie zugegangen und habe sie erschossen, sagte der Anwalt. «Sie wurden nicht ausgeraubt, sie wurden nicht überfallen.»

Der US-Senator aus Vermont, Bernie Sanders, bezeichnete die Schiesserei in einem Beitrag auf X als «schockierend und zutiefst erschütternd»: «Hass hat hier und überall keinen Platz. Ich erwarte eine umfassende Untersuchung», schrieb er.

Auch der palästinensische Botschafter in Grossbritannien informierte auf X über den Vorfall. Er schrieb dazu auf X: «Die Hassverbrechen gegen Palästinenser müssen aufhören. Palästinenser überall brauchen Schutz.» (lak)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
24 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24
Liebe Manosphere-Männer, ihr habt Recht, aber ...
Nach dem Anschauen der «Inside the Manosphere»-Doku habe ich gemerkt, was ich wirklich für die Männer darin empfinde. Und was wir dagegen unternehmen können.
«Meine Frau nenne ich meine Spülmaschine», «Ich f*cke so viele Frauen, wie ich will, aber meine Ehefrau berührt keinen anderen Mann» oder «Ich bestimme, wann ich meinen Sch*anz in sie stecke»: Das sind Aussagen, die Manosphere-Influencer mit einem Millionenpublikum in der neuen Dokumentation «Inside the Manosphere» von Louis Theroux gemacht haben. Die Dok sorgt gerade weltweit für Entsetzen und zeigt Theroux beim Versuch, die Welt der «Red Piller» besser zu verstehen. Bei mir hat die Dokumentation aber ein ganz unerwartetes Gefühl ausgelöst.
Zur Story