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Downtown Jamestown von der Höhe der Jakobschen Himmelsleiter. Wanda frischknecht

Die letzte Oase der Menschheit – stille Tage in
St. Helena

Hier lebt das älteste Landtier der Welt, hier verbrachte Napoleon seinen Lebensabend. Sankt Helena ist ein wundersames Paradies im Südatlantik. Die Zeit ist stehengeblieben, Internet braucht fast niemand. Dafür gibt's den teuersten Kaffee der Welt.

Klaus zaugg, fotos: wanda frischknecht



Kein Netz. Das ist schon mal erfreulich. Später werden wir erfahren, dass auch das Privat-Handy des Gouverneurs nicht funktioniert. Die grossen internationalen Telekommunikationsfirmen beteiligen sich nicht am «Hosentelefon»-Business, das hier erst 2015 begonnen hat. Der Umsatz ist zu gering. Ich müsste eine SIM-Karte des lokalen Anbieters kaufen. Die ist mir viel zu teuer. Auch der Gouverneur verzichtet darauf. Er hat ja noch sein Diensthandy. Und das funktioniert.

Ich habe in den zwei Wochen auf Sankt Helena niemanden mit dem Handy am Ohr herumlaufen sehen. Das dürfte ein Grund sein, warum Ebbe und Flut des Alltags beschaulich dahinplätschern. Es ist wohl so, wie es bei uns vor der Erfindung des Kapitalismus, des Telefons und des Automobils war. Hier gibt es keinen Stress, keine Eile, keine Hektik. Die Menschen sind freundlich. Alle grüssen. Und kommt uns ein Auto entgegen, so hebt der Fahrer die Hand zum Grusse.

Und dort, wo die Schafe weiden, ist es auf St. Helena halt ein bisschen weniger grün. wanda frischknecht

Jeder hat Zeit. Spazieren wir durch Jamestown, so lassen sich die Menschen noch so gerne in ein Gespräch verwickeln, fragen mit freundlicher Neugier nach dem Befinden und erzählen gleich eine Geschichte aus ihrem Alltag.

Die Menschen reden noch miteinander. Die digitale Welt ist hier noch nicht recht angekommen. Es gibt nach wie vor nur einen teuren, langsamen, über einen Satelliten laufenden Internetzugang. Das schnelle Internet kommt mit dem Tiefseekabel frühestens 2022. Aber sicher ist das nicht.

Wahrscheinlich ranken sich nur um wenige Plätze der Erde so viele Vorurteile wie um Sankt Helena. Hier verbrachte Napoleon Bonaparte die letzten Jahre seines Lebens in der Verbannung (1815 bis 1821).

Hier hat Napoleon seinen Lebensabend verbracht: Longwood House bild: wanda frischknecht

Die Insel ist ungefähr so gross wie der Kanton Appenzell Innerrhoden und liegt über 2000 Kilometer entfernt von der Küste Afrikas. In unserem Kopfkino erscheint das Bild einer sturmumtosten, öden, tristen Insel. Doch Sankt Helena ist weder sturmumtost noch öde oder trist. Und Longwood House, wo der grosse Korse seinen Lebensabend verbrachte, war das Sommerhaus eines reichen Geschäftsmannes. Wunderbar gelegen auf der Hochebene. Weit geht der Blick über die grünen Hügel und hinaus aufs Meer. Wenn es dem ehemaligen Kaiser (und seiner Entourage) hier nicht gefallen hat, dann wohl weil er sich unendlich langweilte.

Immerhin war er zeitweise der mächtigste Mann auf Erden gewesen. Und es muss etwa so gewesen sein, wie wenn Donald Trump hierher verfrachtet würde – ohne Zugang zu seinem Twitter-Account. Um der historischen Wahrheit Willen sei also gesagt: Napoleon hat seinen Lebensabend in einem Ferienhaus auf einer Insel verbracht, die eigentlich eine Ferieninsel ist. Eine Ferieninsel ohne Badestrand zwar, aber mit einer Badi in Jamestown, die einst ein Trainingsbecken für Soldaten war. Der Bademeister ist Gitarrist der lokalen Country- und Rockband. Und hat nicht Thomas Cavendish, der erste Engländer, der die Insel erreichte, Sankt Helena spontan eine «paradiesische Insel» genannt?

Das grüne, hügelige Innere von St. Helena mahnt ein wenig an das Napfgebiet. wanda frischknecht

Das Wetter ist auch jetzt, im tiefen, südatlantischen Winter angenehm mild. So um die zwanzig Grad. Schönes Spätsommerklima, teilweise streift eine auffrischende Brise vorbei. Was beim Rundgang durch die Räume der Residenz Napoleons (fotografieren leider verboten) auffällt: Sein Bett mahnt an ein Kinderbett, die ausgestellten Kleider, Mäntel und Uniformen an Kostüme für ein Kindertheater. Er muss offensichtlich noch kleiner gewesen sein, als es oft heisst.

Die höchste Autorität auf Sankt Helena ist seit Mai dieses Jahres Seine Exzellenz Philip Rushbrook. Als Gouverneur ist er hier der Stellvertreter der Königin. Sein Dienstwagen – ein Jaguar – ist das schönste Automobil auf der Insel. Gerne ist er bereit, uns nicht unten im Büro in Jamestown, sondern oben auf seinem Amtssitz (dem «Plantation House» mit 38 Zimmern) zu empfangen. Schliesslich verirrt sich kaum je ein Chronist mit Freundin in sein kleines Reich. Als Fussballkenner freut er sich sehr über das YB-Meisterbuch, das wir ihm mit Widmung als Präsent mitgebracht haben. Tee (of course) und köstliches Gebäck wird aufgefahren. Der freundliche Gentleman ist ein wunderbarer Erzähler. Er lässt uns tief eintauchen in die Bräuche und Historie «seiner» wundersamen Insel.

Zwiegespräch: Seine Exzellenz Gouverneur Dr. Philip Rushbrook und Klaus Zaugg. wanda frischknecht

«Wir haben einfach noch keine Fluggesellschaft dazu bringen können, unsere Insel öfter anzufliegen»

Gouverneur Dr. Philip Rushbrook

Erst einmal räumt er mit einer «Medienlüge» auf. Die Geschichte über den im Oktober 2017 eröffneten Flughafen als eine 150 Millionen Pfund teure, kaum brauchbare Fehlinvestition sei eine Sensationsstory der britischen Boulevardpresse, die sich im Internet über den ganzen Globus verbreitet habe und nicht mehr aus der Welt zu schaffen sei. Natürlich könne nur auf Sicht geflogen werden, die Piloten müssten gut ausgebildet sein und die Grösse der Maschinen sei eingeschränkt. Aber es sei keineswegs so, dass es wegen der Seitenwinde kaum möglich sei, sicher zu landen. Der Grund, warum es nur eine samstägliche Verbindung nach Johannesburg gibt (plus eine zusätzliche zweite pro Woche im Sommer) ist also ganz offensichtlich weder Wind noch Wetter. «Wir haben einfach noch keine Fluggesellschaft dazu bringen können, unsere Insel öfter anzufliegen, obwohl wir bereit sind, ein allfälliges Defizit des Flugbetriebes zu übernehmen.»

So kommt es, dass jährlich nicht die erhofften 30'000 Besucher einfliegen, sondern bloss ein paar hundert. Immerhin ist Sankt Helena der restlichen Welt nun ein klein wenig näher gerückt. Die Reise dauert nicht mehr fünfeinhalb Tage mit dem Schiff von Kapstadt. Von Johannesburg aus sind es mit Zwischenlandung in Walvis Bay an der namibischen Küste noch gut sechs Stunden.

Etwas mehr als 4'000 Menschen leben auf Sankt Helena, fast die Hälfte davon in der dörflichen Hauptstadtregion Jamestown/Half Tree Hollow. Hier gab es nie Eingeborene. Die Insel ist erst im16. Jahrhundert von den Portugiesen besiedelt worden. Später kamen die Briten. Die meisten Einwohner dürften jedoch Nachfahren befreiter Sklaven und chinesischer Wanderarbeiter sein. Die Royal Navy brachte nach dem Verbot der Sklaverei die befreiten Sklaven im Südatlantik nach Sankt Helena. Der häufigste Vorname auf der Insel sei, so wird uns erzählt, weder Henry noch George, sondern Yon.

Das Gefängnis von Jamestown. wanda frischknecht

Natürlich gibt es unter diesem freundlichen Völkergemisch auch das Böse. Im Gefängnis, gleich an der Kirche angebaut (die Insassen dürften in ihren Zellen die frommen Gesänge hören), sitzt ein gutes Dutzend Straftäter ein. Der Gouverneur erzählt, einer sei gar ein zu einer lebenslänglichen Strafe verurteilter Mörder – der einzige «murder case» hier seit Menschengedenken. Der Delinquent hätte das Recht, seine Strafe in einer modernen Besserungsanstalt im Mutterland abzusitzen. Er wolle aber lieber hier bleiben. Ich kann es verstehen. Jedes Mal, wenn wir hinter dem Gefängnis zu unserer Unterkunft gehen, dringt Musik durch die Mauern. Pro Woche muss die Polizei zwei- oder dreimal irgendwo einschreiten, meistens bei Handgreiflichkeiten unter Alkoholeinfluss. Radarkontrollen braucht es keine. Die Strassen sind so eng, dass auf der ganzen Insel nur auf insgesamt etwa einem Kilometer höher als in den dritten Gang geschaltet werden kann.

Freitags und samstags steppt der Bär im lokalen Pub und weithin schallen Country-Songs. Das ist die beliebteste Musik hier. Sonst ist es so friedlich, dass die Katzen ganz zutraulich sind. Nach einer Woche kennen wir in Jamestown bereits die meisten und wissen, zu welchem Haus sie gehören. Und dass nur die Hauskatze aus einem der vier Restaurants Flöhe hat. Wahrlich, die letzte stressfreie Oase der Menschheit.

Eine von vielen freundlichen Katzen in Jamestown wanda frischknecht

Sankt Helena ist die zweitältestebritische Kolonie (heute: British Overseas Territories ). Noch so gerne wäre das Mutterland bereit, die Insel in die Unabhängigkeit zu entlassen, aber es kommt nicht einmal ein Referendum zustande. Die Zugehörigkeit zu Grossbritannien bringt einfach zu viele Vorteile. Die medizinische Versorgung ist hervorragend. Ärzte aus aller Welt kommen für ein paar Jahre nach Jamestown. Im lokalen Krankenhaus werden auch neue Hüftgelenke eingesetzt und für Notfälle gibt es eine medizinische Luftbrücke in eine Privatklinik zur südafrikanischen Hauptstadt Pretoria.

Das öffentliche Schulsystem ist exzellent. Jedes Jahr schaffen es im Schnitt vier Studenten an eine Universität in Grossbritannien. Die Kosten übernimmt die öffentliche Kasse von Sankt Helena. Der Gouverneur kann über ein Budget von rund fünfzig Millionen Pfund gebieten – 60 Prozent davon kommen aus London.

«Wir versuchen, die Reiseveranstalter zu motivieren, bei Touren nach Namibia oder Südafrika eine Anschlusswoche auf Sankt Helena anzubieten.»

Gouverneur Dr. Philip Rushbrook

Die lokale Wirtschaft ist fragil. Sie funktioniert nur, weil der staatliche Sektor mit rund 900 Arbeitsplätzen 60 Prozent der Gesamtökonomie ausmacht. Gerne würde der Gouverneur dazu beitragen, dass der öffentliche Sektor weniger als die Hälfte beträgt und der private Sektor wachsen würde. «Aber das wird wohl nur durch eine langsame Entwicklung möglich sein.» Evolution, nicht Revolution. Das grösste Entwicklungspotenzial hat der Tourismus.

Diana’s Peak, der höchste Punkt der Insel St. Helena. wanda frischknecht

«Wir versuchen, die Reiseveranstalter zu motivieren, bei Touren nach Namibia oder Südafrika eine Anschlusswoche auf Sankt Helena anzubieten.» Die Insel wäre eigentlich perfekt für nachhaltige touristische Nischenangebote. Weil es hier nie eine nennenswerte kommerzielle Fischerei gegeben hat (auf der ganzen Insel hat es nur zehn Fischerboote), ist das Meer so fischreich, dass die Legende geht, die Fische würden den Sportfischern ins Boot springen.

Die smarten Delfine von Jamestown

Es ist ein faszinierendes, irgendwie grausames Schauspiel, das da jeden Abend so gegen 21.00 Uhr in der fahlen Beleuchtung der Hafen-Scheinwerfer über die Bühne geht. Zwei Delphine jagen fliegende Fische ins Hafenbecken von Jamestown. Diese Fische entkommen eigentlich jedem Feind. Sie beschleunigen an der Meeresoberfläche, katapultieren sich mit einem Sprung aus dem Wasser, spreizen die Flossen wohl ein Meter breit wie Flügel aus und segeln im Gleitflug mit über 50 km/h Tempo meterhoch bis zu 200 Meter weit durch die Luft, klatschen aufs Wasser, beschleunigen wieder und heben erneut ab. Die rund einen halben Meter langen und ein halbes Kilo schweren Fische schiessen dabei wie Torpedos durch die Luft, die Vegetarier (sie fressen bloss Plankton) sind für ihre Fressfeinde nicht zu fassen.

Auch Delphine erwischen diese Leckerbissen auf dem offenen Meer nicht. Obwohl sie ausgezeichnete Schwimmer sind und bis zu 20 km/h erreichen können. Aber die fliegenden Fische fliegen ihnen im besten Wortsinn einfach davon. Aber sie erwischen sie in den fischreichen Gewässern um St. Helena im Hafen von Jamestown. Die klugen Tiere treiben die fliegenden Fische Richtung Hafenbecken. Die schiessen in bewährter Manier auf ihrer Flucht aus dem Wasser, fliegen – und krachen kopfvoran in die Hafenmauer.

Sie können ja, wenn sie einmal zum Flug angesetzt haben, die Richtung nicht mehr ändern. Jene, die den Kopf in der Mauer eingeschlagen haben, plumpsen betäubt ins Wasser zurück, die smarten Delfine rauschen heran und fressen sie, schnapp-schnapp, auf. Als Beobachter auf der Hafenmauer stehend müssen wir aufpassen, um nicht von einem heranfliegenden Fisch getroffen zu werden. Manchmal fliegen sie über die Hafenmauer hinaus und landen auf dem Betonbelag. Dort können sie aufgesammelt und zu Sushi verarbeitet werden.Abend für Abend wird dieses Natur-Schauspiel aufgeführt. Es dauert rund eine Stunde, dann haben sich die Delfine sattgefressen und schwimmen wieder ins offene Meer hinaus.

Die Tauchgründe rund um die Insel sollen zu den besten der Welt gehören. Wer lieber auf dem Festland bleibt, findet ein Netz von 21 sehr gut ausgebauten Wanderwegen («Post Box Walks»), die bis auf über 800 Meter aufsteigen. Wer den Kick sucht, kann in Jamestown die Jakobsleiter hochsteigen. Mit 699 Stufen sind auf einer Länge von 300 Metern 200 Höhenmeter zu überwinden. Erst nach einer Woche Training schaffe ich es, ohne Verschnaufpause durchzusteigen. Ein Mont Ventoux für Fussgänger.

Das Innere der Insel ist grün, hügelig und von Krächen durchzogen wie das Napfgebiet. Und als ganz besondere Attraktion gibt es den angeblich teuersten und besten Kaffee der Welt. Für die hier geernteten Kaffeebohnen werden in London bei Harrods hundert Pfund für hundert Gramm bezahlt. Es gibt nur eine einzige kleine Plantage. Der Besitzer verkauft den Kaffee auf der Insel im Souvenirshop für einen Fünftel dieses Betrags. Und er serviert ihn in seinem Kaffeehaus für knapp drei Franken die Tasse. Das Regieren ist für den Stellvertreter der Königin nicht so einfach. Sein Pflichtenheft umfasse nicht weniger als 67 Seiten. Nein, gelesen habe er noch nicht alle.

Malerischer Sonnenuntergang auf St.Helena wanda frischknecht

Ein zwölfköpfiges, vom Volk gewähltes, Kollegium verwaltet die Insel und kann selbständig über die alltäglichen administrativen Abläufe befinden. Aber jeder Entscheid muss vom Gouverneur abgesegnet werden. Ihm obliegt es, darauf zu achten, dass alle Gesetze und Verordnungen mit der britischen Verfassung vereinbar sind. Die internationale Politik spielt in den Alltag hinein. Zwar gehört Sankt Helena – wie alle britischen Aussenterritorien mit Ausnahme von Gibraltar – nicht zur EU und das Brexit-Theater ist den Menschen herzlich egal. Aber die Franzosen haben 1858 den Briten für 7100 Pfund Longwood House samt Umgebung und ein paar napoleonische Erinnerungsorte abgekauft, insgesamt vierzehn Hektaren.

Beim Longwood House wird täglich die französische Flagge hochgezogen. Dafür zuständig ist der französische Konsul von Kapstadt – und der lässt sich hier auf der Insel von einem Honorarkonsul vertreten: Seit einer gefühlten Ewigkeit (seit 1987) übt Michel Dancoisne-Martineau das Amt aus und begegnet dem britischen Gouverneur auf Augenhöhe. Darauf ist Rücksicht zu nehmen. Seufzend denkt der Stellvertreter der britischen Krone an die anstehenden Feierlichkeiten rund um den 200. Todestag Napoleons am 5. Mai 2021, die noch in seine vierjährige Amtszeit fallen werden. «Bereits haben sich mehrere Kreuzfahrtschiffe angemeldet.»

Die felsigen Küsten von St. Helena: Egg Island. wanda frischknecht

Nach wie vor hat der Gouverneur das Recht, die prächtige weisse Paradeuniform zu tragen. Allerdings strich die britische Regierung kürzlich den finanziellen Zuschuss für das Schneidern des Ehrengewandes. Selbst wenn die Uniform bezahlt würde, der Gouverneur, würdig-bescheiden wie er ist, würde sie nicht tragen. Was aber, wenn bei den Empfängen, Feiern und Paraden rund um die napoleonischen Festivitäten erwartet wird, dass der Inhaber der britischen Staatsgewalt in Uniform auftritt?

«Ach, dann werde ich wohl die alte Uniform in unserem Museum entstauben lassen ...»

Gouverneur Dr. Philip Rushbrook

Wie wird man eigentlich Gouverneur von Sankt Helena? Philip Rushbrook hat sein Berufsleben dem Dienst seiner Majestät in der britischen Staatsadministration gewidmet. Er mag spezielle Orte und diente unter anderem auch in Hongkong. «Die Gouverneursstellen werden intern ausgeschrieben. Ich habe mich einfach beworben.» Das Wohl der Insel liegt ihm sehr am Herzen. Wer ein Anliegen hat, bekommt eine Audienz und kann sein Herz ausschütten. Und eine Sorge beschäftigt ihn täglich. Im Garten seines Amtssitzes lebt Jonathan. Jonathan ist eine Schildkröte und 188 Jahre alt – mit ziemlicher Sicherheit das älteste Landlebewesen auf Erden.

Die Schildkröte Jonathan, 188 Jahre alt, vor dem Sitz des Gouverneurs. wanda frischknecht

Jedem Gouverneur wird vor dem Amtsantritt eindringlich ans Herz gelegt, ja dafür Sorge zu tragen, dass das berühmte, hochbetagte Tier nicht das Zeitliche segne. «Sollte das in meiner Amtszeit passieren, dann würde man sich für immer an mich nur als den Gouverneur erinnern, in dessen Amtszeit Jonathan verstorben ist . . .» Jeden Sonntag kommt der Tierarzt, achtet darauf, dass Jonathan die richtige Diät bekommt und untersucht ihn. «Wenn er mir dann sagt, Jonathan sei okay, fällt mir ein Stein vom Herzen.» Und so freut er sich sehr über meine Abschiedsworte («God save the Queen and Jonathan») und ergänzt, ganz treuer Diener seiner Majestät: «Danke, ja, genau in dieser Reihenfolge ...»

Von Zürich nach St.Helena

Jeden Samstag fliegt die Südafrikanische Regionalfluggesellschaft Airlink mit maximal 87 Passagieren von Johannesburg nach Jamestown und gleich wieder zurück, während des südlichen Sommers sogar zweimal pro Woche. Der Hinflug dauert wegen des Tankstopps im namibischen Walvis Bay (es braucht genug Sprit, um im Notfall zum afrikanischen Festland zurückzufliegen) rund sechs, der Non-Stop-Rückflug etwas mehr als vier Stunden. Eine Reise aus der Schweiz führt von Zürich über Johannesburg und dauert in jedem Fall mindestens zwei Tage. Die besten und preiswertesten Unterkünfte sind auf www.airbnb.com zu finden, besonders empfehlenswert ist das «Town House I». Administrativ gehören zu St. Helena auch Ascension (1200 Kilometer nördlich) und Tristan da Cunha (1300 Kilometer südlich).

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31
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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • fools garden 17.09.2019 19:26
    Highlight Highlight Long live the Queen...äähhm Jonathan😉
  • dho 17.09.2019 16:44
    Highlight Highlight Am dho08.09.2019 06:04 fragte ich:

    "@Lümmel: 
    ... wir brauchen uns keine Sorgen um Tikkanen zu machen, wir sollten uns Sorgen um den Eismeister machen.

    Zaugg wo bist du?"

    Jetzt weiss ich es: auf den Spuren des Waterloo-Verlierers. Bin gespannt, welche Schlüsse der Eismeister für das CH-Eishockey zieht.
  • lugidani 17.09.2019 10:43
    Highlight Highlight HAKUNA MATATA:

    Hach, es gibt schon schöne, faszinierende Orte...

    Die haben sogar eine "Fussball-Nati" ->
    https://intsurreyfootball.co.uk/2019/09/13/saint-helenas-footballers-set-to-make-historic-trip/

    Und bitte keine 30000 Leute pro Jahr, dann wäre es nicht mehr schön und faszinierend.
  • Jemand67 17.09.2019 08:36
    Highlight Highlight Das würde meiner Frau gut tun. Aber ich glaube dass Sie nach kurzer Zeit durchdrehen würde.
  • häxxebäse 17.09.2019 07:09
    Highlight Highlight Und alle influencer so: aah, haben wir noch nicht verschandelt, müssen wir hin.... 🧐
  • Goon 17.09.2019 06:44
    Highlight Highlight Der bessere Reisejournalist als Hockeyprovokateur 👍
  • Thatotherwhitegirl 17.09.2019 02:28
    Highlight Highlight Ich lese selten Reiseberichte und denke „Wow ich wünschte dort könnte ich sofort hin!“ aber St. Helena gehört defintiv dazu!
  • Bennno 17.09.2019 00:25
    Highlight Highlight Ich glaube sofort, dass den Fischern die Fische ins Boot springen. Zumindest nachts, und leider die Falschen. Auf einer Überfahrt über den Atlantik Richtung Brasilien sind uns nachts auf jeden Fall auch immer wieder fliegende Fische ins Schiff gesprungen, die vom Schiff aufgeschreckt in die Luft springen und segelnd Haken schlagen. Solche dürfte es auch in den Gewässern rund um St. Helena geben. Doch leider sind sie ungeniessbar.
    • Kapitän Haddock 17.09.2019 05:45
      Highlight Highlight Fliegende Fische fliegen nicht, weil sie vom Schiff aufgeschreckt werden, sondern weil sie so ihren Fressfeinden (Bonitos, Thunfische, Delfine etc) entkommen wollen. Ist schon zeitgenössischen Berichten aus dem 18. Jahrhundert zu entnehmen.
  • Gott 16.09.2019 23:38
    Highlight Highlight Der Montag nach den Ferien bei watson ist wie in der Primarschule. Schreib ein paar Sätze über deine Ferien 😆

    Danke Eismeister!
  • Dan Rifter 16.09.2019 22:31
    Highlight Highlight Mehr Insel, weniger Hockey.. ich wär dafür.
  • mob barley 16.09.2019 21:57
    Highlight Highlight Zu St. Helena gibts eine schöne Reportage der ARD, auch mit einem Blick auf den Alltag der Bewohner:

    Play Icon


    (Noch aus der Zeit vor der Eröffnung des Flughafens).
  • Pana 16.09.2019 21:56
    Highlight Highlight Cooles Titelbild. Musste dabei unweigerlich an Stefan Raab und ne Stoppuhr denken ;)
  • Sherlock_Holmes 16.09.2019 21:55
    Highlight Highlight Ich möchte hinzufügen:

    God save her Royal Highness, the highly aged Jonathan – and the highly gifted travel journalist.

    ... genau in dieser Reihenfolge.
  • dommen 16.09.2019 21:40
    Highlight Highlight Jaja wir wissen ja, wie Nostalgie funktioniert. Man sehnt sich nach dem, was die Erinnerung über die Jahre daraus gemacht hat und nicht daran, wie es wirklich war (Stichwort 90ger...)
  • Balabar 16.09.2019 21:01
    Highlight Highlight Dem Herrn rechts auf dem Bild schenke man ein Bügeleisen. (und Hände aus dem Hosesack, Heilandtonner!)
  • Viktor mit K 16.09.2019 20:50
    Highlight Highlight Danke für den tollen Bericht, Chlöisu. Jedoch gibts im Emmental bestimmt auch Orte, ohne Netz😉😀
  • lilie 16.09.2019 20:50
    Highlight Highlight Was für ein toller Bericht, merci villmaal, @Klaus Zaugg! Da möchte man ja direkt auswandern! 😀😍

    Ich hätte jetzt aber gern noch das eine oder andere Foto von den Strassen und den Leuten von Jamestown gesehen. Ich geh in dem Fall mal googeln... 😊
  • Roman Balzan 16.09.2019 20:36
    Highlight Highlight Echt toller Artikel. Danke. Das ist noch guter, echter Journalismus.
  • maylander 16.09.2019 20:34
    Highlight Highlight Der Eismeister kann ja noch was anderes als Polemik.
    Ein schöner Reisebericht des Chronisten.
  • Freilos 16.09.2019 20:26
    Highlight Highlight Toller Bericht. Dort kann man im Urlaub noch richtig abschalten.
  • Toerpe Zwerg 16.09.2019 20:23
    Highlight Highlight Nach der missglückten Einleitung habe ich aufgehört zu lesen.
    • mukeleven 16.09.2019 22:45
      Highlight Highlight warum denn toerpe?
      ich bin ganz und gar nicht immer eins mit eismeister’s beitraegen, der hier war aber ganz ‘hübsch’ auch ungebügelt....
  • Gruschenko 16.09.2019 20:15
    Highlight Highlight Danke für den tollen Artikel. Gerne mehr davon😃
  • Snowy 16.09.2019 20:13
    Highlight Highlight Danke für den interessanten Bericht.

    Da kommt man gleich ins Schwärmen - und möchte der nächste Gouverneur auf der Insel werden!

    Long live Jonathan!
  • RobinBurn 16.09.2019 20:07
    Highlight Highlight Weshalb ein "Chronist"... Ist das ein Insider den ich nicht verstehe?
    • Okguet 16.09.2019 20:20
      Highlight Highlight Ja, in der Tat.
      Herr Zaugg nennt sich, auch in seinen Hockeyartikeln, desöfteren selbst so - aus Stil Gründen :)
    • MrEurovision 16.09.2019 20:30
      Highlight Highlight Klaus Zaug ist DER Eishockey-Chronist in der deutschschweiz. Er nennt sich dann halt auch gerne so...
    • mukeleven 16.09.2019 22:47
      Highlight Highlight er nennt sich nicht nur ‘chronist’, sondern auch eismeister. ein meister in der polemik - lesen muss ich ihn trotzdem immer...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Danywhere 16.09.2019 20:06
    Highlight Highlight Wunderbar geschriebene Reportage. Süffig und voller kleiner wissenswerter Dinge. Danke für diese kleine Flucht aus dem Alltag.

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