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Kampf gegen «Overtourism»: Capri verbietet grössere Reisegruppen

Kampf gegen «Overtourism»: Capri verbietet grössere Reisegruppen

08.02.2026, 20:3408.02.2026, 20:34
epa09305680 The stretch of sea in front of the Faraglioni crowded with boats, Capri island, southern Italy, 27 June 2021. High temperatures are expected in the country for the whole of next week. EPA/ ...
Zugeparkt: Boote in einer Buch der Insel Capri.Bild: keystone

Auf der bei Urlaubern beliebten italienischen Mittelmeerinsel Capri gelten ab der kommenden Sommersaison strengere Regeln für Touristen: Dann werden nur noch organisierte Reisegruppen von maximal 40 Menschen an Land gelassen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf einen einstimmigen Beschluss des Gemeinderats der Insel im Golf von Neapel.

Die beschlossenen Regeln sehen demnach ausserdem vor, dass Reiseleiter mit Gruppen von mehr als 20 Personen keine Lautsprecher mehr bei Führungen durch den Hauptort von Capri benutzen dürfen. Stattdessen sollen sie mit den Reisenden über Funkkopfhörer sprechen, um andere Menschen – vor allem Einheimische – in der Umgebung vor Lärm und Belästigung zu schützen.

Eines der meistbesuchten Urlaubsziele Italiens

Reiseleiter müssen sich künftig mit einer klar sichtbaren Plakette als Guide erkennbar machen und dürfen nicht mehr mit Regenschirmen oder an Stöcken befestigten Tüchern auf sich aufmerksam machen. Tourguides müssen zudem dafür Sorge tragen, dass ihre Gruppen während der gesamten Route geschlossen und sicher bleiben und nicht zu viel Raum einnehmen.

Capri zählt zu den bekanntesten und meistbesuchten Urlaubszielen Italiens. In der Hochsaison erreichen die Besucherströme im Schnitt bis zu 50'000 Menschen pro Tag. Auf der kleinen Insel leben gerade einmal etwa 13'000 Einwohner. Besonders im Sommer kommt es regelmässig zur Überfüllung an Häfen, Aussichtspunkten und historischen Sehenswürdigkeiten des Eilands. (sda/dpa)

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Datenanalysen des «Guardian» in Zusammenarbeit mit einer israelischen NGO zeigen, dass israelischen Siedlern und Militärs bei Gewaltakten im Westjordanland kaum juristische Konsequenzen drohen. Sogar ehemalige Regierungsvertreter sowie Militärangehörige Israels sprechen dabei von «jüdischem Terrorismus».
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