Schweiz
SVP

Antifa: Berner Regierung will linksextremistische Gruppen verbieten

Berner Regierung will Antifa und Co. vom Bund verbieten lassen

10.05.2026, 12:2210.05.2026, 12:22
Ungefaehr 1000 Personen ziehen bei einem antifaschistischen "Abendspaziergang" durch die Stadt Bern, am Samstag, 22. Oktober 2022. (KEYSTONE/Str)
Die Antifa ist in Bern präsent – hier beispielsweise an einem «antifaschistischen Abendspaziergang». (Archivbild, 2022)Bild: keystone

Der Berner Regierungsrat will sich beim Bund für ein schärferes Vorgehen gegen gewalttätige linksextremistische Gruppierungen wie die Antifa und den Schwarzen Block einsetzen. Er beantragt dem Grossen Rat die Annahme einer Motion von Thomas Fuchs (SVP/Bern), die ein Verbotsverfahren auf Bundesebene verlangt.

Gewalttätiger Extremismus stelle unabhängig von seiner ideologischen Ausrichtung eine ernstzunehmende Bedrohung für die innere Sicherheit sowie die öffentliche Ordnung dar, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf den Vorstoss. Die bei Ausschreitungen und Kundgebungen aufgetretene Gewalt sei mit den Grundprinzipien eines demokratischen Rechtsstaats nicht vereinbar.

Konkret will die Kantonsregierung darauf hinwirken, dass der Bund die rechtlichen Grundlagen für ein wirksameres Vorgehen prüft. Ein Verbot oder eine Strafverfolgung dürften nicht an zu hohen Anforderungen an den Organisationsbegriff scheitern, argumentiert der Regierungsrat.

Der Bundesrat hatte im März einen ähnlichen Vorstoss aus dem Nationalrat abgelehnt. Er begründete dies damit, dass die Antifa keine Organisation im engeren Sinn sei, sondern eine heterogene Bewegung beziehungsweise ein loses internationales Netzwerk ohne klare Organisationsstruktur.

Auch die Motion im bernischen Grossen Rat wurde ausgelöst durch die von Gewalt überschattete Gaza-Demo am 11. Oktober 2025 in Bern. Tags darauf hatte bereits der bernische Sicherheitsdirektor Philippe Müller ein Verbot der Antifa gefordert. Der Vorstoss von Fuchs kommt in der Juni-Session zur Sprache. (sda)

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El Vals del Obrero
10.05.2026 12:37registriert Mai 2016
Um so praktischer, wenn es gar keine eigentliche Organisation namens "Antifa" gibt.

So kann man die Mitgliedschaft bei Bedarf willkürlich erfinden, wenn es passt.

Putin (Verbot der LGBTusw-"Organisation") und Trump kennen sich damit bestens aus.
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Lord_ICO
10.05.2026 12:46registriert März 2016
Das ist so grandios lächerlich. Diese performative Politik der "Bürgerlichen", die kein einziges Problem löst, sondern nur dazu dient von den eigentlichen Problemen abzulenken nervt dich nur noch. Würde es den SVPlern nämlich wirklich darum gehen, zu Gewalt neigende Gruppierungen zu verbieten, dann müsste auch die Junge Tat, Massvoll und viele Fanvereinigungen von CH-Fussballclubs verboten werden…aber gut, die eigenen Unterstützer will man ja nicht vergraulen.
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Chuchichäschtli
10.05.2026 12:53registriert März 2022
Es fehlen hier die Junge Tat, PNOS, Nationalpartei, Résistance Helvétique, Schweizer Demokraten, die Patriotische Front und all die im Untergrund tätigen "Active Clubs".
https://www.srf.ch/news/schweiz/extremismus-schweizer-verbreiten-propaganda-von-neonazi-terrorgruppe
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