DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Serbian Orthodox Church clergy in Montenegro march and hold a banner reading: ''Judgment and Justice are in God's name'' as they protest the planned adoption of a religious law that they say will pave the way to strip the church of its property, in Podgorica, Montenegro, Tuesday, Dec. 24, 2019. Montenegro's pro-Western president has accused the church of promoting pro-Serb policies in Montenegro and seeking to undermine the country's statehood since it split from Serbia in 2006. (AP Photo/Risto Bozovic)

Angehörige des serbisch-orthodoxen Klerus protestieren in Podgorica gegen das neue Gesetz (24. Dezember 2019). Bild: AP

Umstrittenes Gesetz zu Kirchenbesitz – Spannungen vor orthodoxen Weihnachten in Montenegro



Ein kurz vor der Jahreswende beschlossenes Gesetz zur Registrierung des Kirchenbesitzes sorgt in Montenegro vor dem orthodoxen Weihnachtsfest für Spannungen. Zehntausende Menschen demonstrierten am Samstagabend in Podgorica und zahlreichen anderen Städten des Landes mit Prozessionen und öffentlichen Gebeten gegen das Gesetz.

Das berichtete das Portal «vijesti.me». Die orthodoxen Christen feiern das Weihnachtsfest am kommenden Montag und Dienstag.

Das neue Gesetz sieht vor, dass die im Lande tätigen Kirchen den Eigentumsstatus von Gebäuden und Immobilien klären müssen, die vor 1920 in ihren Besitz gelangt sind. Die Regelung könnte in den Konflikt zwischen der im Land dominierenden, Belgrad unterstellten serbisch-orthodoxen Kirche (SOK) und der neuen, autonomen montenegrinisch-orthodoxen Kirche (MOK) eingreifen. Die SOK befürchtet, dass ihr Kirchen und Klöster in Montenegro weggenommen werden sollen.

Die Spannungen werden auch von der nationalistischen Regierung in Belgrad angeheizt. Ein Mob von Rechtsradikalen und Fussballultras hatte vergangenen Freitag, ungehindert von den Behörden, vor der montenegrinischen Botschaft in Belgrad die dort ausgehängte Flagge mit Feuerwerksraketen beschossen. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic erwog einen Besuch bei SOK-Anhängern in Montenegro, nahm aber dann wegen der dadurch zu befürchtenden Eskalation Abstand davon.

Insgesamt ist das Land zwischen den Gläubigen beider Kirchen gespalten. Montenegro war bis 1918 unabhängig und ist es seit 2006 wieder. Dazwischen war es Teil verschiedener jugoslawischer Staatsgebilde. In der Regel sind orthodoxe Kirchen «autokephal», das heisst, keiner Kirche eines anderen Landes unterstellt. Bei neuen Staatsgründungen kommt es aber immer wieder – wie zuletzt auch im Fall der Ukraine – zu Konflikten mit der «Mutterkirche», die die Entstehung einer eigenen Kirche im neuen Staat nicht hinnehmen will. (cbe/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Konservative fahren in Madrid eindrucksvollen Wahlsieg ein

Die konservative Volkspartei (PP) hat mit ihrer Spitzenkandidatin bei der vorgezogenen Regionalwahl in der Hauptstadtregion Madrid, Isabel Díaz Ayuso, einen eindrucksvollen Sieg errungen. Laut Prognosen kam Ayusos PP am Dienstag auf 62 bis 65 der insgesamt 136 Sitze im Regionalparlament. Das wäre mehr als eine Verdoppelung ihres Ergebnisses von 2019.

Die linken Parteien konnten nach diesen Angaben nur mit insgesamt 56 bis 63 Sitzen rechnen und hätten damit keine Chance auf eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel