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Putin bittet China um Hilfe – USA: «Das ist eine unserer Sorgen»

Russland trifft bei dem Angriff auf die Ukraine auf erbitterten Widerstand und die Offensive kam in den vergangen Tagen kaum voran. Laut Medienberichten soll nun Moskau China um militärische Hilfe gebeten haben.
14.03.2022, 10:25
Wladimir Putin ist auf Hilfe aus dem Osten angewiesen.
Wladimir Putin ist auf Hilfe aus dem Osten angewiesen.Bild: keystone
Ein Artikel von
t-online

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat Russland nach Angaben von Vertretern der US-Regierung China nach dem Beginn des Kriegs in der Ukraine um militärische und wirtschaftliche Hilfe gebeten. Die nicht namentlich genannten Regierungsvertreter machten demnach keine Angaben dazu, welche Waffen oder Munition Moskau sich von Peking erhoffte. Auch blieb unklar, wie oder ob China auf die Anfragen reagierte, wie am Sonntag unter anderem die «Washington Post», die «New York Times» und die «Financial Times» berichteten. Russland habe auch um wirtschaftliche Unterstützung gebeten, um die Auswirkungen der Sanktionen zu begrenzen, hiess es.

Davon habe ich nie etwas gehört", sagte dagegen Liu Pengyu, Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington, auf die Frage, ob Russland China im Zuge der Invasion in der Ukraine um militärische Ausrüstung gebeten hat.

Treffen zwischen USA und China

Das kommunistische China hat sich im Konflikt um die Ukraine bislang um eine eher neutrale Haltung bemüht. Eine direkte Unterstützung für den Verbündeten Russland dürfte China Konflikte mit den Unterstützern der Ukraine einbringen – und diese westlichen Staaten repräsentieren den Löwenanteil der globalen Wirtschaft.

Die übereinstimmenden Medienberichte kamen einen Tag vor einem geplanten Treffen von US-Präsident Joe Bidens Nationalem Sicherheitsberater, Jake Sullivan, mit dem obersten chinesischen Aussenpolitiker, Yang Jiechi, am Montag in Rom. Dabei soll es nach US-Angaben auch um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine gehen.

Die US-Regierung hat China und chinesische Firmen bereits mehrfach davor gewarnt, Russland bei der Umgehung von Sanktionen zu helfen. In einem solchen Fall könnten chinesische Unternehmen selbst zum Ziel von US-Strafmassnahmen werden, hiess es.

«Das ist eine unserer Sorgen»

Jake Sullivan
Jake SullivanBild: keystone

Sullivan sagte am Sonntag im Gespräch mit dem TV-Sender CNN, die Regierung beobachte «genau», in welchem Umfang China Russland «materielle Unterstützung oder wirtschaftliche Unterstützung» gewähre. «Das ist eine unserer Sorgen», sagte er. Die US-Regierung habe Peking aber klar kommuniziert, dass die USA nicht untätig zusehen würden, falls ein Land Russland für die wirtschaftlichen Schäden der Sanktionen entschädigen sollte.

Der russische Finanzminister Anton Siluanow hatte zuvor erklärt, Moskau könne wegen der Sanktionen nicht mehr auf Devisenreserven im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar zugreifen. «Das ist etwa die Hälfte der Reserven, die wir hatten», sagte er am Sonntag dem russischen TV-Sender Rossija-1.

Er verwies darauf, dass ein Teil der Gold- und Devisenreserven in chinesischen Yuan gehalten werde und dass der Westen Druck auf Peking ausübe, den Handel mit Moskau zu beschränken. Der Minister zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich die Beziehungen zu China weiter verbessern würden.

(dpa,pdi)

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45 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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FrancoL
14.03.2022 11:00registriert November 2015
Sollte es der Wahrheit entsprechen, dann könnte es zu einer mehr als heiklen Situation mutieren.
Hoffen wir dass sich China da besonnen verhält und auch mitberücksichtigt, dass eine Ausweitung der Kriegshandlungen auch den chinesischen Absatzmarkt negativ beeinflussen könnte.
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Salvatore_M
14.03.2022 10:42registriert Januar 2022
Es ist ein Unterschied, ob man ein Land (Ukraine) mit Verteidigungswaffen beliefert, damit es sich gegen einen brutalen Aggressor zur Wehr zu setzen kann, oder ob man den Aggressor (Russland) selbst beliefert. Entscheiden sich die Chinesen für Lieferungen von Waffen oder Waffenteilen an Russland, dann wird dies wirtschaftspolitisch Konsequenzen haben.
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*Butterfly*
14.03.2022 10:36registriert Februar 2022
Als würde Russland (und auch China öffentlich) zugeben, dass sie in gemeinsamen Gesprächen stehen oder gar etwas "aushecken"....
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