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Wie im Kalten Krieg: NATO und russische Armee führen «rotes Telefon» ein



Die NATO hat angesichts der jüngsten Spannungen mit Moskau wegen des Ukraine-Konflikts einen direkten Draht zum russischen Militär eingerichtet. Ein NATO-Sprecher bestätigte am Sonntag im Brüssel einen entsprechenden Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS).

Die Verteidigungsminister des westlichen Militärbündnisses hätten bereits im Dezember betont, dass regelmässige Gesprächskontakte zwischen hochrangigen Militärs beider Seiten gerade in solchen Zeiten sinnvoll seien. Sie könnten auch dazu genutzt werden, mögliche «Missverständnisse» im Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten zu vermeiden.

GRAFIK --- Karte zur Ausdehnung der Nato Richtung Osten nach Ende der Sowjetunion (101 X 136mm hoch) vom Dienstag, 23. Dezember 2014 (KEYSTONE/Sanghamitra Dhar)

Bild: KEYSTONE

NATO-Oberbefehlshaber Philip Breedlove hatte im Januar angekündigt, dass der Kontakt mit dem russischen Generalstabschef Waleri Gerassimow wieder hergestellt werden würde. Die NATO habe die dafür nötigen Modalitäten Anfang dieses Jahres grundsätzlich gebilligt. Beide Seiten hätten also Kommunikationskanäle, die im Bedarfsfall genutzt werden könnten.

Rund um die Uhr

Sowohl der NATO-Oberbefehlshaber für Europa als auch der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses hätten die Erlaubnis, sich mit ihren russischen Kollegen in Verbindung zu setzen, bestätigte die Allianz. Die Kommunikationskanäle seien rund um die Uhr offen und würden regelmässig getestet. Die NATO machte keine Angaben dazu, wann das System aktiviert wurde.

Laut FAS wurden der russischen Seite in der vergangenen Woche Kontakt-Nummern übermittelt. Der Vorgang sei als «geheim» eingestuft worden. Die Initiative zu dem direkten Draht nach Moskau sei vom deutschen Aussenminister Frank-Walter Steinmeier ausgegangen.

Hintergrund waren unter anderem vermehrte russische Flüge mit Langstreckenbombern. Die NATO hat in diesem Jahr bereits mehr als 400 Mal mit Kampfjetstarts auf russische Flugmanöver im internationalen europäischen Luftraum reagiert.

The White House Kremlin

Die USA und die Sowjetunion richteten nach der Kubakrise ebenfalls den «heissen Draht» ein. Bild: AP

Keine Verletzung des NATO-Luftraumes bisher

Im Vergleich zum Vorjahr ist dies nach Angaben von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg eine Erhöhung der sogenannten Alarmstart-Zahl um 50 Prozent. In der Regel sei es dabei aber nicht zu einer Verletzung des NATO-Luftraums gekommen.

Die Sowjetunion und die USA hatten nach der Kuba-Krise von 1962 eine ständige Fernschreiberverbindung zwischen ihren Militärs eingerichtet. Sie wurde landläufig als «Rotes Telefon» bezeichnet. (lhr/sda/dpa)

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