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Star-Sängerin Anna Netrebko darf nach Putin-Kritik nicht mehr auftreten

Lange hielt sie sich mit Kritik am Kreml zurück. Doch nachdem Anna Netrebko diese Woche schliesslich ihr Schweigen gebrochen hat, bekommt sie nun die ersten Folgen zu spüren.
01.04.2022, 11:5501.04.2022, 12:24
Kritisierte Putin und wird nun dafür bestraft: Anna Netrebko.
Kritisierte Putin und wird nun dafür bestraft: Anna Netrebko.Bild: keystone
Ein Artikel von
t-online

Nach ihrer Kritik an Russlands Militäreinsatz in der Ukraine ist die russische Sopranistin Anna Netrebko  von einem Opernhaus in ihrem Heimatland ausgeladen worden. Das für den 2. Juni geplante Konzert der 50-Jährigen könne nicht stattfinden, erklärte die Oper im sibirischen Nowosibirsk am Donnerstag. Das Opernhaus warf der in Österreich lebenden Sängerin indirekt vor, ihr Heimatland verraten zu haben.

«In Europa zu leben und die Gelegenheit zu haben, in europäischen Konzertsälen aufzutreten, hat sich als wichtiger erwiesen als das Schicksal des Vaterlandes», hiess es in der Mitteilung der Oper mit Blick auf Netrebko. «Wir dürfen keine Angst vor Kulturschaffenden haben, die ihrem Land den Rücken zukehren. Unser Land ist reich an Talenten und die Idole von gestern werden durch andere ersetzt, die eine klare staatsbürgerliche Haltung haben.»

Netrebko hielt sich lange mit Putin-Kritik zurück

Netrebko stand seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Westen in der Kritik, weil sie als Unterstützerin von Kremlchef Wladimir Putin galt. Am Mittwoch distanzierte sie sich schliesslich ausdrücklich von Putin und seinem Militäreinsatz in der Ukraine. «Ich erkenne und bedauere, dass meine Handlungen oder Aussagen in der Vergangenheit zum Teil falsch interpretiert werden konnten», erklärte sie dazu.

Netrebko versicherte in der Erklärung zugleich, sie liebe ihr Heimatland Russland. Durch ihre Kunst strebe sie «ausschliesslich Frieden und Einigkeit an».

Netrebko und Putin 2008
Netrebko und Putin 2008Bild: keystone

Anfang März hatte Netrebko eine Auftrittspause angekündigt. Unter anderem die Bayerische Staatsoper hatte davor die Zusammenarbeit mit ihr beendet und dies auch mit einer fehlenden ausreichenden Distanzierung von Russlands Vorgehen gegen die Ukraine begründet. In der vergangenen Woche trennte sich dann Netrebkos Agentur in Deutschland von ihr.

Derzeit sehen sich viele Künstler, Sportler und andere Prominente aus Russland in dem Dilemma, dass der Westen eine Distanzierung von Putin und die Führung in Moskau eine Unterstützung ihres Vorgehens verlangen. Anfang März hatte die Stadt München den Chefdirigenten der Philharmoniker, Waleri Gergijew, wegen fehlender Distanzierung vom Kreml-Chef und dessen Militäreinsatz in der Ukraine entlassen.

(dpa,t-online )

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46 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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PixelPrinz
01.04.2022 12:21registriert Dezember 2020
Schon speziell: den Westen wegen Dekadenz verachten und wegen seiner angeblichen Schwäche verspotten, aber vor lauter Angst und Verunsicherung eine Sängerin nicht auftreten lassen .. lol. Zu einem solch starken und mächtigen Mann muss man ja geradezu aufschauen!
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Liebu
01.04.2022 12:50registriert Oktober 2020
Nachdem sie nahezu im Rest der Welt nicht mehr auftreten durfte, weil sie sich nicht von Putin distanzierte, hat sie wohl lange mit sich gerungen. Jetzt hat sie sich distanziert und darf nicht mehr in Russland auftreten. Damit hat sie sich aber wieder die Tür zum Rest der Welt aufgestossen. Ob sie sich aus Überzeugung oder aus Berechnung distanziert hat sei dahingestellt. Da sie in Österreich lebt, wird ihr das wohl mehr nützen als schaden.
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Mooncat
01.04.2022 12:55registriert Dezember 2015
Schade für die Opernwelt. Ich hoffe, der Wirbel rund um sie beruhigt sich bald und sie kann auf die Bühne zurückkehren.
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Rund 50 Tote bei Angriff im Osten von Burkina Faso

Im westafrikanischen Sahelstaat Burkina Faso sind am Donnerstag bei einem Angriff im Osten des Landes rund 50 Zivilisten getötet worden. Laut einem Armeesprecher stammten die Opfer aus der Madjoari-Region. Sie seien auf dem Weg zu dem Ort Nadiagou gewesen, als die Bewaffneten an einer Brücke das Feuer auf sie eröffnet hätten. Die Armee sei dabei, die Gegend zu sichern. Die Armee machte zunächst keine näheren Angaben zu den Tätern. Erst vor wenigen Tagen waren bei einem ähnlichen Angriff im Osten von Burkina Faso elf Soldaten getötet worden.

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