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Russland soll Grossteil der Reservisten bereits eingesetzt haben

Russland soll Grossteil der Reservisten bereits eingesetzt haben

Russland hat bei seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine mit erheblichen Verlusten zu kämpfen. Dem britischen Geheimdienst zufolge bleiben nun drei Optionen.
18.02.2023, 20:05
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Ein Artikel von
t-online

Russland steht nach britischen Angaben mit Blick auf die Truppenstärke seiner Streitkräfte für den Angriffskrieg gegen die Ukraine vor einer schwierigen Richtungsentscheidung. Das Militär dürfte mittlerweile den Grossteil der Reservisten eingesetzt haben, die bei der im September von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Teilmobilmachung einberufen worden waren, wie das britische Verteidigungsministerium am Samstag in seinem täglichen Geheimdienst-Update mitteilte.

Moskau stehe daher vor der schwierigen Entscheidung, entweder die Streitkräfte weiter aufzubrauchen, die Ziele zurückzuschrauben oder eine weitere Mobilisierung durchzuführen.

Schwer zu bestätigen

Auch ein «Welt»-Reporter in der Ukraine spricht von «enormen Verlusten, was Material, aber vor allem Menschenleben angeht.» Im Laufe des Freitags hätten die russischen Streitkräfte mehr als 1100 Soldaten verloren, so die morgendliche Veröffentlichung vom Generalstab der Ukraine. Die genaue Zahl ist schwer zu bestätigen, aber mehrere Quellen gehen davon aus, dass Russland täglich zwischen 500 und 1000 Soldaten verliert.

Die Briten sehen ausserdem einen Rückgang bei der Rekrutierung von Häftlingen für die russische Privatarmee Wagner. Deren Chef Jewgeni Prigoschin habe am Donnerstag einen Stopp der Rekrutierungen in den Gefängnissen erklärt. Ein Schlüsselfaktor dabei dürfte wohl auch eine zunehmende Rivalität zwischen dem russischen Verteidigungsministerium und der Söldnergruppe sein, hiess es aus London.

Russische Behördendaten deuten demnach auf eine Abnahme der Rekrutierungsrate bereits seit Dezember hin. Die Nachrichten über die harte Realität der Wagner-Söldner in der Ukraine seien wahrscheinlich bei den Gefängnisinsassen angekommen, schrieb das Ministerium.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast einem Jahr unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Updates zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Quellen

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(t-online/dsc)

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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Martin Baumgartner
18.02.2023 20:41registriert Juni 2022
Keine Truppen mehr? Kein Problem!

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Ungeschminkt lernt Frau Schwarzer jeden Gegner das Fürchten und die ewige Besserwisserei von Frau Wagenknecht treibt alle Soldaten in den Wahnsinn.
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butlerparker
18.02.2023 20:51registriert März 2022
Welch eine Verschwendung von Menschenleben.

Die Bereitschaft RUS Menschen in den Krieg zu ziehen ist überschaubar. Eine erneute Mobilisierungswelle könnte in der Tat zu einer innenpol. Veränderung führen.Denn es wäre auch das Eingeständnis der Verluste,die bisher bestritten werden.Der Krieg würde dann nach Peter+Moskau vordringen.

Die UA kann diesen Krieg gewinnen.Sie sind mit dem Leben ihrer Soldaten schonender umgegangen+das zahlt sich jetzt ein Stück aus.

Hoffen wir auf ein baldiges Kriegsende mit Sieg der UA
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Capsaicine
18.02.2023 21:28registriert August 2018
Bei all diesen Meldungen fühle ich mich einfach nur schlecht. Ok, es ist sehr wahrscheinlich, dass viele dieser Männer ihrer Menschlichkeit beraubt wurden und ihrerseits unmenschlich handeln. Krieg ist eh unmenschlich, für alle Beteiligten.
ABER: die alle kamen mal als unschuldige Babys auf die Welt, hoffend auf ein schönes Leben und Respekt / Liebe.
Es ist so krank und ich fühle mich so hilflos.
Wir Menschen könnten es doch besser?!
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