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Russland vermeldet Tod von Funktionär in Cherson

Russland vermeldet Tod von Funktionär in Cherson – Moskau berichtet von Attentat

Witali Gura soll in seinem Haus angegriffen worden sein. Kurz zuvor war ein prorussischer Lokalpolitiker mutmasslich vergiftet worden.
07.08.2022, 17:1107.08.2022, 17:11
Ein Artikel von
t-online

Ein Funktionär der russischen Besatzungsbehörden in der Region um die südukrainische Stadt Cherson ist nach Informationen von durch Russland eingesetzte Behörden nach einem Attentat gestorben. Witali Gura, stellvertretender Leiter der Verwaltung der Stadt Nowa Kachowka, sei «seinen Verletzungen erlegen», erklärte die örtliche Behördenvertreterin Katerina Gubarewa am Samstagabend in einem Statement der Behörden im Online-Dienst Telegram.

Foto aus Nowa Kachowka Mitte Juli: Der stellvertretende Verwaltungschef der Region soll tot sein.
Foto aus Nowa Kachowka Mitte Juli: Der stellvertretende Verwaltungschef der Region soll tot sein.Bild: Sergei Bobylev/imago images

Der Mann habe am Samstagmorgen bei einem «Attentat» in seinem Haus mehrere Schussverletzungen erlitten, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Kreise der Besatzungsbehörden.

Am Samstag hatte Moskau ausserdem bekanntgegeben, dass der Chef der von Russland eingesetzten Militärverwaltung in Cherson, Wolodymyr Saldo, mit Vergiftungserscheinungen im künstlichen Koma auf einer Intensivstation in Moskau liege. Er sei mit dem Verdacht auf Herzinfarkt und Schlaganfall eingeliefert worden, dieser Verdacht aber habe sich nicht bestätigt, hiess es. Ärzte äusserten die Vermutung, dass er vergiftet worden sei. Mehr zu dem Fall lesen Sie hier.

Politik der «Russifizierung»

Das von Russland kontrollierte Nowa Kachowka liegt am Fluss Dnjepr, rund 80 Kilometer östlich der Grossstadt Cherson. In den vergangenen Monaten waren bereits mehrere von Moskau ernannte Funktionäre in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine Ziel von Attentaten geworden.

Seit der Eroberung eines grossen Teils der Region Cherson und eines Teils der Gegend um Saporischschja treibt der Kreml eine Politik der «Russifizierung» mit Blick auf eine mögliche Annexion der Gebiete an Russland an. Moskau hat dort den Rubel als Währung eingeführt und die Bewohner ermutigt, sich russische Pässe ausstellen zu lassen.

Gleichzeitig treibt die ukrainische Armee seit mehreren Wochen eine Gegenoffensive rund um Cherson voran. Die Soldaten machten zwar Boden gut und näherten sich der 290'000-Einwohner-Stadt. Bisher gelang es ihnen jedoch nicht, die russischen Verteidigungslinien zu durchdringen.

((AFP,ann ))

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