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epa07968924 (FILE) - An image showing a gas flame behind pipelines in the desert at Khurais oil field, about 160 km from Riyadh, Kingdom of Saudi Arabia, 23 June 2008 (reissued 03 November 2019). According to media reports Saudi Arabia said it has approved plans for the state-owned oil producer Saudi Aramco to go public on the Saudi stock exchange Tadawul on 11 December 2019.  EPA/ALI HAIDER

Weniger gefragt als gedacht: Öl aus Saudi-Arabien. Bild: EPA

Wirren um Börsengang von Saudi Aramco: Top-Banker warten stundenlang

Eine Verzweiflungstat des saudischen Königshauses. Das sei der Börsengang des saudischen Ölgiganten Aramco, sagt der Präsident der Anlagestiftung Ethos, Rudolf Rechsteiner. Saudi-Arabien wolle dem Ende des Erdöl-Zeitalters zuvor kommen.

Niklaus Vontobel / ch media



Einige der Top-Banker der Welt warten fünf Stunden lang in einem Palast in Riad, Saudi-Arabiens Hauptstadt. Dann werden sie vorgelassen zur Audienz mit dem Vorsitzenden von Aramco, der grössten Ölfirma der Welt. Sie bringen bad News. So viel wie die Saudis gern hätten, wollen die Finanzmärkte nicht zahlen für die Aramco-Aktien. Zehn Minuten später werden sie wieder weggeschickt. Ohne einen Entscheid erfahren zu haben.

Am Tag darauf lesen sie in den Medien: Der globale Megabörsengang, der 100 Milliarden Dollar bringen sollte, ist vier Mal kleiner geworden. 25 Milliarden wollen die Saudis noch hereinholen. Die Aktien werden nicht mehr global vermarktet: in den USA, Asien und Europa. Bloss im eigenen Land sollen die Titel verkauft werden. Jahrelang haben die Top-Banker lobbyiert, nun sind sie überflüssig. Ihre Gebühren sinken drastisch.

Big Oil muss Aktionäre mit viel Geld bei Laune halten

Wenn Banker im saudischen Ölstaat einen Flop landen, sieht Rudolf Rechsteiner sich in seinem Basler Büro bestätigt. Der Präsident der Anlagestiftung Ethos warnt schon lange davor, in Unternehmen zu investieren, deren Geschäft abhängig ist von fossilen Brennstoffen. «Das Zeitalter des Erdöls ist schneller vorbei, als wir uns das heute vorstellen können.»

Die Vorzeichen sind da, sagt Rechsteiner. Big Oil muss die Aktionäre mit viel Geld bei Laune halten, sonst fliehen sie. Gemäss «Wall Street Journal» strapazieren die Zahlungen für Dividenden und Aktienrückkäufe bereits heute die Bilanzen der grossen Ölkonzerne. Im Börsenindex S&P500 hat der Energiesektor bereits im letzten Jahrzehnt die schlechteste Rendite. Künftig könnten auf Big Oil neue Steuern zukommen und strengere Regeln, weil Regierungen gegen den Klimawandel kämpfen müssen. Überflutete Küstenstädte könnten womöglich Schadenersatz fordern.

epa07969404 President and CEO of Saudi Aramco Amin Nasser (L) and Aramco chairman Yasir al-Rumayyan attend a press conference to announce an initial public offering of the state oil producer, in Dhahran, Saudi Arabia, 03 November 2019. According to media reports Saudi Arabia said it has approved plans for the state-owned oil producer Saudi Aramco to go public on the Saudi stock exchange Tadawul on 11 December 2019.  EPA/STRINGER

Der Präsident von Aramco, Amin Nasser (links), an einer Pressekonferenz. Bild: EPA

«Solar und Wind stehen vor dem Durchbruch»

Derweil durchlaufen Solar- und Windenergie den typischen Pfad von Technologien, die sich am Markt durchsetzen. In den letzten 30 Jahren hat sich ihre Stromerzeugung alle zwei oder drei Jahre verdoppelt. «Bleibt es dabei, kommt im Jahr 2030 aller Strom aus Solar- und Windenergie.» Auch das Problem kostengünstiger Speicherung ist technisch gelöst. In den USA sind Solaranlagen mit Batterie am Netz, die preislich die Brennstoffkosten herkömmlicher Kraftwerke unterbieten. «Solar und Wind stehen vor dem Durchbruch.»

«Es ist eine Verzweiflungstat des saudischen Königshauses.»

Rudolf Rechsteiner

Diese Prognose steht für Rechsteiner nicht in einem Widerspruch zum Börsengang der staatlichen Aramco. Im Gegenteil: Damit werde versucht, die Ölreserven vorher noch zu Geld zu machen. Die Risiken werden auf die Aktionäre abgewälzt. «Es ist eine Verzweiflungstat des saudischen Königshauses.»

Damit ist der Börsengang von Aramco ein kleines Lehrstück: In Zeiten des Klimawandels geraten Investitionen in Ölfirmen zu einem Vabanquespiel. Doch das Beispiel Aramco ist zu vielschichtig, um sich nur mit dem Klimawandel erklären zu lassen. Das sieht Rechsteiner ebenso: «Zum Beispiel sind die Gewinne von Aramco eine politische Grösse. Das Königshaus kann jederzeit Steuern auf den Export von Erdöl erheben.»

Die Begründung hörte er nicht mehr, er flippte aus

Der Börsengang ist an den globalen Finanzmärkten durchgefallen. Als nationale Veranstaltung hat sich sein Charakter gewandelt. Die Dimensionen sind noch immer immens. Mit einem Erlös von 25 Milliarden wäre es einer der grössten Börsengänge der Welt. Doch nun wird dem heimischen Publikum ein Angebot gemacht, dass es kaum ablehnen kann. Der Kauf von Aktien wird zur nationalen Pflicht erkoren. Banken puschen mit günstigen Krediten. Kritiker sprechen von «Nötigung.»

Nicht zuletzt tragen die Banker eine Mitschuld. Sie hatten die hohen Erwartungen zuerst noch bestätigt, so die Financial Times. Als sie darum buhlten, mittun zu dürfen beim Börsengang, sagten sie einen Erlös von 100 Milliarden vorher, wenn 5 Prozent der Aktien verkauft würden. Aramco wäre 2 Billionen wert gewesen. Nachdem die Banker mit Investoren geredet hatten, sagten sie: Es könne auch nur halb so viel werden. Die Gründe habe der Vorsitzende von Aramco nicht mehr gehört. Es heisst, er sei ausgeflippt. (aargauerzeitung.ch)

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Drohnenangriff auf die grösste Ölraffinerie Saudi-Arabiens

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hansolo 24.11.2019 22:25
    Highlight Highlight Ist nicht die Credit Suisse mit im IPO Konsortium? Die Aktien werden morgen wahrscheinlich nicht performen.
    • Der Rückbauer 24.11.2019 23:38
      Highlight Highlight Tja, die CS ist überall dabei, wo es Geld und Zoff gibt.
  • Marco_ 24.11.2019 19:58
    Highlight Highlight BAnker warten lassen find ich ganz sympathisch 😂
  • Team Insomnia 24.11.2019 19:52
    Highlight Highlight Ach jööö do zerspringt mis Härzli!

    Die arme, arme Top-Banker😂🙃.
  • Hypnos350 24.11.2019 19:46
    Highlight Highlight Gute Nachrichten im Kampf gegen Terror
  • Maya Eldorado 24.11.2019 19:20
    Highlight Highlight Eine Frage, die mich schon lange umtreibt, aber ganz direkt mit dem Thema hier nicht viel zu tun hat.

    Warum tragen die Saudis immer so eine Art Heiligenschein auf dem Kopf?
    • Kruk 25.11.2019 04:00
      Highlight Highlight Vielleicht damit das Kopftuch nicht davon fliegt bzw umherrutscht?
      Ist ja nicht nur bei den Saudis üblich. Wird auch von jedem Völkchen ein bisschen ein anderes Model getragen. Daran kannst du, mit geübtem Blick einen Saudi von einem Qatari unterscheiden, oder so.
    • Kruk 25.11.2019 04:48
      Highlight Highlight https://de.m.wikipedia.org/wiki/Agal
  • carlos zapato 24.11.2019 18:43
    Highlight Highlight Öl-Aktien? Total aus der Zeit gefallen. Das kann sich kaum jemand mehr "leisten".
    • ursus3000 24.11.2019 19:12
      Highlight Highlight klar heute braucht man Facebook UBER und GOOGLE Aktien , die produzieren wenigstens was
    • Demo78 24.11.2019 23:30
      Highlight Highlight 😂😂😂
  • Markus97 24.11.2019 18:39
    Highlight Highlight Das interessante ist doch: Scheinbar glaubt Saudi-Arabien nicht das Öl eine Zukunft hat. Man verkauft die Konzerne um das Geld anders investieren zu können. Und ob man sie mag oder nicht die Saudis dürften viel Ahnung von diesem Markt haben...
  • D_M_C 24.11.2019 18:37
    Highlight Highlight Lasst uns ein neues Zeitalter einläuten. Ein Zeitalter der sauberen Energie. Ganz ohne Kohle, Öl und Gas.
    • ursus3000 24.11.2019 19:08
      Highlight Highlight und Morgen fahren alle wieder zur Tankstelle
    • ursus3000 24.11.2019 19:35
      Highlight Highlight Luft Liebe und Smartphone reichen komplett
    • Varanasi 24.11.2019 22:54
      Highlight Highlight @ursus
      Wenn es dann endlich bezahlbare Alternativen gibt, braucht niemand mehr eine Tankstelle 😊.
  • Snowy 24.11.2019 18:34
    Highlight Highlight Bad News für Saudi Arabien = Good News für die Welt.
  • Der Tom 24.11.2019 18:19
    Highlight Highlight Der soll ruhig ausflippen und Öl und Aktien behalten.

«Öko-Angst»: Neuseeland macht Klimawandel zum Schulfach – folgt auch die Schweiz?

Zuerst Italien, nun auch Down Under: In Neuseeland sollen die Schulen den Kindern alles über den Klimawandel beibringen. Inklusive «Öko-Angst»-Bewältigung und Klima-Aktivismus. In der Schweiz geht man derweil andere Wege.

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