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Airlines wie Emirates und Etihad fliegen den Flughafen Zürich wieder an

In Zürich gestrandet: Ein Airbus A380 der Fluggesellschaft Emirates aus Dubai.
In Zürich gestrandet: Ein Airbus A380 der Fluggesellschaft Emirates aus Dubai.Bild: Keystone

Trotz Iran-Krieg: Flughafen Zürich erwartet neue Rekordzahlen

Airlines wie Emirates und Etihad fliegen den grössten Schweizer Airport wieder an, aber noch immer kommt es zu vielen spontanen Ausfällen. Das Geschäft des Flughafens leidet darunter kaum: Er rechnet mit neuen Rekordzahlen.
10.03.2026, 19:4410.03.2026, 19:44

Wo immer ein Airbus A380 landet, stehen Flugzeugfans mit ihren Kameras bereit. Am Flughafen Zürich haben sie gerade viel Zeit, das grösste Passagierflugzeug der Welt abzulichten. Wegen des Angriffs der USA und Israels auf den Iran und den darauffolgenden Angriffen Irans auf die Golfstaaten steht ein Exemplar von Emirates in Erwartung friedlicherer Zeiten auf einem Standplatz in Zürich.

Wann es die Airline wieder ausfliegt, ist unklar. Verwendung hat Emirates derzeit nicht für den A380: Auf dem Heimatflughafen Dubai ist die Kapazität eingeschränkt, weil in den Vereinigten Arabischen Emiraten Gefahr durch iranische Drohnen droht. Diese haben dort in den vergangenen Tagen drei Menschen getötet.

Auch ein A350 der Airline Qatar aus dem gleichnamigen Land und eine Boeing 787 der Gesellschaft Etihad aus Abu Dhabi sind seit einigen Tagen am Flughafen Zürich gestrandet. Punktuell würden die Gesellschaften aus der Krisenregion Zürich wieder anfliegen, sagte Flughafen-Chef Lukas Brosi am Dienstag anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen. Dies geschehe aber mit reduzierter Kapazität. Die Situation bleibe «dynamisch». So habe etwa am Montagabend ein Flug nach Dubai kurzfristig storniert werden müssen.

Auswirkungen aufs Geschäft sind klein

Wann die gestrandeten Flugzeuge abgeholt werden, ist aber unklar. Der Flughafen kommt den betroffenen Gesellschaften laut Brosi entgegen, indem er ihnen einen Teil der Parkgebühren erlässt. Auch bei Passagieren zeige er sich kulant – etwa, wenn ein Flug wegen der Krise ausgefallen sei und das Auto von Reisenden länger als geplant im Parkhaus stehen müsse.

Welche Auswirkungen der Konflikt auf das Geschäft hat, sei noch nicht abschätzbar, sagte Brosi. Allzu gross dürfte der Einfluss nicht sein. Vergangenes Jahr machten Flüge in die Krisenregion etwa 5 Prozent des Passagiervolumens am Flughafen Zürich aus. Selbst wenn die wichtigste Airline am Flughafen Zürich, die Swiss, vorerst bis und mit 15. März alle Flüge nach Dubai und bis 2. April alle Flüge nach Tel Aviv ausgesetzt hat: Das Geschäft mit Europaflügen und solchen nach Nordamerika bleibt für den grössten Schweizer Airport deutlich wichtiger.

Lukas Brosi, CEO der Flughafen Zuerich AG spricht an der Bilanzmedienkonferenz der Flughafen Zuerich AG am Dienstag, 10. Maerz 2026 in Zuerich Kloten. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
Flughafen-Chef Lukas Brosi erwartet für 2026 einen neuen Passagierrekord.Bild: keystone

Für dieses Jahr rechnet der Flughafen denn auch mit einem weiteren Passagierwachstum in der Höhe von 2 bis 3 Prozent auf über 33 Millionen Reisende. Es wäre ein neuer Rekordwert, nachdem 2025 mit 32,6 Millionen Reisenden die Bestmarke geknackt wurde. Einen Rekord gab es vergangenes Jahr auch beim Konzernergebnis: Es stieg um 6 Prozent auf 346,5 Millionen Franken.

Das hat mehrere Gründe. So erhöhten sich die Einnahmen aus Flugbetriebsgebühren um 6 Prozent auf 612 Millionen Franken. Positiv entwickelten sich auch die Mieterträge, etwa aus der Grossüberbauung Circle, und das Geschäft mit internationalen Beteiligungen. Der Flughafen ist an zehn Airports vor allem in Südamerika beteiligt, bei den meisten mit einer Mehrheit. Vor kurzem erhielt er zudem die Betriebslizenz für sein bisher grösstes Auslandsprojekt, den neuen Flughafen Noida im Süden von Delhi in Indien.

Läuft alles nach Plan, wird dieser in den nächsten Wochen eröffnet. Er soll in einer ersten Phase etwa 12 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen. Am Ende der 40-jährigen Konzessionsperiode sollen es bis zu 70 Millionen sein. Einen grossen Beitrag zum Gewinn wird Noida dieses Jahr noch nicht leisten, im Gegenteil. Bedingt durch Finanzierungskosten und Abschreibungen erwartet der Flughafen einen Rückgang des Konzerngewinns. Künftig soll die Beteiligung aber helfen, die Erträge zu steigern und das Geschäft des Flughafens zu diversifizieren.

Jeden Tag wird eine Million investiert

Nach Investitionen von 716 Millionen Franken im vergangenen Jahr – davon 500 Millionen in der Schweiz – plant der Flughafen Zürich dieses Jahr mit Ausgaben von etwa 450 bis 500 Millionen Franken, davon 350 bis 400 Millionen Franken am Standort Zürich. Seit der Kotierung vor 25 Jahren investiere der Flughafen jeden Tag durchschnittlich eine Million Franken in Zürich, sagte Brosi. Am Flughafen arbeiten 35'000 Mitarbeitende. Er ist eines der grössten Arbeitsplatzzentren der Schweiz und ein wichtiger Export-Hub: Jeden Tag verlassen 1200 Tonnen Luftfracht den grössten Landesflughafen.

Weil die Passagierzahlen steigen, senkt der Flughafen per Oktober zudem die Gebühren für Airlines um 10 Prozent. Das erhöhe die Wettbewerbsfähigkeit noch einmal, sagte Finanzchef Kevin Fleck auf Anfrage von CH Media. Einen Ansturm der Billigflieger, denen Zürich bisher oft zu teuer war (mit Ausnahme etwa von Easyjet und Eurowings), erwarte er aber nicht. Denn oft fliegen diese einen Flughafen erst neu an, wenn sie Incentives erhalten – wenn also für sie die Gebühren stark gesenkt oder gar ganz erlassen werden.

Vom guten Geschäftsgang profitieren auch die Aktionäre. Die Dividende soll von 5.70 auf 8.50 Franken pro Titel erhöht werden. Die grössten Aktionäre des Flughafens sind der Kanton Zürich mit 33 Prozent plus einer Aktie sowie die Stadt Zürich, die 5 Prozent besitzt. Die Staatskasse wird dank der Dividenden also insgesamt um über 100 Millionen Franken aufgebessert.

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