International
Schweiz

Schweiz beteiligt sich schon an Diskussionen im Uno-Sicherheitsrat

Schweiz beteiligt sich schon an Diskussionen im Uno-Sicherheitsrat

25.11.2022, 19:1825.11.2022, 19:18

Obwohl die Schweiz erst ab Januar Mitglied des Uno-Sicherheitsrats sein wird, beteiligt sie sich seit Anfang Oktober in der Rolle als Beobachterin zum Teil schon an Diskussionen. Das hat die Schweizer Uno-Botschafterin Pascale Baeriswyl in einem Interview mit Schweizer Radio SRF ausgeführt.

epa10002498 Pascale Baeriswyl, Ambassador and Permanent Representative of Switzerland to the United Nations addresses the UN General Assembly at the UN headquarters in New York, USA, 08 June 2022. The ...
Pascale Baeriswyl im Juni dieses Jahres an der UNO-Generalversammlung.Bild: keystone

In dem am Freitag auf der SRF-Internetseite veröffentlichten Gespräch sagt Baeriswyl weiter, sie stelle bereits ein erhöhtes Interesse an der Schweiz fest.

Als an den Sitzungen Beteiligte erhalte die Schweiz «auf einmal Zugang zu einer riesigen Menge an Informationen», so Baeriswyl weiter. «Wir erhalten überall Einblick und können uns so Schritt für Schritt vorbereiten.»

Befragt zum Klima im Uno-Sicherheitsrat, sagt die Botschafterin, sie nehme einen grossen Kontrast wahr zwischen dem guten Verhältnis zwischen allen Uno-Botschafterinnen und -Botschaftern einerseits und dem tiefen Misstrauen zwischen den Ländern, die diese vertreten. «Das fasziniert und erschüttert gleichzeitig.»

Kein Vorteil für Verhältnis zu EU

Dass die Europäische Union derzeit im Sicherheitsrat nur noch mit zwei Ländern vertreten ist, hat laut Baeriswyl bisher nicht zu Vereinnahmungsversuchen der EU gegenüber der Schweiz geführt: «Wir vertreten eine unabhängige Aussenpolitik.» Da die Schweiz und die EU gleiche Werte verträten, resultierten aber häufig ähnliche Positionsbezüge.

Die Schweizer Uno-Botschafterin glaubt auch nicht, dass die neue Rolle der Schweiz in der Uno zur Verbesserung der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU beiträgt: «Bilaterale Probleme muss man bilateral anschauen.»

Zwei Jahre lang Mitglied

Die Schweiz ist im vergangenen Juni zum Mitglied des Uno-Sicherheitsrats gewählt worden. Sie wird in diesem Gremium von Januar 2023 bis Dezember 2024 Einsitz nehmen.

Bereits im September sagte Baeriswyl, ab Anfang Oktober werde die Schweiz täglich an allen Sitzungen in den Gremien des Sicherheitsrates teilnehmen, vorerst als Beobachterin. Schon jetzt würden die neuen Mitgliedsländer zu manchen Gesprächen beigezogen und wüchsen so in die Aufgaben des Rates. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Hohe Konzentration hochgiftiger Pestizide in Luzerner Fluss gefunden – die Sonntagsnews
Schweizer Parlamentarier haben eine Freundschaftsgruppe für Grönland gegründet und Nestlé hat nach einem Preisstreit die Lieferung von Thomy-Mayonnaise an die Migros eingestellt: Das findet sich in den Sonntagszeitungen.
Die Betreiber der Bar Le Constellation in Crans-Montana sind laut «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» vor dem tödlichen Brand Ziel zweier Untersuchungen im Wallis gewesen. Eine erste Untersuchung habe den Verdacht auf missbräuchliche Verwendung eines Covid-Kredits über 75’500 Franken für den Kauf eines Maserati betroffen. Das Verfahren sei jedoch mit einer Nichtanhandnahmeverfügung abgeschlossen worden, nachdem das Betreiberpaar nachgewiesen habe, dass das Fahrzeug nicht privat genutzt worden sei, sondern in der Buchhaltung des Betriebs figurierte. Eine zweite Untersuchung habe die kantonale Arbeitsinspektion geführt. Diese sei nach Anzeigen französischer Angestellter wegen nicht eingehaltener Arbeitszeiten, nicht bezahlter Nachtarbeit und missachteter Ruhezeiten aktiv geworden. Anfang 2022 seien mehrere Inspektoren vor Ort eingesetzt worden. Welche Konsequenzen die Walliser Behörden aus den Vorwürfen gezogen hätten, sei laut den Zeitungen unklar.
Zur Story