Schweiz
International

Fernbus rast auf Pannenstreifen und überholt waghalsig Autos – Busfahrer wird suspendiert

1 / 5
Fernbus auf Überholspur
Facebook-User Dirk P. filmte, wie ein Fernbus am 20. März auf dem Pannenstreifen raste.
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Fernbus rast auf Pannenstreifen und überholt waghalsig Autos – Busfahrer wird suspendiert

Der deutsche Busbetreiber MeinFernbus steht zurzeit massiv unter Kritik: Ein Fahrer soll vergangene Woche auf einem Pannenstreifen gerast sein und dabei andere Autofahrer in Gefahr gebracht haben. 
27.03.2015, 19:3128.03.2015, 09:35

Dirk P. ist Lastwagenfahrer in Deutschland und fuhr vergangenen Freitag von Giessen nach Bad Hersfeld. Kurz vor 17 Uhr überholte einen Bus des Betreibers MeinFernbus auf dem Pannenstreifen den Lastwagen von rechts. Dirk P.* war ausser sich und postete ein Video von diesem Überholmanöver auf Facebook: «Ich hätte fast noch die Pkws auf der linken Spur mitgenommen.»

Das Video wurde seither über 1500 mal auf Facebook geteilt. Armin F.* etwa zeigte sich ebenso schockiert und nannte die Fahrkünste des Busfahrers «rücksichtslos und leichtsinnig». Der Grundtenor der Facebook-User ist eindeutig: Der Chef des Busfahrers soll dieses Video sehen.

Die Mediensprecher von «Mein Fernbus» erfuhren erst in der Nacht auf Freitag von diesem Video. Man sei derzeit dran, das Ganze auszuwerten. «Für eine Gesamtbeurteilung des Geschehens jedoch kann das Video nicht die alleinige Grundlage sein», schreibt MeinFernbus auf Facebook. 

Busfahrer wird suspendiert

Für den Busfahrer hat dies jetzt bereits Konsequenzen. Wie die Presseabteilung auf Facebook weiter schreibt, habe sich der Busbetreiber gemeinsam mit dem Buspartner entschieden, den Fahrer «bis zur endgültigen Klärung des Sachverhaltes» nicht mehr bei MeinFernbus FlixBus zum Einsatz kommen zu lassen.

Anfang 2013 hat Deutschland den Fernbus-Verkehr liberalisiert. In diesem neuen Markt etablierten sich mit rasanter Geschwindigkeit neue Buslinien-Betreiber, so auch MeinFernbus, welches mittlerweile auch Linien in und durch die Schweiz anbietet. Die Fernbusse punkten gegenüber der Bahn vor allem durch tiefe Preise und Service wie Internet on Bord.

In der Schweiz ist der Fernbusverkehr reguliert. Wie «Tages-Anzeiger» Mitte März recherchierte, sind Strecken innerhalb der Schweiz nicht erlaubt, ausser der Anbieter besitzt eine Konzession. Fernbusanbieter wie MeinFernbus nutzen dabei eine Grauzone aus: Schweizer Pendler können ein Ticket ins Ausland buchen und den Bus bei einem Zwischenstopp verlassen.

* Namen der Redaktion bekannt

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Brutale Szenen in Frankreich: Gewaltspirale dreht sich immer schneller
Die Lage an den Gymnasien im ganzen Land artet aus. Verantwortlich ist auch das Machtvakuum im Elysée. Präsident Macron hat die Lage nicht mehr im Griff.
Die Stimme auf dem kurzen Video klingt verzweifelt: «Nein, nicht das Klavier!», ruft eine Angestellte des Gymnasiums von Moissy-Cramayel südöstlich von Paris den vermummten Jugendlichen zu, die auf ihrem Saubannerzug auch ein Klavier in der Eingangshalle umstürzen und darauf herumspringen. «Nicht das Klavier!», ruft die Frau immer wieder. «Nein, nein, nein!»
Zur Story