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Getötete Schweizer Missionarin in Mali identifiziert



Die von Islamisten get

Bild: sda

In Mali sind die sterblichen Überreste der 2020 von ihren Entführern getöteten Basler Missionarin Beatrix Stöckli gefunden und identifiziert werden. Ihr Leichnam solle so rasch als möglich in die Schweiz überführt werden, teilte das EDA am Mittwoch mit.

Bundesrat Ignazio Cassis schrieb auf Twitter: «Wir haben nun die traurige Gewissheit, dass Beatrix Stöckli gestorben ist. Meine Gedanken sind bei der Familie unserer Landsfrau.» Er sei erleichtert, dass dieser Fall kurz nach seinem Besuch in Mali habe geklärt werden können, so der Schweizer Aussenminister weiter. Er danke den malischen Behörden für ihre «wertvolle Unterstützung».

Bei seinem Besuch in dem afrikanischen Land im Februar habe sich Bundesrat Cassis auf höchster Ebene für eine Lösung dieses Falls eingesetzt, hielt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in einer Medienmitteilung fest.

Die Schweizerin war Anfang 2016 entführt worden. Im Oktober 2020 wurde bekannt, dass die dschihadistische Terrororganisation Jama’at Nusrat Al-Islam wal Muslimin (JNIM) dahinter steckte. Von dieser wurde sie mutmasslich auch getötet.

DNA-Proben in Zürich untersucht

Vor einigen Tagen hätten die malischen Behörden die Schweiz darüber informiert, dass ihnen die sterblichen Überreste einer Person übergeben wurden - mutmasslich jene der Schweizer Geisel, schrieb das EDA. Die malischen Behörden hätten die Entnahme von DNA-Material angeordnet.

Die DNA-Proben seien anschliessend für weitere Untersuchungen via die schweizerische Vertretung in Bamako in die Schweiz gebracht worden. Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich habe nun bestätigt, dass es sich beim untersuchten Material um die DNA der ehemaligen Schweizer Geisel handle.

Der Leichnam der Schweizerin werde nach der Freigabe durch die malischen Behörden in die Schweiz überführt. Die sterblichen Überreste würden der Familie übergeben.

Task Force weiter im Einsatz

Die Schweizer Behörden hätten in den letzten Monaten von den malischen Behörden unablässig die Übergabe der sterblichen Überreste sowie die Aufklärung der Todesumstände gefordert, schrieb das EDA weiter. Die interdepartementale Task Force arbeite nach wie vor an diesem Fall und stehe in ständigem Kontakt mit der Familie und den malischen Behörden.

Sie umfasse Vertreterinnen und Vertreter des EDA, des Bundesamtes für Polizei (Fedpol), des Nachrichtendiensts des Bundes (NDB) und der Bundesanwaltschaft. Zu Einzelheiten äussere sich das EDA aus Datenschutzgründen und angesichts des laufenden Strafverfahrens nicht.

Beatrix Stöckli, die seit Jahren in Timbuktu als Missionarin tätig war, war Anfang 2016 bereits zum zweiten Mal entführt worden. Bereits im April 2012 war sie ein erstes Mal von Islamisten verschleppt worden. (aeg/sda)

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