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UBS und CS müssen Leute einstellen – die Sonntagsnews

epa10498477 An airplane of the German airline Lufthansa lands at the international airport in Frankfurt am Main, Germany, 02 March 2023. According to a press release by Lufthansa, the group continues  ...
Flüge nach Übersee sind um einiges teurer als vor der Coronapandemie.Bild: keystone

Flüge nach Corona viel teurer, UBS und CS müssen Leute einstellen – die Sonntagsnews

Das Visums-Programm für Erdbebenopfer wird eingestellt, mehr gemeldete Rassismusfälle und ein ukrainischer Oligarch in einer Schweizer Kirche: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
23.04.2023, 07:16
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Visums-Programm für Erdbebenopfer soll beendet werden

Der Bund will das Visums-Programm für Erdbebenopfer aus der Türkei und Syrien beenden. Das zeigen Recherchen der «NZZ am Sonntag». Bisher haben rund 300 Personen aus dem Katastrophengebiet von einem beschleunigten Verfahren profitiert. Gemäss den neusten Zahlen des Staatssekretariates für Migration (SEM) 239 Türkinnen und Türken sowie 59 Personen aus Syrien. Doch jetzt soll mit den schnellen Visas Schluss sein. Das SEM hat die Staatspolitische Kommission des Nationalrats diese Woche informiert. Gemäss gut unterrichteten Quellen will das Departement von Bundesrätin Baume-Schneider das Programm Mitte Mai beenden. Die Diaspora hat vor allem die Grosseltern-Generation aus dem Katastrophengebiet in die Schweiz geholt.

Mehr Rassismus in der Schweiz

Beratungsstellen in der Schweiz meldeten im letzten Jahr 708 Rassismus-Fälle – so viele wie noch nie. Das geht aus einem noch unveröffentlichten Bericht der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) und der Organisation humanrights.ch hervor, der «SonntagsBlick» vorliegt. Die Zahlen steigen seit Jahren (2020: 572 Fälle; 2021: 630). Laut EKR-Präsidentin Martine Brunschwig Graf bedeute das aber nicht zwingend, dass Rassismus in der Schweiz zunimmt. «Wir gehen davon aus, dass sich aufgrund der zunehmenden Sensibilisierung auf das Thema sowohl Betroffene als auch Zeuginnen und Zeugen von Vorfällen vermehrt an Beratungsstellen wenden», sagte sie. Am häufigsten diskriminiert wurde am Arbeitsplatz (133 Fälle) und im Bildungsbereich (116).

Flugpreise weit höher als vor Coronapandemie

Corona war ein Albtraum für die Luftfahrtindustrie. Vor drei Jahren mussten Airlines weltweit mit Staatsmilliarden gestützt werden, um nicht bankrottzugehen. Doch heute entpuppt sich die Pandemie für sie als Segen. «Langstreckenreisen haben sich zwischen 30 Prozent und 45 Prozent verteuert. Nach Kathmandu hat sich der Flugpreis sogar fast verdoppelt», sagte André Lüthi, Gründer und Präsident des Schweizer Individualreisen-Spezialisten Globetrotter zur «NZZ am Sonntag». «Die Airlines profitieren davon, dass Corona den ruinösen Preiswettbewerb beendet hat», stellte Lüthi fest. Die Swiss bestätigte: «2023 erwarten wir weiterhin Preise über den Werten von vor der Pandemie. Dies aufgrund des noch immer knappen Angebots und der demzufolge reduzierten Verfügbarkeit tiefer Ticketpreise.»

Sanktionierter pro-russischer Oligarch in Zürich aufgetaucht

Die Ukraine hat den pro-russischen Oligarchen Wadim Nowinski auf ihre eigenen Sanktionslisten gesetzt, Vermögen von knapp 100 Millionen Dollar eingefroren und Ermittlungen gegen ihn eröffnet, unter anderem wegen «Hilfe für den Aggressor-Staat». Nowinski streitet die Vorwürfe ab. Der Oligarch verschwand letztes Jahr aus der Ukraine, doch die «SonntagsZeitung» will ihn nun in Zürich gefunden haben. Der Diakon zelebrierte über Ostern zahlreiche Messen in der russisch-orthodoxen Kirche an der Narzissenstrasse in Zürich. Gegenüber der «SonntagsZeitung» sagte er nach einem Gottesdienst: «Ich kehre in die Ukraine zurück, sobald die Bedingungen dafür gegeben sind.» Ein Vertreter der Zürcher Auferstehungskirche bestätigt, dass Nowinski seit dem 29. März «gelegentlich bei uns zelebriert». Er sei der Gemeinde nicht formell zugeteilt, er könne aber «als Kleriker, der unter keiner kirchlichen Strafe steht, bei uns zelebrieren, wenn er das will».

Anstatt Entlassungen: UBS und CS müssen offenbar Personal einstellen

Nächste Woche geben die Credit Suisse und die UBS ihre Zahlen bekannt. Bei der CS erwartet man einen Bericht des Grauens, angesichts des vielen Geldes, das von den Kunden abgezogen worden ist. Von der UBS erhofft man sich Informationen darüber, wie die geplante Monsterbank aussehen wird und wie viele Angestellte wegen der Fusion gehen müssen. Recherchen der «SonntagsZeitung» haben ergeben, dass es vorläufig keine Entlassungen geben wird. Im Gegenteil: UBS und CS müssen kurzfristig sogar mehr Personal einstellen. Dies mindestens so lange der Übernahmevertrag noch nicht steht und die Fusion noch nicht überall bewilligt ist. Denn bis dahin müssen die Banken doppelt geführt werden und angesichts der drohenden Entlassungen kam es weltweit bereits zu sehr vielen Kündigungen, vor allem bei der CS.

Mehr Menschen auf Organ-Warteliste sterben

Im Jahr 2022 starben 88 Menschen mit einem Platz auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Das ist trauriger Rekord, wie «SonntagsBlick» schreibt. Und auch im neuen Jahr sieht es düster aus: Zwischen Januar und März starben bereits 29 Patientinnen und Patienten, die auf ein neues Organ gewartet hatten. Auf zwölf Monate hochgerechnet wären es 116 Tote. «Ein alarmierender Wert», sagte Franz Immer, Direktor von Swisstransplant, der nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation. Auf ein neues Herz warten derzeit 53 Menschen. Ihre Chancen auf ein neues Organ sind seit Ende 2022 gestiegen. Das neue Perfusionsgerät, das die drei Herzkliniken in Bern, Zürich und Lausanne VD seit ein paar Monaten betreiben, gibt den Ärzten mehr Möglichkeiten. Ein Spenderherz schlägt in der Maschine weiter, was die Zeitspanne zwischen Organentnahme und Einpflanzung signifikant verlängert.

Hohe Geistliche haben Missbrauchstäter geschützt – auch in der Schweiz

In Freiburg im Breisgau (D) bebte am Dienstag die katholische Welt. Ein Gutachten hält fest: Der frühere Chef der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat jahrzehntelang Missbrauchstäter geschützt und Verbrechen vertuscht. Das Gutachten ist 582 Seiten dick. Recherchen von «SonntagsBlick» sollen zeigen: Auch ein Schweizer Priester ist unter den Tätern. Er starb 2017. Nebst Österreich und Deutschland war er auch im Bistum Basel und im Bistum Chur tätig. Trotz Warnsignalen konnte er 1992 im Bistum Chur arbeiten – in Schübelbach SZ. «SonntagsBlick» liegt eine Aktennotiz des Bistums Chur aus dem Jahr 1992 vor, wonach der Priester und die Pfarrei Schübelbach «das Risiko eingehen und der Bischof und Bischofsrat keine Verantwortung übernehmen». Der damalige Bischof von Chur war Wolfgang Haas, der heute Erzbischof von Vaduz in Liechtenstein ist.

Wegen Strommangel: Aufruf auf Klimaanlagen im Sommer zu verzichten

Die Strommangellage blieb bis jetzt zwar aus, doch die Gefahr ist nicht gebannt. Damit uns die Energie im nächsten Winter nicht ausgeht, will der Detailhandelsverband schon im Sommer mit Stromsparen beginnen: Swiss Retail empfiehlt seinen Mitgliedern dringend, während der heissen Jahreszeit in den Läden auf das Einschalten von Klimaanlagen zu verzichten. «Richtwert wird wohl sein, die Läden nicht unter 25 bis 26 Grad zu kühlen», sagte Verbandsdirektorin Dagmar T. Jenni zur «NZZ am Sonntag». Davon abgewichen werden soll nur, falls dies betriebsnotwendig oder aus Gesundheitsschutzgründen angezeigt sein sollte.

Mehr Betrug mit Fake-Wohnungen während Corona

Während der Corona-Pandemie verzeichneten Immobilienportale einen Anstieg bei betrügerischen Wohnungsinseraten, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Die Betrugsmasche lief so ab: Angeboten wird eine günstige Wohnung in guter Lage. Auf die Frage nach einem Besichtigungstermin, gibt der vermeintliche Vermieter an, zurzeit im Ausland zu sein. Ein Verwandter vor Ort würde sich um die Besichtigung kümmern. Doch es muss eine Anzahlung geleistet werden – in der Höhe einer Monatsmiete oder einer zusätzlichen Kaution. Wem die Wohnung nicht gefalle, erhalte das Geld selbstverständlich zurück – so das Versprechen, das natürlich nicht eingehalten wird. Das Geld ist weg. Die Aufklärungsquote ist tief. Denn die Spuren der mutmasslichen Täter führen meistens ins Ausland.

Schweizer Unternehmen wollen Rentnerinnen und Rentner anstellen

Der Arbeitsmarkt buhlt um Rentnerinnen und Rentner. Die Senioren werden zu einer neuen Arbeitskraft, schreibt «Le Matin Dimanche». Mehrere Unternehmen, darunter Coop und Migros, bieten verschiedene Möglichkeiten an, auch nach dem Rentenalter weiterzuarbeiten. Die Arbeitszeit wird individuell festgelegt, diese Arbeitsverlängerung ist maximal bis 70 Jahre möglich. Es gibt bereits 200'000 Schweizer, die über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten. (sda)

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