International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Greek Finance Minister Yanis Varoufakis arrives for a meeting of eurogroup finance ministers at the European Council building in Brussels, Monday March 9, 2015. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)

Die Schweiz bietet Varoufakis Hilfe an, Schwarzgelder zurück nach Griechenland zu holen. Bild: Geert Vanden Wijngaert/AP/KEYSTONE

Griechenland ignoriert Millionen-Schwarzgelder in der Schweiz

In der Schweiz liegen mutmasslich hunderte Millionen Euro unversteuertes Vermögen griechischer Bürger. Für Griechenland offenbar kein dringliches Problem: Sie ignorieren seit Februar 2014 das Angebot der Schweiz, ihnen bei der Aufspürung von Schwarzgeldern zu helfen.



Das krisengeplagte Griechenland braucht angesichts der Unsicherheit bei den Euro-Rettungspaketen dringend Geld. Europa verlangt von der Regierung um Ministerpräsident Alexis Tsipras Reformwillen, damit europäische Gelder wieder nach Griechenland fliessen. Ein Angebot der Schweiz, unversteuerte Vermögen griechischer Bürger in der Schweiz aufzuspüren, dürfte da Tsipras und seinem Finanzminister Gianis Varoufakis gelegen kommen.

Wie Recherchen der «Welt am Sonntag» aufzeigen, haben die Helenen dieses Angebot bislang nicht wahr genommen. Weder der zurzeit häufig kritisierte Finanzminister Varoufakis noch seine Vorgänger der konservativen Regierung haben sich beim neu geschaffenen Schweizer Staatssekretariat für internationale Finanzfragen seit Februar 2014 gemeldet, wie die deutsche Sonntagszeitung schreibt.

In den zwei Jahren davor hatte es mehrmals Verhandlungen zwischen Griechenland und der Schweiz über ein Steuerabkommen gegeben, wobei die Gespräche wegen Wahlen und Problemen bei der Regierungsbildung in Griechenland zeitweise ins Stocken geraten waren. Letzter öffentlich bekannter Kontakt war ein Besuch der Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf in Athen am 4. Februar 2014.

Auswertungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus dem Jahr 2013 zeigen, dass Griechen rund 800 Millionen Franken in der Schweiz deponiert haben. Falls diese Gelder nicht ordnungsgemäss versteuert sind, dürften der Regierung in Athen Steuereinnahmen in Millionenhöhe entgangen sein.

Varoufakis äusserte sich am Sonntagabend in der deutschen Fernsehsendung «Jauch» zu den Vorwürfen, Griechenland unternehme zu wenig gegen die Steuerflucht und Korruption. «Man darf nicht vergessen, dass wir erst seit zwei Monaten regieren», sagte der Finanzminister. (pma)

Griechenland

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Österreich identifiziert Demonstranten neu mit Gesichtserkennung – das plant die Schweiz

Im Nachbarland setzt die Polizei grossflächig eine Software ein, um Aufnahmen von Überwachungskameras abzugleichen. In der Schweiz gleicht das Fedpol Daten ebenfalls ab. Aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen.

Drohnen, Verbrechensprognose und Gesichtserkennung: Die österreichische Polizei greift immer mehr zu Mitteln, die man vor wenigen Jahren nur aus Hollywood-Blockbustern kannte.

Im August hat das Innenministerium in Österreich eine Software in Betrieb genommen, die die Identifikation von Demonstranten und Demonstrantinnen möglich macht. Dies berichtete der Standard am Dienstag.

Die Software gleicht Bilder von Überwachungskameras oder aus anderen Quellen mit Fotodatenbanken der Polizei ab. Laut …

Artikel lesen
Link zum Artikel