Bundesrat Pfister kritisiert USA und Iran – und warnt vor Terrorgefahr für die Schweiz
«Die Amerikaner und Israel haben den Iran aus der Luft angegriffen. Sie haben damit, wie auch der Iran, das Völkerrecht verletzt», sagte er der «SonntagsZeitung».
Weiter schloss Pfister nicht aus, dass auch Europa in den Krieg hineingezogen wird. Dabei beschränke sich die Gefahr nicht auf klassische militärische Austragung, sondern auf asymmetrischen Kriegsführung im Sinne von terroristischen Attacken.
«Es besteht die Gefahr, dass es in der Schweiz zu Terroranschlägen kommt. Zudem könnte der Krieg eine Flüchtlingswelle auslösen, die auch uns erreichen wird», sagte Pfister weiter im Interview. Dass die Schweiz direkt durch iranische Langstreckenraketen bedroht sei, glaube er zwar nicht. Kollateralschäden schliesse er jedoch nicht aus.
Pfister wolle deshalb Sicherheit umfassend betrachten und nicht nur militärisch. Neben der Armee spielten auch Polizei und Nachrichtendienst eine wichtige Rolle. «Ich glaube, dass die Bevölkerung verstehen wird, dass wir dafür mehr Mittel brauchen», sagte der Verteidigungsminister.
«Umdenken ist dringend notwendig»
Besorgniserregend seien insbesondere fehlende Systeme zur Kriegsabwehr.
Gleichzeitig verwies Pfister darauf, dass bereits neue Strukturen geschaffen worden seien. Beim Bundesamt für Rüstung und in der Armee gebe es inzwischen ein Kompetenzzentrum für Drohnen und Robotik sowie eine Taskforce, die mit Wissenschaft und Unternehmen zusammenarbeite.
Dennoch sei die Bedrohungslage in den letzten Jahrzehnten unterschätzt worden. «Unsere perfektionierte Gesellschaft mit ihrem Wohlstand ist immer noch weit weg von den gegenwärtigen Konflikten», gab Pfister zu bedenken.
(sda)
